Kirchengeschichte

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Alte Kirche

  • Konzilien von Nicäa

    In der kleinasiatischen Stadt Nikaia oder Nicäa fanden im Lauf der Geschichte zwei Konzilien statt. Das erste Konzil (337) entschied über die Wesenseinheit Jesus Christi mit dem Vater und löste damit einen langen Streit mit den sogenannten Arianern.

  • Konzil von Chalkedon

    Das Konzil von Chalkedon (451) entschied den lange und erbittert geführten Streit um das Verhältnis von göttlicher und menschlicher Natur in Jesus Christus zugunsten der Zwei-Naturen-Lehre. In der Folge spaltete sich die orientalisch-orthodoxen Kirchen ab.

Mittelalter

Zeitalter der Reformation

  • Konzil von Trient

    Das Konzil von Trient stand ganz im Zeichen der Reformation. Die Beschlüsse - etwa eine Verbesserung der Seelsorgsausbildung und die Aufwertung des Hochaltars zum sichtbaren liturgischem Zentrum - veränderten die katholische Kirche gründlich, führten aber nicht zu einer Wiederannäherung an die Protestanten.

  • Reformation

    Mit dem Begriff der Reformation werden jene historischen Ereignisse des 16. Jh. zusammengefasst, welche zu der bis heute andauernden Spaltung der westlichen Christenheit geführt haben.

Neuzeit

  • Erstes Vatikanisches Konzil

    Das Erste Vatikanische Konzil unter Papst Pius IX. formulierte unter anderem das Dogma der Unfehlbarkeit. Wegen des Deutsch-Französischen Kriegs wurde die Bischofsversammlung nicht zu einem Abschluss gebracht. Die Entscheidungen, die das Gremium getroffen hat, haben jedoch Auswirkungen bis heute.

  • Zweites Vatikanisches Konzil

    Das Zweite Vatikanische Konzil wurde von Papst Johannes XXIII. ganz im Zeichen der pastoralen und ökumenischen Erneuerung einberufen. Neben einer Liturgiereform beschloss das Konzil auch die Neubestimmung des Verhältnisses zu anderen Religionen.

Besondere Themen

  • Konzil

    Das Konzil ist der Ort, an dem sich die Bischöfe und andere wichtige Führungspersonen treffen und über die alle kirchlichen und theologischen Belange entscheiden.

KIrchengeschichte: Die Geschichte des Christentums

Kirchengeschichte heißt jene Wissenschaft, die die Geschichte der Verwirklichung der Kirche (des Selbstvollzugs der Kirche) unter allen Aspekten methodisch erforscht und darstellt. Wenn sie von den Zeugnissen der Offenbarung Gottes über die Kirche und dem jeweiligen Selbstverständnis der Kirche der Vergangenheit ausgeht, ist sie eine theologische Disziplin. Trotz des unbestreitbaren Methodenpluralismus kann gesagt werden, dass die seit dem 18. und 19. Jahrhundert erarbeitete historisch-kritische Methode der Geschichtswissenschaft auch die authentische Methode der Kirchengeschichte ist.

Trotz vieler wertvoller Bemühungen um Geschichtsschreibung seit dem NT (Lk 1,1–4; Apg 1, 1 f.) und der Erstellung von Chroniken (erster Versuch, eine Geschichte der Kirche zu schreiben, bei Eusebius von Caesarea um 303), Annalen und Viten sowie großen geschichtstheologischer Interpretationen (Augustinus †430) kann erst der Umgang mit Quellen vom 17. Jahrhundert an wissenschaftlichen Ansprüchen genügen (Dogmengeschichte, Kirchenväter- und Konzilieneditionen usw.). Sowohl bei einer über die Kirchengeschichte hinausreichenden Geschichte des Christentums als auch bei der Religionsgeschichte sind ungeachtet des eigenen theologischen Theorieansatzes der Kirchengeschichte interdisziplinärer Austausch und wissenschaftliche Kooperation notwendig; erst recht gilt das für die Kirchengeschichte der getrennten Kirchen.

Hinsichtlich einer Zielsetzung der Kirchengeschichte kommt ihr theologischer Ansatz wieder besonders zur Geltung: Sie müsste sich wertend den Fehlern der Kirche in Theorie und Praxis stellen, der Selbstkritik der Kirche dienen und versuchen, das von der Kirche unterdrückte Gedankengut zu rekonstruieren. In der Profangeschichte wird seit längerer Zeit nach neuen Quellen gesucht; dies beinhaltet eine Abkehr von der "Ereignisgeschichte", die sich auf "große Gestalten" (Politiker, Militärs, Hierarchen) konzentriert. Den Beginn einer Neuorientierung kann man in der Kulturgeschichte sehen, in der "Alltagsquellen" untersucht werden und die zu einer vergleichenden Kulturgeschichte der Völker führte. Einflussreich war Arnold J. Toynbee (†1975). Aus dem Kreis der französischen Historiker um die Zeitschrift "Annales" entstand im 20. Jahrhundert die Sozialgeschichte (Jacques Le Goff geb. 1924; Georges Duby †1996), die sich zusammen mit der Wirtschaftsgeschichte den Strukturen "innerer Verbände" zuwendet. Vielschichtige Ausdifferenzierungen führten zur Mentalitätsgeschichte, deren Quellen von den Aufzeichnungen über innere Empfindungen der Menschen bis zum Brauchtum reichen (Philippe Ariès †1984 mit Untersuchungen über das Kind und über den Tod). Diese Impulse wurden in der "ereignisverhafteten" Kirchengeschichte des deutschsprachigen Raumes kaum wirksam mit Ausnahme des Protagonisten Arnold Angenendt (geb. 1934).

Quelle: Herbert Vorgrimler: Neues Theologisches Wörterbuch, Neuausgabe 2008 (6. Aufl. des Gesamtwerkes), Verlag Herder

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