Philipp MeyerNoch mehr Fragen

Das geht ja gut los mit dem Advent. Die Texte zum Ersten Adventssonntag bringen solche Schlagwörter: Weltende, Gericht, Wachsamkeit, Misstrauen, große Not und Erschütterung. Ist das nicht etwas abgedreht? Haben diese Fragen heute denn noch Relevanz, zumal im Advent?

Natürlich kann ich weghören, diese Worte außer Acht lassen; ich kann mich eher den Worten der Frohbotschaft zuwenden und das bisweilen Bedrohliche an den Worten Jesu ausklammern. Aber ich kann diese Worte auch auf mich wirken lassen, so als ob Jesus sie zu mir persönlich spricht. Denn diese Worte können die Kraft haben, vieles zu relativieren: Wie sieht es denn aus mit meinem Ende? Wäre ich bereit, jetzt alles loslassen zu können? Glaube ich, dass ich irgendwann einmal vor Jesus stehen und mit ihm über mein Leben sprechen werde, also so richtig, echt und tief, mit allen Facetten, die da waren? Wie ist meine Bilanz?

Natürlich, der Advent wird heute oft mit dem intensiven Wunsch nach Ruhe und Innerlichkeit verbunden, ist aber für viele Menschen mehr eine stressige und hektische Zeit. Es lohnt sich, einmal nach innen zu schauen, nach der Zeit und meinem Verhältnis zu ihr zu fragen…wenn um mich herum vieles im Chaos zu versinken scheint.

Philipp Meyer in: „Gott ist uns nahe“ (Herder, Freiburg 2020)

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