Anzeige: Warum ich an Gott glaube von Gerhard Lohfink

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März 2019

Artikel

Online

  • Zur Prävention von körperlicher und seelischer KrankheitDie Sorge um uns selbst

    Von den Beduinen wird gesagt, sie tragen dafür Sorge, dass das Lagerfeuer am Abend nicht zu groß angelegt ist, die Flamme klein gehalten wird, damit das Feuer lange anhält. Damit das Feuer, die Energie eines Seelsorgers, nicht ausgeht, die Lust und die Freude an der Arbeit anhalten, müssen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass ihm das Feuer nicht ausgeht, es immer wieder neu brennen kann. Aufgabe einer gesunden Lebenskultur eines Seelsorgers kann es daher sein, mit dafür Sorge zu tragen, dass ein Seelsorger die Bedürfnisse seines Leibes und seiner Psyche ernst nimmt, um seelisch und körperlich fit und gesund zu bleiben und zu verhindern, körperlich oder seelisch krank zu werden.

  • Ursachen von Burn-out in der SeelsorgeDie wahren Ursachen erkennen

    Seit 21 Jahren begleite ich im Recollectiohaus Priester und Ordensleute, Männer und Frauen, die in der Kirche arbeiten. Immer wieder begegne ich auch dem Phänomen des Burn-out. Bei der ersten Vorstellung sagt dann ein Priester oder eine Gemeindereferentin: „Ich habe ein Burn-out, weil ich zuviel gearbeitet habe.“ Ich antworte dann meistens: „Das klingt jetzt so, als ob ich Sie bewundern oder aber bemitleiden sollte, weil Sie durch Ihr großes Engagement alle Kraft verloren haben. Aber leider glaube ich Ihnen nicht, dass Sie durch die Arbeit total erschöpft sind. Burn-out hat für mich immer andere Ursachen.“

  • Zwischen Solidarität und EntstressenEntschleunigung – eine Sehnsucht mit Haken

    Im Zeitalter des Burnout wird immer wieder der Ruf nach Entschleunigung laut, Entschleunigung sozusagen als Mittel gegen die Überforderung, gegen die Hektik des Alltags, gegen die Unruhe, die durch das Multitasking erzeugt wird, weil wir vieles gleichzeitig erledigen sollen oder müssen. Manchen gelingt das bis zu einem gewissen Grad. Aber irgendwann wird es dann doch zu viel.

  • Religionssoziologische Beobachtungen zum Status von Religion in Deutschland und EuropaSäkularisierung, Individualisierung oder Markt?

    Missionarische Pastoral hat die Aufgabe, den Glauben in der gegenwärtigen, sich mit zunehmender Beschleunigung verändernden Gesellschaft anzubieten und vorzuschlagen. Dies setzt voraus, aufmerksam zu sein für die Prozesse, in denen die Gesellschaft sich wandelt, und vor allem, wie sich das Verhältnis von Religion, Glaube und Kirche zur gegenwärtigen Gesellschaft entwickelt.

  • Über Kontemplation in Zeiten der Insolvenz"Gott ist Ruhe"

    Bis vor kurzem hatte ich den Begriff noch nie gehört: „Zeitinsolvenz". In einem philosophischen Radiofeature ging es um die Erfahrungvon Endlichkeit. Nicht so sehr im Sinne der uralten Melancholie und Trauer angesichts von Vergänglichkeit, Sterben undTod. Die Rede war vielmehr von einer ganz eigenartigen Erfahrungder neuen und neuesten Zeit, der digitalisierten Moderne: Ich kann „Zeit sparen" so viel ich will, durch effektives Zeitmanagement, Multitasking, Delegieren, superschnelle Verkehrsverbindungen und ultimative IT-Technologie. Fast immer bleibe dabei - so wurde argumentiert- angesichts der ins Unendliche gesteigerten Datenflut, der je neuen Serien von Begegnung mit Menschen, Fakten und Herausforderungen die Erfahrung, sich und anderen etwas schuldigzu bleiben, eben Zeit, Zeit und innere Energie für persönliche Aufmerksamkeit,für Wahrnehmung, Wertschätzung, für Gespräch und eben auch „quality time" für sich selber.

  • Wie geistreiche Sitzungen gelingen könnenSitzungen spirituell leiten

    Wer betet, sündigt nicht. So lautet ein Sprichwort. Es dient als Argument, um Menschen zum Beten zu motivieren. Doch dem Satz liegt ein falsches Spiritualitätsverständnis zugrunde, das Gebet und Alltag, geistliche Übung und Alltagsbewältigung, in unserem Fall geistliches Tun und Sitzungen leiten trennt. Demgegenüber hat u.a. Michael Plattig einen Spiritualitätsbegriff geprägt, der die Gestaltung der Beziehung zu Gott und die Gestaltung des Lebens aus dieser Beziehung als zwei Seiten der einen Spiritualitätsmedaille sieht.

  • Wird viel spirituell geredet, aber wenig an Gott geglaubt?Nur Lippenbekenntnisse

    Nein, zu wenig wird in der Kirche sicher nicht von Gott gesprochen. Kein Pastoralplan wird geschrieben ohne die Mahnung: Es geht nicht hauptsächlich um Strukturen, viel wichtiger ist die geistliche Mitte. Spiritualität gilt als pastorales Kerngeschäft. Angehenden Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in der Seelsorge wird ans Herz gelegt, den Menschen vor allem den Geschmack an Gott zu vermitteln. „Es ist Zeit, an Gott zu denken“, diese Devise scheint kirchliches Allgemeingut geworden zu sein. Nein, gesprochen wird viel von Gott. Heißt das aber auch, dass tief an Gott geglaubt wird? „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber sein Herz ist weit weg von mir“ (vgl. Jes 29,13-14), dieses Prophetenwort bleibt stets eine Mahnung zur Gewissenserforschung.

  • Woraus mein Glaube lebtEinladung, nicht Vorladung

    „Was willst du machen aus deinem Leben, was willst du werden, es steht dir frei: Ein wandelnder Terminkalender, ein Kerzenleuchter für das Fest, ein Briefbeschwerer ganz aus Eisen, ein Aschenbecher für den Rest? Ein Aktendeckel mit Rezepten, ein Hut, ein Lied, ein Zirkuszelt, ein Gläschen Wein, ein Sofakissen, ein Stückchen Himmel auf der Welt? Was willst du machen aus deinem Leben, was willst du werden, es steht dir frei ..." (Lothar Zenetti)

  • Kirche und HumorAlles hat seine Stunde

    Der Kirche und ihren Vertretern sagt man oft eine gewisse Humorlosigkeit nach. Das verwundert, denn wenn ich etwa an den seligen Papst Johannes XXIII. denke, dann hat er eindrucksvoll bewiesen, dass Humor zum Leben dazu gehört. Leitend war für ihn die selbst auferlegte Maxime: „Johannes, nimm dich nicht so wichtig!"

  • Seelsorge: Mehr als StrukturreformenDie Zeichen der Zeit verstehen

    Die in den letzten Jahren in den deutschen Bistümern in Gang gesetzten und im Wesentlichen abgeschlossenen pastoralen Strukturreformen hinterlassen einen zwiespältigen und aufs Ganze gesehen unbefriedigenden Eindruck. Zwar geben sich einige (Erz-) Bischöfe programmatisch. Aber im Ganzen überwiegen die Einschätzungen, sich mit den Strukturreformen zufriedengeben zu dürfen und das derzeit Mögliche getan zu haben.

  • Eine Einladung zur Selbst-BesinnungSeelsorger und Seelsorgerinnen auf dem Weg zur Krippe

    An Weihnachten verkündigen die Seelsorger und Seelsorgerinnen das Geheimnis der Menschwerdung Gottes in vielfältiger Weise. Sie predigen, sie halten Ansprachen bei den Weihnachtsfeiern. Sie gestalten die Weihnachtsgottesdienste. Sie bereiten die Kinder im Kindergarten oder in der Schule auf Weihnachten vor. Und sie setzen sich oft unter Druck, dass sie in diesem Jahr neue Ideen finden, den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Weihnachten nahezubringen. Sie spüren, dass es nicht genügt, die Ideen vom letzten Jahr zu übernehmen.

  • Die Ambivalenzen pastoraler ProfessionalisierungWider die falschen Alternativen

    Die deutsche katholische Kirche ist bekanntlich weltkirchlich gesehen immer noch ausgesprochen reich. Sie arbeitet auch ohne Zweifel in vielen Bereichen hoch professionell. Beides hängt natürlich zusammen, denn sie kann sich diesen hohen Professionalitätsgrad einfach leisten. Sie hat ihn auch nicht ohne Grund entwickelt, sondern um auf eine Krise zu antworten, die schon länger andauernde Krise ihrer klerikalen Sozialform.

  • Zwischen Lösung und AnnahmeKnoten lösen

    Die Art und Weise, wie ich einen Knoten löse, kann mir zeigen, wie ich schwierige, knifflige Probleme löse und welche Möglichkeiten mir zur Lösung eines Problems zur Verfügung stehen. Bin ich zum Beispiel ein Macher, der ungeduldig und rücksichtslos die Lösung eines Problems erzwingt oder nehme ich mir Zeit, gehe ich behutsam vor und verlasse mich nicht nur auf meine Willenskraft, um ein Problem lösen zu können. Kann ich mich „einfach zurücklehnen und entspannen“, um dann plötzlich, wie es Hape Kerkeling in seinem Bestseller „Ich bin dann mal weg“ schreibt, „das Wesentliche zu kapieren“. Ja, gelingt es mir sogar, mich so sehr zurückzunehmen, dass ich die Lösung des Knotens nicht allein von meinem Können abhängig mache.

  • Pastoral aus Afrika und Asien – eine Inspiration für Deutschland?Eine neue Art, Kirche zu sein

    Leerstehende Gotteshäuser, Priestermangel, sinkende Kirchgängerzahlen, Zusammenlegung von Pfarreien, knapper werdende finanzielle Ressourcen in den Bistümern sind nur einige der Symptome des pastoralen Umbruchs in Deutschland, der im Kontext gesamtgesellschaftlicher Wandlungsprozesse steht. Pluralismus und Relativismus, Individualisierung, Globalisierung und Fragmentierung bilden das postmoderne Setting, das die Ausdünnung volkskirchlicher Strukturen und den Vertrauensverlust in die Kirchen fördert.

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Einsatzfelder und Berufsprofil(e)

Seelsorger:innen und pastorale Mitarbeitende sind in unterschiedlichen Einsatzfelder aktiv: In der Regel unterscheidet man die beiden größeren Bereiche Gemeinde bzw. Pfarrei und kategoriale/spezielle Seelsorge.

Die Pfarrei und Gemeinde sind immer noch der wichtigste Einsatzort für Seelsorger:innen. In der Pfarrei gibt es normalerweise je nach Alter verschiedene Seelsorgebereiche. Dazu gehören vor allem die Arbeit mit Kindern und Familien, Jugendlichen, Erwachsenen – Männern und Frauen sowie Paaren und Eltern – sowie Senioren. So gibt es beispielsweise die Ministrantenarbeit, Erstkommunion- oder Firmvorbereitung, Gottesdienstgestaltung usw. Ein weiterer Bereich wäre die Zusammenarbeit mit ansässigen Vereinen wie Kolping oder der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Zwischen diesen genannten Bereichen gibt es für Seelsorger:innen normalerweise zahlreiche Überschneidungen.

Im Bereich der kategorialen Seelsorge wirken Mitarbeitende über die Gemeinden hinaus in allen möglichen Bereichen des täglichen Lebens mit. Sie kann, muss aber keine von der Gemeindepastoral getrennte Größe sein. Ein Tätigkeitsfeld im Bereich der Kategorialseelsorge wäre beispielsweise die Seelsorge für Menschen mit Behinderungen. In verschiedenen Einrichtungen wie z.B. Krankenhäusern geht es auch um die Seelsorge für bestimmte Personengruppen. Neben der Krankenseelsorge gibt es die Seelsorge bei der Polizei, der Feuerwehr, im Gefängnis und an Flughäfen. Mittlerweile gibt es sogar in verschiedenen Städten auch eine Stadionseelsorge. Auch Studierenden- und Tourismusseelsorge können Einsatzbereiche von Seelsorger:innen sein. Immer mehr ins Bewusstsein rückende Bereiche sind die Notfallseelsorge, die sich bei Einsätzen und Katastrophen um die Betroffenen kümmert, und die Betriebsseelsorge, deren Fokus vor allem auf Arbeitnehmenden und Arbeitslosen liegt. Auch in kirchlichen Einrichtungen werden pastorale Mitarbeitende eingesetzt, beispielsweise bei der Caritas oder auch in Generalvikariaten sowie in der Verwaltung. Die Schulen könnte man als einen eigenen Bereich ansehen, in dem eigene Schulseelsorger:innen im Einsatz sind.

Diese angesprochenen Felder sind nur ein Ausschnitt, da sie sich immer weiterentwickeln und auch stetig neue erschlossen werden. Heutzutage ergibt und bietet sich durch die Einrichtung größerer pastoraler Räume eine engere Zusammenarbeit zwischen den Einzelbereichen an.

Seelsorger:innen sind daher in ihrem Beruf mit unterschiedlichsten Anforderungen konfrontiert. Eine der Hauptaufgaben eines Seelsorgenden ist es, ansprechbar zu sein. Menschen aus unterschiedlichen Kontexten, in verschiedenen Lebenslagen und mit unterschiedlichsten Anliegen nehmen ein solches Gesprächsangebot und Begegnung (kirchlicherseits) wahr. Auch die Trauerbegleitung ist immer wieder ein wichtiges Tätigkeitsfeld für Seelsorger:innen.

Für die breitere seelsorgliche Arbeit entstanden seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil in den 1960er Jahren eigene Berufsgruppen der Gemeinde- und Pastoralreferent:innen. Natürlich sind aber auch Priester, Diakone und Ordensleute Seelsorger:innen und übernehmen eigene Aufgaben. Grundlage für einen pastoralen Dienst ist in der Regel ein Theologiestudium. An das Studium schließt sich dann eine mehrjährige Ausbildung an. In pastoralen Berufen verteilen sich die Arbeitszeiten anders als bei anderen Berufen. Das bedeutet vor allem Arbeit am Wochenende und eine gute Erreichbarkeit. Eine weitere Herausforderung kann die Trennung von Arbeitszeit und Freizeit sein.

In allen pastoralen Berufsgruppen lassen sich rückläufige Zahlen beobachten. Dabei sind die verschiedenen Berufsbilder und -anforderungen im Wandel.

Nils Thomas