Mich gibt es so nur ein einziges MalKinderrechte im Kita-Alltag umsetzen (8)

Mich gibt es nur ein einziges Mal
© PÄDIKO e. V., Kiel

Oh, heute war ich Stubenhocker!“ Freudig erzählt Frederik seinen Eltern beim Abholen, was er in der integrativen PÄDIKO Kita „Kaleidoskop“ in Kiel bei den „Stubenhockern“ Spannendes erlebt hat. Gemeinsam mit einem oder mehreren Kindern der Gruppe wird Frederik zusammen mit anderen Kindern mit Beeinträchtigung regelmäßig von einer Heilpädagogin/einem Heilpädagogen gefördert.

Egal, welche Voraussetzungen Kinder mitbringen – jedes hat das Recht, ungeachtet seiner körperlichen, seelischen und geistigen Entwicklung und seines religiösen, kulturellen Ursprungs akzeptiert und Teil der Gruppe zu sein. Dabeisein und Mitmachendürfen ermöglichen dem Kind, dass es je nach Bedarf Hilfen erhält, die seine Entwicklung, Lebensentfaltung und Teilhabe fördern. Das „Stubenhocker“-Angebot findet mehrmals pro Woche statt und dauert etwa eine Stunde. Das Kind mit Förderbedarf sucht sich seine Partner*innen für das Angebot aus und „lädt“ diese dazu ein. Die anderen Kinder der Gruppe sind zu der Zeit nicht in der Einrichtung. Das Interesse des Kindes und sein aktueller Entwicklungsstand bilden die Basis für das jeweilige Angebot. Einen Ausklang findet das Angebot durch eine von den Kindern frei gewählte Freispielzeit.

Was macht die Methode besonders?

Die Methode „Stubenhocker“ macht besonders, dass sowohl die individuelle Förderung für das Kind mit Beeinträchtigung (etwa im Bereich der Motorik oder Sprache) gegeben ist als auch Entwicklungsbereiche wie der Beziehungsaufbau aller beteiligten Kinder unterstützt und gefördert wird. Die anwesenden Kinder gestalten aktiv die Situation mit und lernen voneinander. Durch das Herausstellen des Angebotes als etwas Wichtiges („Wer darf heute Stubenhocker sein?“) ist dieses bei allen Kindern sehr beliebt. Die Förderung des Einzelnen wird so zu etwas Besonderem für alle Kinder und gleichzeitig zu etwas Alltäglichem, da es in den Alltag integriert ist. Durch die Abwesenheit der anderen Kinder kann die Umgebung entsprechend vorbereitet werden und begünstigt den Förderungsprozess. Das „Alleinsein“ in der Einrichtung bietet dem beeinträchtigten Kind eine „Entschleunigung“ vom Gruppengeschehen, sodass eine fokussierte Förderung ohne Ablenkung stattfinden kann.

Anzeige
Anzeige: Meine Bibelgeschichten

Der Newsletter für Erzieher*innen und Leitungskräfte

Ja, ich möchte die kostenlosen Newsletter zum kindergarten heute Fachmagazin und/oder Leitungsheft abonnieren und willige somit in die Verwendung meiner Kontaktdaten zum Zwecke des eMail-Marketings des Verlag Herders ein. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen.