Textsammlung von Marianne SchlosserFremde Sprachwelten – christlich so nah

Für die christlich Einheimischen ist das eine sehr gute Vertiefung zur geistlichen Lesung, für andere mindestens eine attraktive Ausstellung aus mittlerweile eher fremden Sinn- und Sprachwelten.

Der Titel dieses Buches – ein Liedvers aus dem Weihnachtshymnus des Ambrosius – gibt Inhalt und Farbigkeit dieser gediegenen Blütenlese vor. Marianne Schlosser, Professorin am Wiener Institut für Theologie der Spiritualität, stellt mit ihrem Team Text-Schätze jener symbolischen Lesart des Christlichen vor, die dem vierfachen Schriftsinn entspricht. Dazu gehören eine wörtliche, eine allegorische, eine moralische und eine hoffnungsstiftende Auslegung. Die Autorin ist stark vom Sakramentalen geprägt und in der Liturgie beheimatet – typisch etwa für die ostkirchliche und orientalische Christenheit, die hier beispielhaft gut vertreten ist.

Die Gestalt Marias zum Beispiel ist dann weit mehr als die historische Mutter Jesu, nämlich die adventlich empfängliche und geisterfüllte Mutter der Glaubenden, Urtyp der Kirche und jedes Glaubenden sowie der Schöpfung im Ganzen. Und Weihnachten leuchtet dann auf als rettender Mittelpunkt wirklicher Menschwerdung und göttlicher Epiphanie.

Die biblischen Texte der liturgischen Advents- und Weihnachtszeit werden also kirchlich und existenziell zugleich ausgelegt, „als wärs ein Stück von mir“. Entstanden ist so ein reichhaltiges Lesebuch mit unterschiedlichen Gedanken etwa von Madeleine Delbrêl, Edith Stein und Romano Guardini, aber auch von manch unbekanntem Autor. Für die christlich Einheimischen ist das eine sehr gute Vertiefung zur geistlichen Lesung, für andere mindestens eine attraktive Ausstellung aus mittlerweile eher fremden Sinn- und Sprachwelten.

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