Hier geht’s um die WurstDem Metzger bei der Arbeit über die Schulter schauen

Die Kinder der Städtischen Kita Jahnstraße in Burladingen besuchen den dortigen Metzger und unterstützen ihn bei der Produktion von Wiener Würstchen.

An der Füllmaschine machen die Kinder mit Unterstützung der Metzgers eigene Wurst
An der Füllmaschine machen die Kinder mit Unterstützung der Metzgers eigene Wurst© Heike Pfister

Beim gemeinsamen Mittagessen kam in unserer Gruppe die Frage auf, woher unser Essen kommt, wer Wiener Würstchen herstellt und wie diese entstehen. Um Antworten zu finden, fragten die Kinder unsere Hauswirtschaftskraft. Diese entgegnete ihnen prompt, dass Metzger Buck das Essen kocht und dieser auch die Wiener Würstchen herstellt. Die Kinder schnappten daraufhin das Telefon und riefen den Metzger an, um ihn zu fragen, ob wir ihn in seiner Metzgerei besuchen dürften. Er überlegte nicht lang und lud uns ein, gemeinsam mit ihm Wiener Würstchen herzustellen. Wir vereinbarten also einen Termin und machten uns auf den Weg zur Metzgerei. Mit den Eltern der Kinder, die kein Schweinefleisch essen dürfen, weil ihre Religion es untersagt oder die Familie auf den Verzehr von Fleisch verzichtet, klärten wir zuvor, ob die Kinder zum Zuschauen mitkommen durften.

Zu Gast beim Metzger

Der Metzger öffnete uns in seiner Arbeitskleidung die Tür. Denn bei der Nahrungsmittelherstellung spielt Sauberkeit eine große Rolle, erklärte er uns. Deshalb band sich auch jedes Kind eine Schürze um und setzte eine Mütze auf. Bevor wir in die Wurstküche gingen, wuschen sich alle gründlich ihre Hände – das ist Pflicht. Die Kinder wollten wissen, welche Zutaten der Metzger für die Würstchen verwendet, woraufhin er Schweinefleisch, Fett, Eis, Gewürze und Därme aufzählte.
Mit einer großen Waage wog er die Zutaten ab, bevor eine Maschine – ähnlich einem Fleischwolf – das Fleisch und das Fett zu Mett zerkleinerte. Um unsere Ohren vor der Lautstärke zu schützen, benutzen wir alle Ohrstöpsel.

Der Fleischkutter zerkleinert und mischt

Das zerkleinerte Mett füllte der Metzger nun zusammen mit dem Eis und den Gewürzen in den Kutter. Der Kutter zerkleinert das Mett so lange, bis ein saftiges Brät entsteht. Die Kinder wollten wissen, warum der Metzger Eis hinzugibt. Er erklärte, dass die Zugabe von Eis wichtig ist, damit sich die Fleischmasse während der Herstellung nicht zu sehr erhitzt und das Eiweiß nicht gerinnt.

Die Füllmaschine drückt

Als Nächstes gab der Metzger das fertige Brät in den riesigen Trichter der Füllmaschine. Er erklärte den Kindern, dass die Maschine selbst genau weiß, wie viel Brät sie in den Schafsoder Ziegendarm drücken soll, damit ein Wiener Würstchen entsteht. Der Darm lag in einer großen Wanne bereit und bevor Metzger Buck den Darm mit der Maschine befüllte, schauten wir ihn mit den Kindern genau an. Natürlich musste der Metzger den Darm noch saubermachen. Er schwenkte ihn in der großen Wanne hin und her und reinigte ihn somit. Jetzt halfen die Kinder mit. Nacheinander befüllte jeder, der mochte, ein Stück Darm. Der Metzger unterstützte jedes Kind mit dem Gefühl für den richtigen Druck. Er achtete darauf, dass der Darm nicht riss oder wegrutschte. Die fertigen Würstchen hingen die Kinder auf Spießen auf.

Die Räucherkammer gart

Nun schob Metzger Buck den Wurstwagen, auf dem die Wiener Würstchen hingen, in die Räucherkammer. Wiener Würstchen werden üblicherweise in einem Heißrauchverfahren geräuchert. Das bedeutet, dass die Maschine sie zuerst räuchert und anschließend brüht. Aber wie kommt der Rauch in die Kammer? Brennt da ein Feuer? Der Metzger erklärte uns, dass das Feuer quasi unsichtbar ist. Ein Raucherzeuger entfacht den Rauch in der Kammer. Eine Art Ventilator wälzt die Luft um, die mit Frischluft, Rauch, Befeuchtungsdampf, Kühlung und Entfeuchtung versetzt wird. Über unterschiedliche Programme steuert der Metzger, wie stark die Maschine rötet, raucht, kocht usw. Jetzt hieß es abwarten, denn es dauert mehrere Stunden bis die Würstchen fertig sind.

Die Würstchen verkosten

Nach getaner Arbeit probierten die Kinder schon fertige Wiener Würstchen. „Unsere“ Würstchen holten die Eltern der Kinder im Laufe des Tages im Geschäft ab. Zurück in der Kita tauschten wir uns über den Besuch beim Metzger aus, und die Kinder hielten unsere Erlebnisse in Form von Zeichnungen fest. Sie malten die Maschinen und vollzogen so die einzelnen Stationen des Herstellungsprozesses noch einmal nach.

So könnte es weitergehen

Wo kommt eigentlich das Fleisch her, das der Metzger für die Wurst verwendet? Mit dieser oder einer ähnlichen Frage könnte es weitergehen, wenn die Kinder den Herstellungsprozess von Wurst von Beginn an erkunden wollen. Ein Besuch auf einem Bauernhof, der den Metzger beliefert, könnte das nächste Ausflugsziel sein, um zu schauen, wie die Schweine dort leben.  

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