Heft 1/2019

Inhalt
1. Auflage 2018
Bestellnummer: Z170049
Erscheinungstermin PDF: 2018
Bestellnummer PDF: D100219

Der Berliner Kunsthistoriker Horst Bredekamp macht sich Sorgen, dass das geplante Kuppelkreuz auf dem Berliner Humboldt-Forum doch noch verhindert werden könnte. „Es gilt zwar der unumstößliche Beschluss, dass das Schloss originaltreu wieder aufgebaut wird, und das bedeutet: mit Kreuz“, sagte Bredekamp, der einer der drei Gründungsintendanten des Humboldt Forums war, im Interview der Januar-Ausgabe. „Aber die Nervosität bei den politischen Entscheidungsträgern ist wegen der Kolonialismusdebatte übergroß.“
 

Der Blickpunkt des neuen Heftes beschäftigt sich mit der aktuellen Antisemitismus-Diskussion. Der Historiker Wolfgang Benz, einer der renommiertesten Totalitarismus-Forscher der Welt, widerspricht darin dem allgemeinen Eindruck, der Judenhass erlebe eine Renaissance in Deutschland. „Von einer ,Pogromstimmung in Deutschland‘ zu reden, die Wiederkehr des Novembers 1938 zu beschwören, einen Tsunami von ,neuem Antisemitismus‘ zu mutmaßen“, sei „kontraproduktiv“, schreibt Benz. Die Verbreitung antisemitischer Haltungen in Deutschland sei aus wissenschaftlicher Sicht seit Jahren konstant geblieben. „Dramatisch verändert hat sich dagegen die Einstellung der Deutschen gegenüber Ausländern“, so Benz.
 

Unterdessen erwartet der Arbeitsrechtler Ansgar Hense vor dem Hintergrund der jüngsten Urteile des Europäischen Gerichtshofs über den Umgang der Kirche mit Arbeitnehmern eine Reform des kirchlichen Arbeitsrechts. Die aktuelle Rechtsprechung erzeuge einen „Veränderungsdruck“ und biete einen Anreiz, „über die religiös-theologischen Dimensionen des kirchlichen Dienstes grundlegend neu nachzudenken“, argumentiert er in seinem Beitrag.

Über diese Ausgabe

Auftakt

  • Plus S. 1

    Das Muster der Debatte

    Der UN-Migrationspakt zeigt: Je rascher die öffentliche Meinung kippt, desto wichtiger werden besonnene Politiker.

Leitartikel

  • Plus S. 4-5

    Mühsamer Perspektivenwechsel

    Schon seit dem Jahr 2010 war in der katholischen Kirche in Deutschland die Rede von einer Missbrauchskrise, die zum Umdenken animieren müsse. Die Reaktionen auf die Veröffentlichung der von den deutschen Bischöfen in Auftrag gegebenen MHG-Studie offenbaren, wie schwierig es weiterhin ist, auf die Vorkommnisse aus der Sicht der Opfer zu schauen – und dann auch die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

Gastkommentar

  • Plus S. 6

    Falsche Feinde

    Wir dürfen den Islam nicht anders behandeln als andere Religionen. Das heißt aber auch: Wir dürfen Kritik üben. Eine Vorschlagsliste.

Kommentar

Porträt

  • Plus S. 8

    AKK: Die Un-Beliebige

    Annegret Kramp-Karrenbauer ist nicht die Mini-Merkel, als die manche sie mögen und andere sie ablehnen. Vielmehr bringt sie ein neues normatives Denken zurück in die Politik. Für die entkirchlichte Gesellschaft dürfte das anstrengend werden.

Aktuell

  • Plus S. 9-10

    Österreich: Debatte um Migration hält an

    Widerstand gegen die Flüchtlings- und Migrationspolitik im Land bleibt Thema Nummer eins in der katholischen Kirche Österreichs. Aber auch rund um Bischofsernennungen trat und tritt Markantes zu Tage.

  • Plus S. 11-12

    Bistumsverwaltungen: Profis statt Priester

    In der Erzdiözese München und Freising soll es in Zukunft einen Laien als Amtschef an der Spitze des Ordinariats geben. Im Bistum Eichstätt ist so ein Schritt schon länger geplant. Und auch andere Diözesen scheinen der Idee gegenüber nicht abgeneigt zu sein.

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