Schwarz auf weiß auf Papier

Google, Microsoft, Facebook, Instagram und Co. sind die neuen Hierarchen der neuen digitalen Weltordnung. Deren Algorithmen bestimmen, was der Einzelne zu Gesicht bekommt. Sie behaupten – angeblich aufklärend –, was „alle Welt“ weiß, diskutiert oder zu wissen und zu diskutieren hat. Vor allem was zu meinen ist. Nur was dort verhandelt wird, gilt als real. Zumindest wird ein solcher Eindruck erweckt. Wenn auch die digitale Massenorganisation von „Weisheit“ massenhaft faktisch Fake News produziert, schenkt eine willfährige Milliarden-Gemeinde dem allzugern Glauben, um bald darauf schon wieder anderes zu glauben. Aufklärung über die selbsternannten Aufklärer – wo bleibst du?

Es gibt allerdings die Möglichkeit, sich der Meute der Alleswisser beziehungsweise Allesbehaupter zu entziehen. Und sei es auch nur aus Trotz, indem man sich der Langsamkeit anvertraut, dem Nachsinnen in einer sich bedächtig voranblätternden Einsamkeit. Lesen! In Büchern. Wo die Welt tönt und bebt und Wichtigkeit über Wichtigkeit wichtigtuerisch streut, hilft manchmal nur noch der Entzug durch Entweltlichung per Unglauben. Ungläubig schauen, was immer noch schwarz auf weiß auf Papier geschrieben steht, als gelte es für die Ewigkeit, zumindest für einen Hauch davon. Eigentlich muss man es nur mit sich selbst aushalten und mit einem Produkt, das schwer in der Hand liegt und ansonsten eher schwere Kost bietet, zum Beispiel über Gott oder das Letzte. Etwas zum Kauen über so manches Wort, das nicht von einem Augenblick auf den anderen schon wieder verfliegt.

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