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Elementarpädagogik

Da die Bezeichnungen „Elementarpädagogik“, „Frühpädagogik“ und „Kindheitspädagogik“ inhaltlich im Großen und Ganzen dasselbe meinen, werden sie in der Praxis zumeist synonym benutzt. Entstanden sind alle drei jedoch in verschiedenen Kontexten. Während die Elementarpädagogik in ihren Ursprüngen stärker die einzelnen Phasen von Schulbildung fokussierte, gewann die Frühpädagogik zunehmend dadurch an Bedeutung, dass auch die Zeit vor dem Schulbeginn als Bildungszeit in den Blick gerückt ist. Nach vorherrschender Überzeugung in der Früh- und Kindheitspädagogik beginnt kindliche Bildung bereits mit der Geburt. Analog zu den Schulphasen fand diese Vorstellung dann Eingang in die Elementarpädagogik. Sie wird an Hoch- sowie an Fachschulen für Erzieher/-innen gelehrt. Entsprechende Studieninhalte und Berufsoptionen weisen keine Unterschiede zu denjenigen der Kindheitspädagogik auf. Allerdings ist die Fachschulausbildung nicht ausschließlich kindheitsspezifisch angelegt, da sie auch für die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen qualifizieren soll.

Frühpädagogik

Frühpädagogik wird auch als Pädagogik der frühen Kindheit bezeichnet und beschäftigt sich im Rahmen der Erziehungswissenschaften mit Kindern zwischen null und sechs Jahren. Beleuchtet werden sämtliche Handlungsfelder inklusive Problemstellungen, die für die kindliche Entwicklung bis zum Eintritt in die Schule von Bedeutung sind. Neben dem Aufwachsen des Kindes in familiären Kontext beschäftigt sich Frühpädagogik mit allen weiteren Spielarten institutioneller Erziehung, Bildung und Betreuung. Im selben Zusammenhang werden auch die Professionalisierung frühpädagogischer Fachkräfte, die Zusammenarbeit mit Familien, die Sozialraumorientierung sowie das Ermöglichen von Bildungsprozessen thematisiert.

Der Bedeutungszuwachs von Bildung, Erziehung und Betreuung im Vorschulalter im Laufe des letzten Jahrzehnts findet seinen Niederschlag auch im quantitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung sowie in der Akademisierung pädagogischer Fachkräfte. Seit 2004 ist hier ein Professionalisierungsprozess in Gang gekommen, der die Qualität in der Frühpädagogik steigern soll. Um die 110 frühpädagogische Studiengänge sind seither entstanden.

Kindheitspädagogik

Wie der Begriff bereits vermuten lässt, grenzt sich die Kindheitspädagogik inhaltlich von derjenigen Pädagogik ab, die sich mit Jugendlichen und Erwachsenen beschäftigt. Die Bezeichnung ging aus ei-nem Diskussionsprozess um eine neu entstandene Berufsgruppe hervor. Die seit 2004 an deutschen Hochschulen neu eingerichteten Bachelor- und Masterstudiengänge für Bildung und Erziehung im Kindesalter hatten stets die mehrheitlich akademische Ausbildung der Frühpädagogik im europäi-schen Ausland vor Augen. Darüber hinaus sollte auch der Erkenntnis Rechnung getragen werden, dass hier ein lange Zeit verkannter Frauenberuf endlich aufgewertet werden müsse. Hinzu kam das schlechte Abschneiden Deutschlands bei internationalen Vergleichen in Sachen Bildungsprozesse und -ergebnisse. Zu Beginn sahen sich die frühpädagogischen Studiengänge samt und sonders vor die Herausforderung gestellt, die Vorgaben des Bologna-Prozesses umzusetzen und zugleich die Höher-qualifikation pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen sicherzustellen. Die berufsrechtliche Gleichstellung der Studienabsolvent(inne)n mit staatlich anerkannten Erzieher(inne)n musste mit den zuständigen Länderministerien ausgehandelt werden. Somit fasste die Berufsbezeichnung Erzieher/-in Fachschul-und Hochschulabsolvent(inne)n zusammen. Nachvollziehbar blieb jedoch der Anspruch der Hochschulen bestehen, dass ihre Ausbildung auch in eine höhere Bewertung und bessere Bezahlung der Absolvent(inne)n einmünden sollte. Und so riefen sie als ihre Interessenvertretung die Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit (BAG-BEK) ins Leben, die sich seitdem im Austausch mit der AGJ und den Ministerien um eine treffende und angemessene Berufsbezeichnung für akademisch ausgebildeten Frühpädagog(inne)n mühte – nicht zuletzt auch mit dem Ziel, eine bessere tarifliche Einstufung dieser neuen Fachkräfte zu bewerkstelligen. Im Frühjahr 2009 empfahl die BAG-BEK dann auf ihrer Tagung die Berufsbezeichnung „Kindheitspädagogen/-innen“ für Absolvent(inne)n der neuen Studiengänge. Dieser Empfehlung an die Hochschulen schloss sich zwei Jahre später dann die Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) der Länder an. Auf diese Weise etablierten sich in Deutschland sowohl die Kindheitspädagogik als Studiengang als auch die Berufsbezeichnung „Kindheitspädagoge/Kindheitspädagogin“.

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