Peter L. Berger hat vor einiger Zeit von Westeuropa als einem „kirchlichen Katastrophengebiet“ gesprochen. Und Benedikt XVI. hat vor Jahren, noch als Präfekt der römischen Glaubenskongregation, in einem Interview mit Peter Seewald die Vermutung geäußert, dass wir vielleicht „von den volkskirchlichen Ideen Abschied nehmen“ müssen. Was bedeutet es, vor diesem Szenario von Gemeindeaufbrüchen zu träumen? Gibt es für sie reelle Chancen? Viele Bistümer bemühen sich zur Zeit um Gemeindestrukturreformen, die viel Zeit und Energie in Anspruch nehmen. Sind das aussichtsreiche Wege zu Gemeindeaufbrüchen? Oder besteht nicht der aussichtsreichere Weg darin, die spirituellen und die Glaubensressourcen, die in den Gemeinden selbst liegen, zur Geltung kommen zu lassen? Von Stefan Knobloch