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Katholische Sexualmoral im UmbruchDossier

Inhalt
Erscheinungstermin PDF: 2018
Bestellnummer PDF: D100201

Nach dem Missbrauchsskandal wird angesichts des in der Kirche weiterhin stark tabuisierten Themas Sexualität intensiver über Defizite der katholischen Sexuallehre gesprochen. Inzwischen haben sich eine Reihe von Moraltheologen und Sozialethiker zu Wort gemeldet und fordern neue Akzentsetzungen – nicht zuletzt um angesichts einer ungenügenden Auseinandersetzung mit den Realitäten die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche zurückzugewinnen.

Wir haben Ihnen in diesem Dossier wichtige jüngere Beiträge der Herder Korrespondenz zu den Diskussionen über die katholische Sexualmoral nach dem Missbrauchsskandal zusammengestellt.

Über dieses Paket

Leitartikel

  • Plus Herder Korrespondenz Heft 3/2014 S. 109-111

    LeitartikelSind Christen intolerant?

    Beim Thema Homosexualität sollte sich die katholische Kirche ihrer langen und schmerzvollen Lerngeschichte in Sachen Toleranz/Intoleranz und Diskriminierung stellen. Denn dann könnte sie in einem verbindlichen Dialog der verschiedenen geistig-ethischen Überzeugungen und selbstverständlich auch im offenen Gespräch mit Menschen unterschiedlicher sexueller Identität und Orientierung ihre heutige Position besser klären und erklären und würde so wieder mehr Gehör in der Gesellschaft wie unter den eigenen Gläubigen finden. Die Duldung und ehrliche, angstfreie Auseindersetzung mit anderen Standpunkten schließt dabei sicher nicht aus, die eigene Position aufrechtzuerhalten und mit guten und vernünftigen Argumenten zu begründen beziehungsweise zu verteidigen: Warum etwa für die Kirche Ehen, der Ausrichtung auf Nachkommenschaft und Familiengründung wegen, eine besondere Bedeutung haben und wie sie die Ehe von Mann und Frau fördern und unterstützen will ohne andere Lebensformen zu diskriminieren.

Blickpunkt

  • Plus Herder Korrespondenz Heft 5/2015 S. 229-233

    Zum Prinzip der Gradualität im Kontext der FamiliensynodeDas Prozesshafte in der Lebensführung

    Ein theologischer und auf der Außerordentlichen Synode im Oktober letzten Jahres kontrovers debattierter Vorschlag, den gelebten Lebenswirklichkeiten und dem praktischen Selbstverständnis von Menschen in moralischer und religiöser Hinsicht besser gerecht zu werden, basiert auf der theologischen Grundfigur der Gradualität. Mit ihr soll die Prozesshaftigkeit in der moralisch-religiösen Selbstbildung und Lebensführung in den Blick genommen werden.

  • Plus Herder Korrespondenz Heft 7/2008 S. 335-340

    Lagebericht zu einer schwierigen theologischen BaustelleVerantwortlich gelebte Sexualität

    Der vielfach geäußerte Eindruck, es sei in der moraltheologischen Reflexion in puncto Sexualethik seit vier Jahrzehnten alles beim Alten geblieben, ist zu oberflächlich. Eine gewisse Stagnation hängt mit dem Konflikt um die vor 40 Jahren von Paul VI. veröffentlichte Enzyklika „Humanae Vitae” zusammen. Einen Ausweg eröffnet der Ansatz beim Wesentlichen und Prinzipiellen.

Interview

  • Plus Herder Korrespondenz Heft 3/2016 S. 17-20

    Der Theologe und Psychiater Manfred Lütz im GesprächDie Kirche ist keine Moralanstalt

    Franziskus hilft , Blockaden in der katholischen Kirche zu lösen. Natürlich irritiert es auch rechts wie links des Weges, wenn ausgefahrene Geleise verlassen werden. Franziskus ändere nicht die Richtung, aber er ändere die Sicht auf die Kirche, indem er beherzt den Blick auf das Wesentliche des christlichen Glaubens lenke, sagt der Psychiater, Psychotherapeut und Theologe Manfred Lütz. Und im Zentrum des christlichen Glaubens stehe nicht die Moral. Die Fragen stellte Volker Resing.

  • Plus Herder Korrespondenz Heft 3/2013 S. 123-127

    Ein Gespräch mit der Tübinger Ethikerin Regina Ammicht Quinn„Kultivierungdes Begehrens“

    Zuletzt hat sich mit der im deutschen Feuilleton geführten Sexismusdebatte die Frage nach der moralischen Bewertung, nach neuen Regeln und Normen für sexuelle oder erotische Beziehungen gestellt. Nach welchen Maßstäben kann eine (Re-)Kultivierung der Sexualität geschehen und welchen Beitrag kann die Kirche, eine christliche Sexualmoral noch dazu leisten? Darüber sprachen wir mit der Tübinger Ethikerin Regina Ammicht Quinn. Die Fragen stellte Alexander Foitzik.

Essays

  • Für einen Perspektivenwechsel in der Beurteilung der HomosexualitätEine Form des Liebens

    Wenn Homosexuelle eine Liebesbeziehung eingehen, dann gehört wie bei allen anderen die Sexualität zur Realität dieser Beziehung. Ihre Sexualität kann zwar nicht die Möglichkeit der Zeugung ausschöpfen. Da es in der Sexualität aber nicht lediglich um den Natur-Zweck geht, behält sie ihre sittliche Würde, wenn sie in eine personale Beziehung integriert ist. Daher wird die moralische Verurteilung der homosexuellen Form der Liebe nicht als Leibfeindlichkeit, sondern als Liebesfeindlichkeit empfunden.

  • Wie sich die Debatten um die Sexualmoral in Theologie und Ethik verändernNicht nur ein Etikettenwechsel

    Zu einem wichtigen Feld der Moral wird sexuelles Handeln erst dadurch, dass es mit Beziehungen verquickt wird: Sexuelles Fühlen und Handeln lässt sich erst insofern als moralisches beziehungsweise unmoralisches glaubhaft machen, als es Respekt vor der Autonomie Anderer, Vertrauen, Einverständnis und Verlässlichkeit, Verantwortung für gezeugtes Leben und gute Elternschaft, Gerechtigkeit in der Verteilung von Lasten und Pflichten der Partner thematisiert.

  • Plus Herder Korrespondenz Heft 3/2013 S. 128-132

    Ob die Notfallkontrazeption nach Vergewaltigung verbotensein mussHalbierte Hilfe?

    Nachdem eine vergewaltigte Frau in der Notfallannahme zweier katholischer Krankenhäuser abgewiesen wurde, ist eine Debatte darüber entstanden, wie die Verabreichung der so genannten „Pille danach“ zu bewerten ist. Wie sind Präparate – angesichts des sonst vom Lehramt der katholischen Kirche immer wieder unterstrichenen absoluten Verbots – zu bewerten, wenn sie in diesem Fall eine Empfängnis verhindern? Und wie, wenn sie die Einnistung scheitern lassen beziehungsweise abtreibend wirken?

Autoren/-innen

  • Foitzik, Alexander

    Alexander Foitzik

    Alexander Foitzik, Dipl. theol., geboren 1964 in Heidelberg. Studium der Katholischen Theologie in Freiburg und Innsbruck. Von 1992 bis 2015 Redakteur der Herder Korrespondenz. Seitdem als Studienleiter an der Katholischen Akademie Freiburg tätig.

  • Sautermeister, Jochen

    Prof. Jochen Sautermeister

    Jochen Sautermeister wurde 1975 geboren und ist Professor für Moraltheologie der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Bonn. Vorher war er Inhaber der Stiftungsprofessur für Moraltheologie unter besonderer Berücksichtigung der Moralpsychologie an der katholisch-theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München.

  • Hilpert, Konrad

    Prof. Konrad Hilpert

    Konrad Hilpert (geb. 1947) war ab 2001 Lehrstuhlinhaber für Moraltheologie an der Katholisch- Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians- Universität München; von 2004 bis 2005 und 2007 bis 2009 Prodekan der Fakultät; von 2005 bis 2007 und 2009 bis 2011 Dekan. Von 1990 bis 2001 war Hilpert Inhaber einer Professur für Praktische Theologie und Sozialethik am Institut für Katholische Theologie der Universität Saarbrücken.

  • Lütz, Manfred

    Manfred Lütz

    Manfred Lütz (geb. 1954) ist Psychiater und katholischer Theologe. Er ist Mitglied des Päpstlichen Rates für die Laien, und Berater der Vatikanischen Kleruskongregation.

  • Ammicht Quinn, Regina

    Prof. Regina Ammicht Quinn

    Regina Ammicht Quinn (1957) hat katholische Theologie und Germanistik studiert. Promotion 1990, Habilitation 1998 („Körper, Religion und Sexualität. Theologische Reflexionen zur Ethik der Geschlechter“, Mainz 1999). Sie ist seit 2005 apl. Professorin für Theologische Ethik am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen, dem sie seit 1999 angehört. Sie ist Mitglied im Vorstand des IZEW und Leiterin des Arbeitsbereichs „Ethik und Kultur“ sowie des Forschungsschwerpunktes Sicherheitsethik. Von Februar 2010 bis Mai 2011 war sie im Ehrenamt Staatsrätin für interkulturellen und interreligiösen Dialog in ¬Baden-Württemberg.

  • Orth, Stefan

    Stefan Orth

    Stefan Orth, Dr. theol. (geb. 1968), Studium der Katholischen Theologie in Freiburg, Paris und Münster. 1998 Promotion. Seit 1998 Redakteur der Herder Korrespondenz, seit 2014 stellvertretender Chefredakteur.

  • Ernst, Stephan

    Prof. Stephan Ernst

    Stephan Ernst (geb. 1956) ist seit 1999 Inhaber des Lehrstuhls für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Würzburg. Mitglied des Klinischen Ethik-Komitees von mehreren Krankenhäusern, aktuell in Schweinfurt und Würzburg. Seit Oktober 2011 Berater der Unterkommission „Bioethik“ der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz.

  • Goertz, Stephan

    Stephan Goertz

    Stephan Goertz wurde 1964 geboren. Er ist Professor für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Zuvor war er von 2004 bis 2010 Professor für Sozialethik/Praktische Theologie an der Universität des Saarlandes.