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  • Worte gegen den ZeitgeistBefreiende Buße

    Das Wort Buße hat einen schlechten Klang im gegenwärtigen Christentum. Die Erinnerung daran, dass es eine unverzichtbare Dimension des Christseins bezeichnet, deren Wegfall dieses einer seiner wichtigsten Kraftquellen beraubt, ist weithin verschwunden. Dieser Ausfall findet zwar durch die traumatischen Erfahrungen, die viele der Älteren mit der kirchlichen Bußpraxis machten, eine teilweise Erklärung. Doch erschließt sich auch den Jüngeren, die mit der Rede vom Zorn Gottes über die Sünde und der unheilvollen Situation der Gottferne keine seelischen Erlebnisse mehr verbinden, kein leichterer Zugang zum Geschehen der Buße.

  • Die Beichte als Chance für die Befreiung von Schuld"Darum bekannte ich dir meine Sünde"

    Wenn wir schuldig geworden sind, wird unsere Seele nicht ruhen, bis wir uns unserer Schuld gestellt haben, uns mit ihr auseinandersetzen, zu unserer Schuld stehen und die Wege beschreiten, die uns von der Schuldenlast befreien können. Solange wir das nicht tun, wird die Schuld wie eine Last auf uns und unserer Seele liegen und uns beschweren. Die Beichte, bei der uns die Möglichkeit der Schuldvergebung angeboten wird, kann zu einem befreienden Augenblick werden, an dem unsere Auferstehung stattfindet.

2018

  • Plus Anzeiger für die Seelsorge Heft 7-8/2018 S. 32-36

    Fluch oder SegenSchuldbekenntnis

    Nach einer Sonntagsmesse kam ein Ehepaar gesetzten Alters, das Sonntag für Sonntag in der Messe war, zu mir und erklärte, das Confiteor beim Bußakt am Beginn der hl. Messe nicht mitbeten zu können. Denn zur Sünde gehöre, dass man sich dessen bewusst sei und dennoch das Unrecht tun wolle. Das sei bei ihnen nicht der Fall, folglich würden sie Gott belügen, wenn sie im Gebet Sünden, noch dazu solche schwerer Schuld, bekennen. Diese Rede ernsthaft gläubiger Christen hat mich nachdenklich gemacht.

  • Plus Anzeiger für die Seelsorge Heft 4/2018 S. 28-31

    Wege zu einer Kirche der Versöhnung bahnen„Lasst Euch mit Gott versöhnen“ (2 Kor 5,20)

    Wir glauben an einen Gott, der sich radikal den Menschen zuwendet, der die Versöhnung will und bewirkt. Das ist das Signal unseres Glaubens für alle Menschen in der ganzen Welt und eine Botschaft, die weit über das hinausgeht, was wir an kirchlichen Aktionen in den Blick nehmen. Versöhnung wäre meines Erachtens auch das Thema, das unserer Kirche Glaubwürdigkeit und Relevanz zurückgeben könnte.