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Joachim Gauck: Toleranz: einfach schwer

Barmherzigkeit für wiederverheiratete GeschiedeneDossier

Inhalt
Erscheinungstermin PDF: 2018
Bestellnummer PDF: D100180

Wie kaum ein anderes Thema hat der Umgang der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen in den letzten Monaten für Diskussionen gesorgt. Die von der Kirche praktizierten Sanktionen gegenüber dieser Gruppe lassen sich offenbar kaum mehr begründen. Vor allem aber hinterlässt die gegenwärtige pastorale Praxis immense Schäden und Verletzungen.

Wir haben Ihnen ein Dossier zusammengestellt, dessen Beiträge sich aus ganz unterschiedlicher Perspektive dieses Themas annehmen.

Über dieses Paket

Leitartikel

  • Plus Herder Korrespondenz Heft 11/2011 S. 541-543

    Leitartikel(Un-)Barmherzige Kirche?

    „Der barmherzige Umgang mit gebrochenen Biographien“: Dies wird, so haben es die Bischöfe jüngst bei ihrer Vollversammlung verabredet, künftig ein thematischer Schwerpunkt für die Kirche in Deutschland sein. Konkret geht es um einen angemessenen Umgang mit denjenigen, die nach einer Scheidung eine zweite Zivilehe eingegangen sind, solche also, die, schuldlos oder nicht, in ihrer Ehe gescheitert sind, die aber einen neuen Anfang suchten, eine neue Bindung wagten. Zweifelsohne riskiert die Rede von Barmherzigkeit in diesem Zusammenhang eine ganze Reihe von Missverständnissen und setzt diejenigen, die einen barmherzigen oder barmherzigeren Umgang der Kirche einfordern, auch (wohlfeilen) Verdächtigungen aus. Verzichtbar ist die Rede von einer „barmherzigen“ beziehungsweise „unbarmherzigen“ Kirche jedenfalls nicht. Geht es doch vor allem darum, selbstkritisch und in der Auseinandersetzung mit dem eigenen Scheitern aufzuspüren, wo die Kirche ihrer vorrangigen Aufgabe und Sendung nicht genügt: den barmherzigen Gott zu verkünden, der sich in Jesus Christus gerade der „Armen“, also auch der Gescheiterten und Gebrochenen, der Sünderinnen und „Zöllner“ angenommen hat.

Blickpunkt

  • Plus Herder Korrespondenz Heft 10/2015 S. 509-512

    Der neue kirchliche EheprozessEvolution oder Revolution?

    Zwei Wochen vor der Bischofssynode, angesichts derer es große Erwartungen an Reformen gibt, hat Papst Franziskus bereits einen ersten Schritt getan. Er lässt die Ehenichtigkeitsverfahren vereinfachen und setzte damit viele Diskussionen in Gang. Ebnet die katholische Kirche damit einen Weg zur kirchlichen Scheidung?

  • Plus Herder Korrespondenz Heft 12/2014 S. 605-609

    Die Wortmeldung des emeritierten Papstes zur Debatte um wiederverheiratete GeschiedeneDie zwei Seiten eines Textes

    Der emeritierte Papst Benedikt hat mit einer teilweise veränderten Textfassung eines Beitrags aus dem Jahr 1972 indirekt in die aktuelle Debatte über den Kommunionempfang wiederverheirateter Geschiedener eingegriffen. Er kommt in seinen Ausführungen heute zu anderen Schlussfolgerungen als damals. Diese aktuelle Veröffentlichung in den Gesammelten Schriften Joseph Ratzingers kann möglicherweise zu einer Versachlichung der Debatte führen (vgl. dieses Heft, 609ff.).

  • Plus Herder Korrespondenz Heft 8/2014 S. 389-393

    Die Ehe in Lehre und Praxis der katholischen KircheWirklich unauflöslich?

    Die bevorstehende Bischofssynode (vgl. dieses Heft, 385 ff.) gibt der Diskussion über die kirchliche Ehelehre neue Nahrung. Dabei geht es vor allem um den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. Kann es wirklich keine kirchliche Auflösung einer Ehe geben? Lässt sich die amtliche Position der Kirche aus Schrift und Tradition begründen?

  • Gratis Herder Korrespondenz Heft 7/2012 S. 335-340

    Die wiederverheirateten Geschiedenen und der SakramentenempfangWieso eigentlich Barmherzigkeit?

    Die Frage nach dem kirchlichen Status von wiederverheirateten Geschiedenen kommt nicht zur Ruhe, wie jüngste Äußerungen und Initiativen gezeigt haben. Es ­genügt nicht, von der Kirche Barmherzigkeit für diese Personengruppe zu fordern. Vielmehr braucht es die Besinnung auf die kirchenrechtlichen Regelungen für ­Empfang beziehungsweise Verweigerung der Eucharistie.

  • Gratis Herder Korrespondenz Heft 8/2011 S. 389-394

    Für die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zum KommunionempfangKirche als Versöhnungsgemeinschaft

    Das Problem der wiederverheirateten Geschiedenen im gegenwärtigen kirchlichen Leben stellt einen pastoralen Notstand dar, dessen Ausmaß zu selten wahrgenommen wird. In der Frage einer möglichen Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten bündeln sich dabei Fragestellungen mehrerer theologischer Disziplinen. Die Einladung zur vollen Teilnahme am eucharistischen Mahl wäre auch für die Kirche selbst von großer Bedeutung.

Essays

  • Plus Herder Korrespondenz Heft 3/2017 S. 46-49

    Zum Streit um Amoris Laetitia und die wiederverheirateten GeschiedenenMacht die Freiheit wahr?

    Der Freiburger Theologe Magnus Striet hat unlängst den innerkirchlichen Konflikt um das päpstliche Ehe-Schreiben „Amoris Laetitia“ begrüßt. Endlich werde deutlich, dass die Lehre sich wandeln kann. Und endlich bestehe die Chance, dass sich in der Kirche das „Recht auf Freiheit“ und die „moralische Autonomie“ durchsetzt. Doch damit würde die Kirche aufgeben, was für sie wesentlich ist: die Orientierung an Jesus Christus.

  • Plus Herder Korrespondenz Heft 7/2015 S. 349-352

    Was hat die Novellierung des kirchlichen Arbeitsrechts gebracht?Alles neu und doch beim Alten

    Gesellschaftlich sind die Bischöfe seit Längerem unter Druck, weil ihre arbeitsrechtlichen Vorgaben zunehmend weniger akzeptiert werden. Ende April hat die Mehrheit der deutschen Bischöfe die lange erwartete Neufassung der sogenannten Grundordnung verabschiedet, um wiederverheirateten Geschiedenen oder gleichgeschlechtlich Verpartnerten nicht in jedem Fall kündigen zu müssen. Die Novelle ist jedoch vor allem Symbolpolitik.

  • Plus Herder Korrespondenz Heft 6/2015 S. 299-302

    Können wiederverheiratete Geschiedene zum Kommunionsempfang zugelassen werden?Nicht immer schwere Sünde

    Bei der Außerordentlichen Bischofssynode im Herbst 2014 hat eine Mehrheit der Bischöfe dafür plädiert, wiederverheirateten Geschiedenen unter genau umrissenen Bedingungen den Zugang zu den Sakramenten zu eröffnen. Dagegen stand die Argumentation, dass diese Wiederverheirateten offenkundigen in „schwerer Sünde“ verharren und deshalb nicht zugelassen werden können. Wie weit trägt diese Argumentation aber wirklich?

  • Anforderungen einer evangeliumsgemäßen Ehe- und FamilienpastoralLebenswirklichkeiten gerecht werden

    Eine evangeliumsgemäße beziehungsweise wahrheitsgemäße Pastoral gelingt nur, wenn sie die Realität derjenigen, denen das pastorale Handeln gilt, richtig und adäquat erfasst. Entsprechend ist es unvermeidlich, neben den jeweiligen Lebensgeschichten auch die sozialen und kulturspezifischen Kontexte als Bedingungshorizont für eine hilfreiche Ehe- und Familienpastoral zu berücksichtigen.

  • Gratis Herder Korrespondenz Heft 6/2014 S. 303-307

    Unauflöslichkeit der Ehe und Zulassung zu einer Zweitehe(K)ein Widerspruch?

    Unübersehbar besteht in der katholischen Kirche eine Diskrepanz: Obwohl jede Ehe als unauflöslich gilt, werden dennoch bestimmte Ehen aufgelöst. Wenn aber die ­Unauflöslichkeit eine Wesenseigenschaft der Ehe ist, so ist die faktische Zulassung zu einer zweiten Ehe rechtlich nur so denkbar, dass in diesen Fällen nicht die erste Ehe selbst, sondern die Rechtswirkungen der ersten Ehe aufgehoben werden.

  • Plus Herder Korrespondenz Heft 11/2012 S. 589-592

    Theologische Stellungnahme zum Kommunionempfang wiederverheirateter GeschiedenerAusdruck der Barmherzigkeit Gottes

    Der Katholisch-Theologische Fakultätentag hat in Abstimmung mit den theologischen Arbeitsgemeinschaften zehn Fachvertreter der Theologie zur Teilnahme am Gesprächsprozess der Deutschen Bischofskonferenz „Im Heute glauben“ nominiert. Diese Gruppe erarbeitete nach der Auftaktveranstaltung in Mannheim (vgl. HK, August 2011, 385 ff.) eine Stellungnahme „Zum Kommunionempfang wiederverheirateter Geschiedener“. Veröffentlicht wurde diese im Kontext des zweiten „Gesprächsforums“ in Hannover Mitte September (vgl. HK, Oktober 2012, 493 ff.). Die Herder Korrespondenz setzt mit der Dokumentation einer Reihe von Beiträgen zu diesem Thema fort (vgl. HK, Juli 2012, 335 ff.; November 2011, 541 ff; August 2011, 389 ff.). Die Gruppe der theologischen Fachvertreter hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Sinne der erarbeiteten Stellungnahme weitere Vorschläge dazu zu erarbeiten, wie die Wiederzulassung wiederverheirateter Geschiedener zum Empfang der Kommunion rechtlich und liturgisch näher gestaltet werden könnte.

Autoren/-innen

  • Foitzik, Alexander

    Alexander Foitzik

    Alexander Foitzik, Dipl. theol., geboren 1964 in Heidelberg. Studium der Katholischen Theologie in Freiburg und Innsbruck. Von 1992 bis 2015 Redakteur der Herder Korrespondenz. Seitdem als Studienleiter an der Katholischen Akademie Freiburg tätig.

  • Steenberg, Benedikt

    Benedikt Steenberg

    Benedikt Steenberg (geb. 1981) ist Akademischer Mitarbeiter am Arbeitsbereich Kirchenrecht und arbeitet derzeit an einer kirchenrechtlichen Dissertation.

  • Schockenhoff, Eberhard

    Professor Eberhard Schockenhoff

    Eberhard Schockenhoff (geb. 1953) ist seit 1994 Professor für Moraltheologie an der Universität Freiburg. 2001 wurde er durch Beschluss des Bundeskabinetts zum Mitglied des Nationalen Ethikrates berufen; 2005 erfolgte die Wiederberufung und Wahl zum stellvertretenden Vorsitzenden; 2008 die Berufung in den Deutschen Ethikrat, das Nachfolgegremium des Nationalen Ethikrates. Jüngste Veröffentlichung: Entschiedenheit und Widerstand. Das Lebenszeugnis der Märtyrer. Freiburg 2015.

  • Bier, Georg

    Prof. Dr. Georg Bier

    Georg Bier (geb. 1959) ist Professor für Kirchenrecht und Kirchliche Rechtsgeschichte an der Universität Freiburg.

  • Sautermeister, Jochen

    Prof. Jochen Sautermeister

    Jochen Sautermeister wurde 1975 geboren und ist Professor für Moraltheologie der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Bonn. Vorher war er Inhaber der Stiftungsprofessur für Moraltheologie unter besonderer Berücksichtigung der Moralpsychologie an der katholisch-theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München.

  • Gerhartz, Johannes Günter

    Johannes Günter Gerhartz

    Johannes Günter Gerhartz SJ (geb. 1926); Dr. iur.can, em. Professor für Kirchenrecht an der Jesuitenhochschule St. Georgen; von 1972 bis 1981 Provinzial der Niederdeutschen Provinz der Jesuiten; 1983 Generalsekretär in der römischen Ordensleitung; 1992 bis 1998 Rektor des ­Germanikums.

  • Menke, Karl-Heinz

    Karl-Heinz Menke

    Karl-Heinz Menke (geb. 1950) ist emeritierter Professor für Dogmatik und Theologische Propädeutik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn. Er ist ordentliches Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften. Papst Franziskus berief ihn 2014 zum Mitglied der Internationalen Theologenkommission und 2016 zum Mitglied der Sonderkommission „Diakonat der Frau". Zuletzt erschienen von ihm: Sakramentalität. Wesen und Wunde des Katholizismus, Regensburg 2012 und Das unterscheidend Christliche, Regensburg 2015.

  • Lüdicke, Klaus

    Klaus Lüdicke

    Klaus Lüdicke (geb. 1943) ist emeritierter Professor für Kirchenrecht und Geschichte. Von 1980 bis 2008 war er Professor und Lehrstuhlinhaber am Institut für Kanonisches Recht an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Münster. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehören: „Dignitas connubii“. Die Eheprozessordnung der katholischen Kirche, Essen 2005; Die Nichtigerklärung der Ehe – Materielles Recht, Essen 2012; Bischöfliches Offizialat Münster (Hrsg.), Geschieden? Wiederverheiratet? Mit der Kirche?, Freiburg 2012.

  • Kohlgraf, Peter

    Peter Kohlgraf

    Peter Kohlgraf wurde 1967 geboren und ist seit 2017 Bischof von Mainz. Von 2013 bis 2017 war er Professor für Pastoraltheologie an der Katholischen Hochschule Mainz. Er wurde 1993 in Köln zum Priester geweiht und wirkte an verschiedenen Stellen im Erzbistum Köln. Im Jahr 2000 promovierte er in Bonn über die Ekklesiologie des Epheserbriefes in der Auslegung durch Johannes Chrysostomus. Die Habilitation folgte 2010.

  • Neuner, Peter

    Prof. Peter Neuner

    Peter Neuner (geb. 1941) war von 1985 bis 2006 Professor für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität München. Ab dem Jahr 2000 kam der Bereich Ökumenische Theologie hinzu. Zahlreiche Veröffentlichungen, vor allem zu ekklesiologischen und ökumenischen Themen.

  • Demel, Sabine

    Prof. Sabine Demel

    Sabine Demel wurde 1962 geboren und ist Professorin für Kirchenrecht an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Regensburg. Zu ihren Veröffentlichungen gehören: Frauen und kirchliches Amt. Grundlagen - Grenzen - Möglichkeiten, Freiburg 2012; Handbuch Kirchenrecht. Grundbegriffe für Studium und Praxis, Freiburg 2013; Sakrament der Barmherzigkeit. Welche Chance hat die Beichte?, Freiburg 2017.

  • Schmälzle, Udo Friedrich

    Udo Friedrich Schmälzle

    Der Franziskanerpater und emeritierte Professor Dr. Udo Friedrich Schmälzle (geb. 1943) war 1980 Gründer des Franziskanischen Bildungswerkes, von 1987 bis 2008 Direktor des Seminars für Pastoraltheologie und Religionspädagogik an der Universität Münster und seit 2010 Geschäftsführer der „Franziskanergymnasium Kreuzberg gGmbH“. Forschungsschwerpunkte: Fragen der Fundamentalpastoral, Religion und Gewalt, Schulpastoral, empirische Pastoralforschung (Gemeinde, Ehe und Familie, Caritas, Sozialraum).