Aktuelle Themen

  • Laien

    Laie (griechisch „laikos“ = dem Volk zugehörig), ein Begriff, der vom 3. Jh. an die nicht durch Gebet und Handauflegung geweihten Mitglieder der Kirche bezeichnet.

  • Priester

    Priester sind als Mittler zwischen den Menschen und Gott berufen. In der katholischen Kirche empfangen sie eine besondere Weihe und sind damit zur Feier der Sakramente befähigt. Ob Frauen ein solches Amt übernehmen können, wird kontrovers diskutiert.

  • Zölibat

    Die Ehelosigkeit oder auch das Jungfräulichkeitsgelübde ist unter Christen eine radikale Form der Nachfolge Jesu und der Nachahmung seines Lebensstils. Christen entscheiden sich bewusst, frei zu sein für den Dienst Gottes und der Kirche und berufen sich dabei beispielsweise auf die Bibelstelle aus Matthäus, in der es heißt: „Jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Frau oder Kinder oder Äcker um meines Namens willen verlassen hat, wird Hundertfältiges empfangen und ewiges Leben erben.“ (MT 19,29)

Papsttum

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  • Papsttum

    Der Papst – aus dem Griechischen und Lateinischen von πάππας/papa für Vater – ist das Oberhaupt der katholischen Kirche und des souveränen Vatikanstaates. Er ist Bischof von Rom und wird tituliert als Nachfolger des Apostels Petrus sowie als Stellvertreter Christi auf Erden.

  • Papst Benedikt XVI.

    Mit Joseph Ratzinger besetzte nach fast 500 Jahren erstmals wieder ein Deutscher den Stuhl Petri. Benedikt XVI. gilt heute als "Theologen-Papst", der seine akademische Vergangenheit nie ganz ablegte. Ihm lag viel an der Bewahrung der katholischen Traditionen, was sich auch in seiner Sicht auf die Liturgie wiederspiegelte. Benedikt XVI. sorgte mit seinen Äußerungen immer wieder für Irritationen. Entgegen seiner ursprünglichen Absichten trat er auch nach seinem Rücktritt gelegentlich an die Öffentlichkeit - zuletzt etwa mit umstrittenen Äußerungen zum Verhältnis von Christen und Juden.

  • Papst Franziskus

    Nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. wird am 13. April 2013 überraschend Jorge Maria Bergoglio zum Papst gewählt. Mit dem Lateinamerikaner beginnt in Rom ein Wandel des Papstamtes.

  • Enzyklika

    Eine Enzyklika ist meistens in lateinischer Sprache verfasst und wird nach den ersten Worten des Briefes benannt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts haben Päpste über 100 verschiedene Enzykliken veröffentlicht. Die Verbreitung erfolgt durch das sogenannte Amtsblatt des Heiligen Stuhls (genannt Acta Apostolicae Sedis).

Kirche

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  • Bischof

    Bischof (deutsches Lehnwort von griech. „episkopos“ = Aufseher), Bezeichnung für den Inhaber eines kirchlichen Amtes, der nach katholischem Glaubensverständnis wegen seiner Zugehörigkeit zum Nachfolgerkollegium des Apostelkollegiums (d. h. kraft „göttlichen Rechts“ und in Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom) eine Ortskirche (Diözese, Bistum) leitet.

  • Diakon

    Das Diakonat gibt es heutzutage in den meisten christlichen Kirchen, die Aufgabenbereiche können jedoch variieren. Im Wesentlichen sind Diakone Seelsorger, Unterstützer und Organisatoren, können aber auch eine Verkündigungs- und Lehrfunktion haben. Der Apostel Paulus bezeichnet sie als „Gottes Mitarbeiter am Evangelium Christi“.

  • Ehe

    In historischer, anthropologischer und soziologischer Sicht existiert eine größere Zahl konkreter Gestaltungsmöglichkeiten und Leitbilder der Ehe (Sorge um Nachwuchs, wirtschaftliche Interessen, Partnerschaft usw.), die hier nicht registriert werden können.

  • Eucharistie

    Eucharistie (griechisch „eu“ = gut, „charis“ = Geschenk, Gunst, „eucharistein „ = sich reich beschenkt dankend verhalten, „eucharistia“ = Danksagung).

  • Häresie

    Häresie (griech. = Auswahl), ein Begriff, der an sich eine bloße „Schulrichtung“ bedeuten kann, in der christlichen Sprache jedoch negativen Charakter trägt, bei Paulus z. B. Parteiungen oder Konflikte in seinen Gemeinden (Gal 5, 20; 1 Kor 11, 18 f.), im späteren Schrifttum des NT Irrlehren meint (2 Petr 2, 1; Tit 3, 10).

  • Kirchenlehrer

    Kirchenlehrer, Kirchenlehrerin heißen in der katholischen Kirche und Theologie ein Theologe bzw. eine Theologin, die die Tradition von alters her bezeugten, die rechtgläubige Lehre vertraten, persönlich heilig lebten, eine hervorragende theologische Leistung erbrachten und von der kirchlichen Autorität ausdrücklich anerkannt wurden.

  • Kirchenväter

    Augustinus, Johannes Chrysostomus und Gregor der Große – sie werden zu den Kirchenvätern gezählt, die die christliche Lehre in den ersten Jahrhunderten entscheidend prägten. Als ungebrochene Verbindungslinie zur Tradition der apostolischen Väter spielen sie besonders in den orthodoxen Kirchen bis heute eine große Rolle.

  • Krankensalbung

    Krankensalbung ist im katholisch und ostkirchlich-orthodoxen Glaubensverständnis der sakramentale Akt der Kirche am kranken Menschen, mit dem die Gemeinschaft der Glaubenden ihre Hoffnung auf die Überwindung des Todes und seine weit im Leben vorausdrohenden Anzeichen in der Krankheit bezeugt.

  • Laien

    Laie (griechisch „laikos“ = dem Volk zugehörig), ein Begriff, der vom 3. Jh. an die nicht durch Gebet und Handauflegung geweihten Mitglieder der Kirche bezeichnet.

  • Ökumene

    Der Begriff „Ökumene“ bezeichnet die um sichtbare Einheit bemühte Verständigung zwischen den getrennten Kirchen der Christenheit.

  • Priester

    Priester sind als Mittler zwischen den Menschen und Gott berufen. In der katholischen Kirche empfangen sie eine besondere Weihe und sind damit zur Feier der Sakramente befähigt. Ob Frauen ein solches Amt übernehmen können, wird kontrovers diskutiert.

  • Reliquien

    Reliquien (lateinisch = Überreste) im kirchlich-technischen Sinn sind die Leiche (das Skelett) von Heiligen oder Teile davon (Primärreliquien), sowie Dinge, die mit ihrem Leben oder Grab Berührung hatten (Sekundärreliquien).

  • Sakrament

    „Nur ein einzig Sakrament kennt die Heilige Schrift, das ist Christus der Herr selbst“, hat Martin Luther einmal gesagt. Jesus ist das sogenannte „Ur-Sakrament“ der Christenheit. Dennoch gibt es in den verschiedenen christlichen Konfessionen unterschiedliche Einzel-Sakramente, die für die Gläubigen je nach Kirche und Konfession eine hohe Bedeutung haben.

  • Scholastik

    Mithilfe der scholastischen Methode versuchte man in den damaligen Klosterschulen, die Philosophie der Antike und die biblische Botschaft in Einklang miteinander zu bringen. Die Scholastiker versuchten ihren Schülern dies mithilfe der Lehre der Kirchenväter beizubringen.

  • Volk Gottes

    Die bleibende Erwählung Israels zum Eigentumsvolk Gottes ist das Zentrum der Gottesoffenbarung an Israel und des jüdischen Selbstverständnisses (Haupttexte: Ex 6, 7; Lev 26, 12; Dtn 26, 16–19).

Katholiken- und Kirchentage

  • Der Katholikentag

    Seit 1950 findet in der Regel alle zwei Jahre in Deutschland ein Katholikentag statt – im Wechsel mit evangelischen Kirchentagen und unterbrochen durch die beiden Ökumenischen Kirchentage von 2003 in Berlin und 2010 in München.

  • Kirchentag

    Der evangelische Kirchentag ist die Großveranstaltung der protestantischen Laien in Deutschland. Alle zwei Jahre kommen sie zusammen, um ein Fest des Glaubens zu feiern und über aktuelle kirchen- und gesellschaftspolitische Fragen zu diskutieren. In diesem Jahr findet der Kirchentag wieder in der ökumenischen Form statt und die Christen treffen sich - wegen der Pandemie digital - unter dem Motto „Schau hin“ .

Herausgerufensein

Kirche (deutsches Lehnwort von griechisch „kyriake“ = dem Kyrios, dem Herrn, Gehörende)

Biblisch

Die christliche Kirche ist in einem leidvollen Trennungsprozess aus der jüdischen Glaubensgemeinschaft ausgeschieden, ohne jemals ihre Verwurzelung im jüdischen Glauben und ihre Übernahme (nicht: Erbe) jüdischen Eigengutes (Gemeinschaftscharakter, Hauptbegriffe, Liturgie, Gebete, Heilige) ignorieren zu können.

Die Entstehung und Existenz der Kirche sind in Israel nicht vorausgesagt oder („typologisch“) vorausbedeutet worden. Der ntl. Begriff für Kirche (griechisch „ekklesia“, wörtlich: das Herausgerufensein, von da her: Versammlung, wie hebräisch „qahal“) umfasst sowohl die Gesamtkirche als auch die Ortskirche (Kirche Gottes in Korinth) als auch die Hauskirche. Absichten Jesu, eine eigene, von Israel getrennte Glaubensgemeinschaft zu gründen, sind nicht erkennbar, auch nicht in der Berufung von Jüngern und Jüngerinnen zur Nachfolge. In den Evangelien begegnet „ekklesia“ im Sinn von „Gesamtkirche“ in der Verheißung an Petrus (Mt 16, 17 ff.) und im Sinn von „Ortskirche“ oder auch Gemeindeversammlung (Mt 18, 17), jeweils einmal, nach exegetischer Auffassung erkennbar nachösterliche Bildungen.

Die ältesten Zeugnisse für eine Kirchengründung, diejenigen bei Paulus, führen die Existenz der Kirche auf das Wirken des Heiligen Geistes zurück (1 Kor 12), noch deutlicher im lukanischen Doppelwerk (Lk 4, 18 21; Apg 2: das Pfingstereignis). Die ersten Lebensäußerungen der Kirche bestanden darin, dass diejenigen Jünger (und Jüngerinnen), die durch die Erscheinungen des auferweckten Jesus die Gewissheit erlangt hatten, dass der Hingerichtete als zu Gott Erhöhter lebt, sich in seine Sendung einbezogen wussten und seine Verkündigung des Evangeliums aufnahmen. Das entscheidende Ereignis der Urkirche war die Entscheidung, sich für „Heiden“ (Heidentum) zu öffnen (Apg 15, 1–29; Gal 2,1–10) und damit die Mission zu bestätigen, die einige im Bewusstsein ihrer Berufung schon vorher begonnen hatten.

Das tiefere theologische Selbstverständnis der Kirche in ntl. Zeit äußert sich in Metaphern, die teils dem jüdischen Sprachgebrauch entnommen, teils spezifisch christliche Neubildungen sind. Die Übernahme von Prädikaten, die Israel gehören, geschah in den ntl. Schriften noch nicht in der Absicht, eine „Beerbung „ Israels zu behaupten; sie bezeugen vielmehr ein Stadium, in dem Israel einfach „aus dem Blick“ geraten war. Dazu gehören die Selbstbezeichnungen als “Volk Gottes“ und als „königliche Priesterschaft“ (3Priestertum). Christlich sind die Metaphern vom Leib (Jesu) Christi, vom Bau und Tempel Gottes (1 Kor 3, 9–17; Eph 2, 19–22; 1 Petr 2, 5; Hebr 3, 6 u. ö.), von der Braut Christi (Offb 19, 7 9; 23, 17; Eph 5, 25 ff.), im johanneischen Schrifttum die Metaphern von Hirt und Herde (Joh 10) und vom Weinstock mit den Rebzweigen (Joh 15). Alle diese Metaphern zeigen, dass die Kirche sich nicht als menschlicher Zusammenschluss von Glaubenden, sondern als Gründung Gottes im Heiligen Geist verstand, mit den Aufgaben, einander im Glauben zu stärken, die Vielfalt der Gaben (Charisma) in den Dienst des Ganzen zu stellen, in der Lebensführung der Berufung als „Heilige“ zu entsprechen und nach „außen“ hin glaubwürdig (durch die „Früchte des Geistes“ ausgewiesen) das Evangelium Jesu Christi zu bezeugen.

Als wesentliche sakramentale Selbstvollzüge der jungen Kirche erscheinen Taufe und Eucharistie, doch sind auch Ansätze zu weiteren Sakramentsbildungen zu erkennen. Diesen Zielen, die als Wille Gottes erkannt und geglaubt werden, dient der immer deutlichere Ausbau kirchlicher Dienste und Ämter (Amt). Während die Apg ein Idealbild des christlichen Gemeinschaftslebens zeichnet, das sowohl konkret nie existiert hat, wird aus Briefen und Evangelien (Mt 18; Joh 20) deutlich, dass die frühe Kirche unter dem Vorkommen massiver Schuld in ihrer Mitte litt, dass Parteien, Spaltungen und (in den „johanneischen“ Brudergemeinden) ein sektenhaftes Konventikelwesen existierten; ferner musste die Identität des Evangeliums mühsam gegen abweichende Interpretationen (Häresien) unter Rückbezug auf die Tradition des Anfangs gesichert werden. So sind auch Anfänge der Bildung des biblischen 3Kanons zu erkennen, in dem sich die frühe Kirche ihre normative Heilige Schrift gab.

Zur Theologiegeschichte

Aus der Zeit der Kirchenväter sind sehr viele Zeugnisse dafür erhalten, wie sich die Kirche des Altertums verstand, die jedoch nirgendwo zu einer Ekklesiologie systematisch zusammengefast wurden. Trotz der großen Unterschiedlichkeit der so weit gestreuten Ortskirchen lässt sich verallgemeinernd sagen, dass die Gemeinden überall im Bewusstsein des von Gott in Jesus Christus geschenkten endgültigen Heils lebten, sich die Heilstaten Gottes unter Lobpreis und Dank in der Eucharistie vergegenwärtigten, das Evangelium wenigstens im Gottesdienst verkündigten und sich in ihrem Leben von den Impulsen des Heiligen Geistes leiten ließen (in den Glaubensbekenntnissen wurde die Kirche immer im 3. Hauptstück, das vom Heiligen Geist sprach, genannt). Das innere „Wesen“ der so als Geheimnis des Glaubens verstandenen Kirche wurde in der Theologie der Kirchenväter mit über das NT hinausgehenden Metaphern umschrieben, die sehr stark vom Gedanken der Rettung aus der verlorenen und dem Untergang zugehenden Welt geprägt waren. Wenn der wirksame Heilswille Gottes in seiner Universalität berücksichtigt wurde, musste das von Gott geschenkte Heil nicht auf die Kirchenmitglieder beschränkt werden. So war es z. B. möglich, von einer Kirche „seit Abel“, also von Heilsmöglichkeiten von Anfang an, zu sprechen. Zugleich mit dieser immer lebendigen und wachsenden Vertiefung in eine „Innensicht“ der Kirche existierten die durch Streit und Abweichungen in der Glaubensinterpretation entstehenden Probleme. Sie führten, verbunden mit organisatorischen Notwendigkeiten, zu einem verstärkten Ausbau der kirchlichen Ämter (Amt, Klerus) und zu zugespitzen Formulierungen der „wahren“ Kirche und ihrer Heilsnotwendigkeit (Ketzertaufstreit, Extra Ecclesiam nulla salus, Donatismus).

Bei Augustinus († 430) finden sich alle positiven Elemente dieser frühen Kirchentheologie, mit einer Betonung des Leib-Christi-Gedankens und der Eucharistie als des Zentrums der kirchlichen Einheit, die aber durch seine Begrenzung der Heilsmöglichkeit auf einige wenige Auserwählte beeinträchtigt werden. Seine Unterscheidung von einer nur leiblichen Zugehörigkeit zur Kirche und einer solchen dem Herzen nach, in der reformatorischen Theologie im Thema der „sichtbaren“ und der „verborgenen“ Kirche weiterwirkend und vom II. Vaticanum positiv aufgegriffen (LG 14), bewahrte ihn davor, Kirche und Herrschaft Gottes zu identifizieren.

Die Ekklesiologie des Mittelalters stand unter zwei Schwerpunktsetzungen, die bis heute Bestand haben: Auf der einen Seite wurde die „Innensicht“ der Kirche theologisch weiter vertieft, vor allem in den christologischen (Jesus Christus als Haupt) und sakramententheologischen Reflexionen der Scholastik, auf der anderen Seite geriet die Ekklesiologie im Zeichen der Befreiung der Kirche von der weltlichen Herrschaft (vor allem seit der Gregorianischen Reform des 11. Jh.) immer stärker unter die Herrschaft des Kirchenrechts (der „Kanonistik“) und seines streng hierarchischen, auf Gehorsam und Unterwerfung bedachten Denkens. Innerkirchlicher Widerstand dagegen, der sich bis zum I. Vaticanum hinzog (vor allem in immer neuen Reformansätzen, Konziliarismus), wurde Zug um Zug gebrochen. Die seit dem Konzil von Konstantinopel 381 geläufigen vier Kennzeichen der Kirche Jesu Christi (Einheit, Heiligkeit, Katholizität und Apostolizität der Kirche) wurden im Sinn einer juridischen, auf den Papst konzentrierten Ekklesiologie formuliert. Einen radikalen Ausdruck für die Heilsnotwendigkeit der sichtbaren Kirche, unterstützt durch die Höllendrohung gegen alle Andersdenkenden, fand das Konzil von Florenz 1442.

Quelle: Herbert Vorgrimler: Neues Theologisches Wörterbuch, Neuausgabe 2008 (6. Aufl. des Gesamtwerkes), Verlag Herder

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