Klatschen und patschenKlatschreime sind gesellig und fördern die Entwicklung

Einen Vers rhythmisch sprechen, dazu die Hände koordinieren – beim Reimeklatschen geschieht das gleichzeitig. Material brauchen die Kinder dafür nicht. Der Spaß zu zweit kann jederzeit und überall beginnen.

Klatschen und patschen
© Maria Sieberer-Semo, Wien

Zwei Kinder klatschen sich gegenseitig in die Hände: links, rechts, zusammen, über Kreuz, dazwischen auf die Oberschenkel. Dabei sprechen sie rhythmisch den Vers „Bei Müllers hat’s gebrannt, -brannt, -brannt, da bin ich hingerannt, -rannt, -rannt“. Beinahe jeder und jede kennt diesen oder einen anderen Vers aus seiner/ihrer Kindheit. Seit Generationen werden sie weitergegeben. Man könnte meinen, Klatschen ist ein Urbedürfnis. Schon sehr junge Kinder klatschen vor Freude in die Hände. Das Publikum klatscht spontan Beifall – etwa am Ende eines Konzerts oder eines Vortrags. Klatschen löst Spannung und ermöglicht Bewegung.

Im Kita-Alltag eingesetzt vereinen Klatschspiele Spiel und Spaß. Sie fördern die Sprachentwicklung ebenso wie das Buchstaben-Laut-Verständnis. Zum Beispiel klatschen die Kinder das Wort Son-ne zwei Mal. Dadurch hören sie das zweite „n“. Wenn wir die Namen der Kinder im Morgenkreis klatschen, bemerken sie Gemeinsamkeiten und rufen: „Bei meinem Namen wird auch drei Mal geklatscht. Wir haben gleich viele!“ (Silben). Die Kinder machen erste Erfahrungen mit Silbentrennung für das spätere Schreiben- und Lesenlernen. Ihre Sprech- und Spielfreude werden geweckt. Klatschspiele folgen dabei einem bestimmten Muster, nämlich einer Kombination aus Klatschen und Patschen auf den Körper und rhythmischem Sprechen. Dabei werden einfache Sätze in Reimform oder manchmal auch Nonsens Sätze verwendet. Nonsens lieben die Kinder besonders. 

Unterschiedliche Betonung wird deutlich

Beim Klatschen in einem bestimmten Rhythmus bemerken sie, dass man Wortsilben unterschiedlich betonen kann. Hörbar wird hier, dass jede Sprache ihre eigene Sprachmelodie hat, die durch unterschiedliche Betonung erzeugt wird. Bei manchen Spielvarianten kommen zum Händeklatschen darstellende Bewegungen passend zum Vers hinzu. Die Spiele folgen grundsätzlich zwar einem bestimmten Rhythmus, können aber auch im eigenen Tempo und mit vereinfachtem Klatschmuster gespielt werden. 

Neben der Sprachentwicklung wirken sich die kurzen Sätze und lustigen Reime auch positiv auf das Gedächtnis, die Motorik und die Koordination aus. Bei einem Klatschspiel kann nichts falsch gemacht werden. Die Kinder haben sogar noch mehr Spaß, wenn sie sich „verklatschen“ und darüber lachen können – nicht zuletzt baut dieser lockere Umgang Anspannung ab. Fazit: Klatschspiele machen Spaß, fördern das Sprachbewusstsein, Rhythmusgefühl und trainieren Motorik und Konzentration. 

Welche Klatschspiele sind in Ihrer Kita beliebt? Kommentieren Sie diesen Beitrag unter www.kindergarten-heute.de 

Klatschvers „Eine kleine Micky Maus“

Eine kleine Micky Maus lief übers Rathaus. Wollte sich was kaufen, hatte sich verlaufen, setzte sich ins Gras, machte sich das Höschen nass. Mi-Ma-Mu, wie heißt denn du?

: Filmbeispiele aus der Kita

Videos aus der Praxis zum Klatschspiel "Eine kleine Micky Maus" und "Bei Müllers hat's gebrannt"

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