ÄgyptenDie Märtyrer kehren heim

Mehr als drei Jahre nach der Enthauptung von zwanzig ägyptischen Kopten durch Extremisten der Terrormiliz „Islamischer Staat“ in Libyen sind die sterblichen Überreste zurück in die Heimat gebracht worden. Die koptische Kirche veröffentlichte auf ihrer Facebookseite Fotos, die den Papst der christlich-orthodoxen Minderheit, Tawadros II., und andere geistliche Würdenträger vor den Särgen der Märtyrer zeigten. Wie die staatliche Zeitung „Al-Ahram“ berichtete, wurden die Leichname nach Kairo geflogen, wo sie in Ambulanzen weitertransportiert wurden. DNA-Proben sollten anschließend mit denen von Familienangehörigen verglichen werden. Die meisten der Opfer stammten aus der oberägyptischen Provinz Minja, in der besonders viele Christen leben.

Der „Islamische Staat“ hatte 2015 ein Video von der Enthauptung von 21 Männern an einem libyschen Strand veröffentlicht und damit weltweit für Entsetzen gesorgt und den Schriftsteller Martin Mosebach zu einem Buch über die Kopten angeregt (vgl. S. 218). Zwanzig der Getöteten waren ägyptische Kopten, einer kam laut lokalen Medien aus Ghana. Die sterblichen Überreste sind aber erst im Oktober 2017 entdeckt worden. Vor zwei Monaten kam schließlich eine Zusage aus Libyen, die eine Rückführung in die Heimat möglich machte.

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