Das Markusevangelium neu ausgelegtWie es mit Jesus vielleicht war

Der Jesus des Markus und der Jesus des Glaubens.

Der Mainzer Neutestamentler Ludger Schenke hat Essays zum Markusevangelium mit Gesamtperspektive vorgelegt. Leitlinien werden nachgezeichnet, Paradoxien und Pointen der Erzählungen erschlossen. Es ist eine Stärke dieses Buches, dass es sich nicht in Details verliert, sondern die Themenwelt des biblischen Autors zum Leuchten bringt. So wird der Versuch unternommen, zu zeigen, wie Markus mittels Erinnerung an Jesu Leben den Glaubenden aller Zeiten eine theologische Lösung ihrer religiösen Fragen anbietet.

Schenke will das Evangelium als eine fiktive Erzählung über ein reales und wahres Ereignis lesen. Sein Ansatz ist innovativ, scheint auf frische Weise inspiriert zu sein von neuesten Forschungsansätzen, die nach historischen Bezügen in erzählenden Texten fragen. Zumindest in der Formulierung ist es dann jedoch problematisch, wenn der Autor im Vorwort erklärt, das Markusevangelium schildere als Literaturdokument das Leben Jesu gerade nicht, wie es war, sondern wie es gewesen sein könnte. Dass im Folgenden die Rede vom Mythos wiederbelebt wird, verwundert – wusste doch schon Sallust ihn zu fassen als das, was zwar immer ist, aber niemals war.

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Schenke, Ludger

Das MarkusevangeliumPointen, Rätsel und Geheimnisse

Verlag Herder, Freiburg 2018, 213 S., 22 €

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