Biblisch-theologische Methoden

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  • Exegese

    Mit der Erforschung und Auslegung der Heiligen Schrift erfüllt die Exegese innerhalb der Theologie eine ihrer wesentlichsten Aufgaben. So sehr christliche Theologie immer schon Schriftauslegung war, so sehr ändern sich im Verlauf von deren Geschichte ihre Methoden und Zugangsweisen.

  • Synoptischer Vergleich und synoptische Frage

    Die Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas ähneln sich an vielen Stellen auffallend stark. Daher werden sie auch als synoptische Evangelien bezeichnet. Auf die synoptische Frage, die Suche nach den Ursachen für Gemeinsamkeiten und Unterschiede, haben Bibelwissenschaftler verschiedene Antworten gefunden.

  • Ansätze der christlichen Bibelauslegung

    Die Bibel ist eine Sammlung von Texten, deren Sinn nicht eindeutig ist. Um die Bedeutung biblischer Texte zu erschließen, hat die Bibelwissenschaft verschiedene Methoden entwickelt. Zu den bekanntesten Ansätzen der Auslegung zählen die historisch-kritische Exegese, die kanonische Bibelauslegung, die feministische, die befreiungstheologische und die tiefenpsychologische Exegese.

Biblisch-theologische Themen

  • Apokalyptik

    Apokalyptik (griech. „apokalypsis“ = Enthüllung), zusammenfassende Bezeichnung für eine geschichtstheologische Literaturgattung und deren Inhalte in AT, Frühjudentum und NT sowie für immer wiederkehrende Strömungen, die sich mit einem Ende der bisherigen Geschichte befassen.

  • Heilige Schrift

    In vielen Religionen existieren „heilige Schriften“, die für die Glaubensgemeinschaft konstitutive Bedeutung haben, auf göttlichen Ursprung zurückgeführt werden, im Textbestand unantastbar sind und für die Lebensgestaltung der Glaubenden grundlegend sind.

Eine eigene wissenschaftliche Disziplin

Die Biblische Theologie stellt heute eine eigene wissenschaftliche Disziplin dar, nachdem die Auseinandersetzung von historischer und systematischer Theologie weitgehend beendet ist. Der Beginn einer wissenschaftlichen Theologie des AT ist in die erste Hälfte des 20. Jh. zu datieren, der einer Theologie des NT auf das Ende des 19. Jh., beide auf evangelischer Seite. Mit einer gewissen Verzögerung entstand im 20. Jh. eine katholische Biblische Theologie.

Problemkreise zeigen sich auch in der evangelischen Theologie hinsichtlich der Einheit des biblischen Kanons, hinsichtlich des jeweiligen Eigenwerts und der Zusammengehörigkeit von AT und NT, in der Suche oder Ablehnung einer "Mitte" von AT und NT, im unterschiedlichen Verständnis von Hermeneutik. Die thematischen Schwerpunkte können hier nicht einmal skizziert werden. Ein spezifisch katholisches Problem ergibt sich daraus, dass die Schrift in der Kirche unter der "nächsten" Norm der aktuellen Glaubensverkündigung der Kirche (womit in diesem Fall in der amtlichen Sprache immer das Lehramt gemeint ist) zu verstehen ist. Aber trotz dieser Vorgabe ist die Hl. Schrift nicht nur eine Erkenntnisquelle der Dogmatik unter anderen. Denn die aktuelle Glaubensverkündigung der Kirche geschieht im dauernden, immer neuen und notwendigen Bezug auf die bleibende und in ihrer Reinheit von Gott garantierte (Inspiration) Konkretheit des Ursprungs der Verkündigung. Dieser konkrete Ursprung ist in der Schrift und nur in ihr gegeben; die Tradition bietet keine Garantie dafür, dass sie rein von bloß menschlichen Zutaten ist (das Lehramt selber unterscheidet zwischen göttlicher und menschlicher Tradition). Die Dogmatik ist zusammen mit der kirchlichen Autorität gegenüber dem offenbarenden Wort Gottes in der Schrift in die Rolle des Hörenden, nicht des Beurteilenden, verwiesen.

Die Biblische Theologie besteht im Rückgang zum reinen Anfang des Glaubenskerygmas, nicht in der Aufsammlung von Beweisstellen. Diese Aufgabe ist freilich erschwert durch die Erkenntnis der historischen Bedingtheit vieler biblischer Aussagen, so dass sich die Wahrheitsfrage jeweils neu stellt und das Glaubenszeugnis in die jeweils aktuelle Gegenwart "übersetzt" werden muss. In jüngster Zeit begegnet im katholischen Raum die sogenannte Kanonische Exegese, die in USA seit längerem bekannt ist. Sie schlägt vor, den biblischen Text bzw. eine bestimmte Thematik nicht nur von den historisch eruierten Quellen aus zu untersuchen, sondern ihn vor dem Hintergrund des gesamten vorliegenden Bibeltextes zu verstehen. Über die Redaktionsgeschichte hinaus kommt dabei der Tradition bzw. der Glaubensgemeinschaft Kirche die größere Bedeutung zu. Möglicherweise sollte diese Methode nicht der Exegese, sondern der Biblischen Theologie zugeordnet werden.

Quelle: Herbert Vorgrimler: Neues Theologisches Wörterbuch, Neuausgabe 2008 (6. Aufl. des Gesamtwerkes), Verlag Herder

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