"Ich darf entscheiden, womit ich spiele"Kinderrechte im Kita-Alltag umsetzen (10)

Ich darf entscheiden, womit ich spiele.
© ÄDIKO e. V., Kiel

Anlässlich der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November 1989 feiern wir diesen Tag als „Tag der Kinderrechte“ in den Pädiko-Einrichtungen. Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, diese Konventionen für die Kinder erfahrbar zu machen und ihnen aufzuzeigen, dass ihr Tun und ihre Meinung Bedeutung haben und sie etwas bewirken können. 

Damit dieser Tag genau so wird, wie die Kinder es sich vorstellen, planen wir ihn mithilfe der Methode „Verrückter Tag“1 . Dabei wird der gesamte Tagesablauf ausschließlich von den Kindern geplant und organisiert. Die Fachkräfte greifen bei der Ideensammlung nur dann ein, wenn die Sicherheit oder die Aufsicht der Kinder gefährdet sein könnte. Zusätzlich werden die Eltern laufend über den Prozess und die Gedanken der Kinder informiert, damit sie bei der Umsetzung des Tages unterstützen können. An einer Pinn- oder Plakatwand sammeln die Kinder über mehrere Wochen ihre Wünsche und Ideen für den „Verrückten Tag“ (Beispiele aus den vergangenen Jahren: „Die Erwachsenen dürfen nicht NEIN sagen“, „Jede*r kommt, wann er/sie will“, „Es gibt keine Kreise, wir können den ganzen Tag spielen“, „Die Erwachsenen machen den Tischdienst“, „Wir essen unter dem Tisch“). Dabei können sie eigene Zeichnungen anfertigen oder mithilfe der Fachkräfte ihre Ideen aufschreiben lassen. So ist die Planung für alle sichtbar und inspiriert zum gemeinsamen Gedankenaustausch. Je nach Umsetzungsideen der Kinder beginnt die konkrete Planung bis zu zwei Wochen vorher im Rahmen der Kinderkonferenz oder anderer Zusammenkünfte. Ideen müssen verworfen, diskutiert und abgestimmt werden. Die dann anfallenden Aufgaben werden je nach Möglichkeiten verteilt, wobei die Hauptorganisation weiterhin bei den Kindern liegt. Am Tag der Kinderrechte werden die Ideen der Kinder umgesetzt. Natürlich kann der „Verrückte Tag“ an jedem beliebigen Zeitpunkt im Jahr stattfinden. 

Was macht die Methode besonders?

Die Methode „Verrückter Tag“ ermöglicht es die Ideen und Vorstellungen der Kinder mit einem hohen Maß an Selbstbestimmung konkret umzusetzen. Dabei geht es vor allem darum, von Regeln, Strukturen und Abläufen abzuweichen und Raum und Zeit für Spiel und Erholung zu geben. Die Wünsche der Kinder machen uns Fachkräften auch deutlich, mit wie vielen Grenzen und Entscheidungen der Erwachsenen das Leben der Kinder gelenkt wird. Im Rahmen des „Verrückten Tages“ werden die kindlichen Bedürfnisse nach selbstbestimmten Handlungen und nach freier Zeit deutlich und umsetzbar. Die Organisation bereitet den Kindern Freude und stärkt sie in ihrer Selbsttätigkeit und Selbstwirksamkeit. 

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