Die muslimischen Schüler wollen fasten

Im Gegensatz zu getauften Jugendlichen, die vielfach vom Christentum nichts mehr wissen (wollen) oder es nicht mehr praktizieren, wie die letzte Shell-Studie erforscht hatte, erwacht bei jungen Muslimen ein starkes religiöses Bewusstsein. Sie finden darin auch ihre kulturelle und soziale Gruppenidentität in der Bundesrepublik. Diese Beobachtung hat der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, anlässlich des Ramadan bestätigt: Sehr viele muslimische Schüler „nehmen inzwischen das Fasten ernst“ – im Gegensatz wiederum zu den christlichen Schülern, denen ihre eigene Fastenzeit mit viel leichteren „Regeln“ egal ist.

An allen Schulen mit starker islamischer Präsenz – das betrifft inzwischen sehr viele – sei das Verhalten im Ramadan zu einem zentralen Thema und Problem geworden, so Meidinger in der „Welt“. Die muslimische Elternschaft übt selbstbewusst starken Druck auf die Schulleitungen aus, auf das Fasten der Kinder Rücksicht zu nehmen, in dem Monat keine Prüfungen oder Exkursionen anzusetzen. Das aber „geht nicht“, tritt Meidinger solchen Erwartungen entschieden entgegen. Die neue Strenge im Einhalten islamischer Vorschriften macht sich in der Erziehung bemerkbar. Bereits kleine Kinder im Grundschulalter werden von den Eltern angehalten zu fasten.

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