Mich hat mal jemand am Nacken gekitzelt. Das wollte ich nicht!Kinderrechte im Kita-Alltag umsetzen (9)

Mich hat mal jemand am Nacken gekitzelt. Das wollte ich nicht!
© PÄDIKO e. V., Kiel

Kinder in ihrer eigenen Körperwahrnehmung zu stärken und zu ermutigen, für sich zu erkennen und zu benennen, was sich gut anfühlt und was nicht, ist eine entscheidende Grundlage für die Stärkung des Rechts auf Schutz vor Kindeswohlgefährdung. Mithilfe der Methode „Körperbild – was ich mag und was nicht“ können Kinder ab 3 Jahren spielerisch und selbstbestimmt an dieses Thema herangeführt werden.
Hierfür ist Ruhe notwendig, um ihren Körper besser wahrnehmen zu können, zum Beispiel mit einer Entspannungsübung wie der Pizza-Massage1 . Welche Körperteile kennen sie? Wie fühlen die sich an? Darüber spricht die Fachkraft mit den Kindern.
Für die Methode können zwei Magnettafeln2 verwendet werden, auf denen jeweils ein Junge und ein Mädchen abgebildet sind. Dazu gibt es rote und grüne Magnete. Alternativ können kindgerechte Abbildungen, zweifarbige Stifte oder Karten genutzt werden. Jede*r, der/die möchte, darf erzählen, wo er/sie sich gerne berührt. Anschließend geht es darum, wo man von anderen Menschen gerne berührt werden mag und wo man nicht angefasst werden mag. An die Körperstellen, an denen man gerne berührt wird, setzt man die grünen Magnete, und dort, wo man nicht angefasst werden möchte/mag, die roten.
Wichtig ist es, währenddessen mit den Kindern im Gespräch zu sein und mit Fragen und Anregungen das Gespräch zu leiten: Darf dich jede*r dort anfassen? Was kannst du tun, wenn dich jemand an einer Körperstelle berührt, wo du es nicht magst/ möchtest? Gibt es Unterschiede von Kind zu Kind? Gibt es Unterschiede zwischen Streicheln, Kitzeln oder Berühren?

Was macht die Methode besonders?

Den Kindern kann bewusst gemacht werden, dass sie selbst über sich und ihren Körper entscheiden. Sie nehmen ihren Körper wahr, spüren und erkennen Grenzen und lernen sie zu äußern. Zusätzlich erfahren sie, was sie tun können und welche Rechte sie haben, wenn jemand ihre Grenzen missachtet. Die Selbstwahrnehmung und das Selbstvertrauen werden gestärkt, die Visualisierung führt dazu, Grenzen anderer zu sehen und wahrzunehmen.

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