Amazon und die ReligionWie feinfühlig ist der Kapitalismus für Religion?

Wieviel Gespür haben mächtige Geschäftsleute für kulturelle wie religiöse Zusammenhänge und Empfindsamkeiten?

Es brauchte erst heftige Proteste von Hindus in den sozialen Medien. Daraufhin hat der Onlinehändler Amazon Unterwäsche, T-Shirts und Fußmatten mit den Abbildern hinduistischer Götter aus seinem Sortiment entfernt. Vor allem Inder hatten darum gebeten, Amazon wegen Beleidigung religiöser Gefühle und Haltungen zu boykottieren.

Bereits 2019 war zu einem Boykott aufgerufen worden. Amazon hatte da einen Teppich mit Bildern hinduistischer Götter angeboten. 2017 nahm Amazon nach Protesten eine Fußmatte mit der indischen Flagge aus dem Sortiment. Das lässt erneut fragen, wieviel Gespür mächtige Geschäftsleute für kulturelle wie religiöse Zusammenhänge und Empfindsamkeiten mitbringen, ja wieviel Bildung sich Manager des Kapitalismus neben ihrem Sinn fürs Ökonomische angeeignet haben.

Der Weltkonzern Amazon, der Abermilliarden umsetzt, hat seinen Gründer Jeff Bezos mit geschätzt mehr als 200 Milliarden Dollar Privatvermögen zum reichsten Mann der Welt gemacht. Allein in Deutschland machte Amazon vergangenes Jahr fast zwanzig Milliarden Euro Umsatz, Tendenz steigend. Bezos ist studierter Elektrotechniker und Informatiker. Seit 2000 betreibt er auch ein privates Raumfahrtunternehmen namens „Blue Origin“.

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