"Im Krieg kann ich nicht draußen spielen"Kinderrechte im Kita-Alltag umsetzen (4)

Im Krieg kann ich nicht draußen spielen
© PÄDIKO e. V., Kiel

Layla erzählt, dass sie lange nicht mehr ihre Familie im Jemen besuchen konnte. Dort ist Krieg und sie dürfen zurzeit nicht hinfliegen. Die anderen Kinder sind neugierig und fragen nach: „Was heißt Krieg?“ Layla erzählt, dass man im Krieg eingesperrt werde und die Kinder nicht rauskönnten zum Spielen. Außerdem ist es wichtig, zu erwähnen, dass viele Kinder nicht genug zu essen haben. Die anderen Kinder vergleichen das Erzählte mit ihrer Situation. Die Fachkraft, die mit am Tisch sitzt, begleitet das Gespräch und unterstützt die Kinder darin, das von Layla Beschriebene einzuordnen.
Immer wieder fließen Ereignisse von Layla, die sie und ihre Familie auf der Flucht erlebt haben, in Rollenspiele und Erzählungen ein. Die anderen stellen Fragen und machen sich Gedanken über das Weltgeschehen. Philosophieren mit Kindern greift deren Bedürfnis auf, über Erlebtes zu sprechen, um es besser zu verstehen. Die dialogische Methode drückt eine pädagogische Haltung der Fachkräfte ganz besonders aus: echtes Interesse an der Perspektive von Kindern. Im Dialog werden Gedanken, Ideen und Vorstellungen ausgetauscht. Den manchmal schwer zu beantwortenden Fragen der Kinder wird nicht ausgewichen. Gespräche über bewegende Themen wie Krieg können auf Wunsch eines einzelnen Kindes oder einer Kleingruppe geführt werden. Die Fachkraft ist sensible*r Moderator*in und Impulsgeber*in. Sie stellt offene Fragen und fasst die Gedanken der Kinder zusammen. Dabei ist es hilfreich, weiterführende Frage bereitzulegen, zum Beispiel: „Was würde passieren, wenn ...?“ – „Was denkst du über ...?“ – „Was würdest du tun, wenn ...?“ – „Woran denkst du, wenn ...?“ Wichtig dabei ist, dass die Themen von den Kindern selbst eingebracht werden. Auch über die Dauer des Philosophierens bestimmen sie.

Was macht die Methode besonders?

Während des Philosophierens suchen Fachkräfte und Kinder gemeinsam nach Antworten auf komplexe Fragen des Lebens. Sensible Themen wie Krieg- und Fluchterfahrungen werden durch gemeinsame Nachdenk-Gespräche bearbeitet und begleitet. Kinder, die Traumatisches erfahren haben, erleben einen geschützten Ort, an dem sie mit ihrer Lebensgeschichte angenommen und gehört werden.

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