„Mit Papa in der Kita zu essen, finde ich toll“Kinderrechte einfach erklärt

© Maria Mikhaylichenko - Shutterstock

Jeden Nachmittag gibt es eine gemeinsame Pause in der Gruppe: die Obstpause. Die Kinder kommen zusammen, essen einen kleinen Snack, tauschen sich über den Tag aus oder besprechen wichtige Themen für die folgende Woche. Häufig kommen Eltern dazu, die ihre Kinder abholen. „Komm, Papa, du kannst auch noch mitessen“, lädt ihn Mia eines Tages ein.
Die pädagogischen Fachkräfte greifen die Äußerung auf und fragen bei den Kindern nach, ob sie sich eine gemeinsame Obstpause mit den Eltern wünschen. Wie könnte diese aussehen? Was bräuchten sie dafür? Die Kinder sind einstimmig für die neuen Elternobstpausen in der Kita und machen sich mit Erzieher*innen an die Planung und Umsetzung. Das Angebot kommt an. Im Laufe der Zeit übernehmen Eltern abwechselnd die Organisation, laden andere Eltern ein und denken sich Mottos aus, wie zum Beispiel: „Heute essen wir nur Rotes“ oder „Heute essen wir mit Oma und Opa“.
Angebote wie dieses oder Elterncafés setzen voraus, dass sich Eltern daran beteiligen können und möchten sowie sich Zeit dafür nehmen. Es ist hilfreich, zunächst nur einzelne Eltern einzubeziehen und sie bei der Umsetzung zu unterstützen. Zum Beispiel, indem ein Raum, Geschirr oder benötigtes Material zur Verfügung gestellt wird. Neue Familien können persönlich eingeladen und das Angebot an Elternabenden vorgestellt werden. Wann und wie oft Eltern in die Kita einladen und aktiv daran teilnehmen möchten, das entscheiden die Väter und Mütter selbst. Die Betreuung der Kinder, deren Eltern nicht teilnehmen können, übernehmen die Fachkräfte. Die Zuständigkeit der Organisation wechselt von Mal zu Mal.

Was macht die Methode besonders?

Wenn Eltern in die Kita kommen, nehmen sie die Möglichkeit wahr, ihrem Kind zu vermitteln: „Du und das, was du erlebst, ist mir wichtig und ich möchte daran teilhaben.“ So erfährt das Kind Interesse an dem, was es erlebt und ihm wichtig ist. Dahinter steht das Recht des Kindes auf „elterliche Fürsorge“ und auf ein gutes Leben. Gleichzeitig fördert das gemeinsame Zusammenkommen den elterlichen Austausch untereinander und mit pädagogischen Fachkräften. Das stärkt auch die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft.

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