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Anzeige: Johannes Röser: Gott? Die religiöse Frage heute

Aktuelle Ausgabe

  • LeserdebatteKirchenschwund und Glaubensverlust

    Nominell wächst das Christentum weltweit, geistig jedoch schrumpft es wie noch nie in seiner Geschichte. Die Selbstgenügsamkeit mit dem Bestehenden „oben“ in den Kirchenleitungen wie „unten“ im Volk Gottes irritiert. Wir laden unsere Leserinnen und Leser herzlich dazu ein, sich an der Diskussion über den Zustand und die Zukunft der Kirche wie des christlichen Gottesglaubens zu beteiligen.

Thema

Foto: KNA

Der Kommunionstreit der deutschen Bischöfe hält nach wie vor an. Es geht um die Pastorale Handreichung, in der sich eine überwältigende Mehrheit der deutschen Bischofskonferenz für einen erlaubten Kommunionempfang konfessionsverschiedener Ehepartner ausgesprochen hatte. Die skeptische Minderheit hat sich mit ihren Bedenken in dieser Angelegenheit schließlich an höchste Instanz gewandt. Zunächst sah es so aus, als halte sich Rom in der Frage zurück, ob evangelische Ehepartner erlaubt die Kommunion empfangen dürfen. Man solle in Deutschland zu einer einmütigen Regelung kommen. Doch kurze Zeit später tauchte ein Brief aus dem Vatikan auf. In Übereinstimmung mit Papst Franziskus hat die Glaubenskongregation die Vorschläge der Mehrheit der deutschen Bischofskonferenz zurückgewiesen. Die Pastorale Handreichung sei nicht reif für eine Veröffentlichung. Diese Entwicklungen führen zu Irritationen und Enttäuschungen unter den Gläubigen. Wie geht es nun weiter?

 Dieser Sonderdruck versammelt Beiträge aus CHRIST IN DER GEGENWART zum Thema, u.a. Stellungnahmen des Münsteraner Theologen Michael Seewald, des Freiburger Moraltheologen Eberhard Schockenhoff sowie der reformierten Züricher Theologin Christina Aus der Au.

Wochenimpuls : Schale der Fülle

Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale, nicht als Kanal, der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt, während jene wartet, bis sie gefüllt ist. Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter, denn sie weiß, dass der verflucht ist, der seinen Teil verringert …

Wir haben heutzutage viele Kanäle in der Kirche, aber sehr wenige Schalen. Diejenigen, durch die uns die himmlischen Ströme zufließen, haben eine so große Liebe, dass sie lieber ausgießen wollen, als dass ihnen eingegossen wird, dass sie lieber sprechen als hören, dass sie bereit sind zu lehren, was sie nicht gelernt haben, und sich als Vorsteher über die anderen aufspielen, während sie sich selbst nicht regieren können.

Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen, und habe nicht den Wunsch, freigebiger als Gott zu sein. Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird sie zur See. Die Schale schämt sich nicht, nicht überströmender zu sein als die Quelle … Du tue das Gleiche! Zuerst anfüllen und dann ausgießen. Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen, nicht auszuströmen…

Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst. Wenn du nämlich mit dir selbst schlecht umgehst, wem bist du gut? Wenn du kannst, hilf mir aus der Fülle; wenn nicht, schone dich.

Bernhard von Clairvaux (1090–1153) in einer Predigt zum Hohelied

 

 

Leserdebatten und Leserumfragen

  • RedaktionsumfrageFaszination Franziskus

    Papst Franziskus fasziniert viele Menschen, besonders auch jene, die der Kirche, dem Christentum und der Religion fernstehen. Was sagen Sie: Was ist das Geheimnis dieses Mannes?

  • RedaktionsumfrageVaterunser

    Im Juli 2017 hat die Zeitschrift CHRIST IN DER GEGENWART eine Umfrage zum Vaterunser gestartet. Bis zum Mai 2018 haben über 17.000 Interessierte daran teilgenommen. Hier präsentieren wir Ihnen die Ergebnisse der Befragung anhand einer Querschnittsauswertung von 2.000 Fragebögen. Die Kommentare der Teilnehmer werden beispielhaft dargestellt.

  • LeserdebatteKirchenschwund und Glaubensverlust

    Nominell wächst das Christentum weltweit, geistig jedoch schrumpft es wie noch nie in seiner Geschichte. Die Selbstgenügsamkeit mit dem Bestehenden „oben“ in den Kirchenleitungen wie „unten“ im Volk Gottes irritiert. Wir laden unsere Leserinnen und Leser herzlich dazu ein, sich an der Diskussion über den Zustand und die Zukunft der Kirche wie des christlichen Gottesglaubens zu beteiligen.

Blog

Siebzig Jahre CHRIST IN DER GEGENWART – für uns war das ein Anlass, dankbar zu sein und in die Zukunft zu schauen. Am 8. September haben wir uns zusammen mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, in Dresden zu einem Kongress getroffen, der die entscheidende Frage stellte: „Gott? – Mut zur Religion in der modernen Gesellschaft“.

 Als Referenten für unsere Tagung konnten wir die Passauer Politikwissenschaftlerin Barbara Zehnpfennig, den Münsteraner Theologen Michael Seewald und den Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers gewinnen. Auch unsere langjährigen Autoren Gotthard Fuchs, der deutsch-iranische Dichter SAID und Christian Heidrich waren zu hören.