PalliativmedizinPäpstliche Akademie für das Leben veröffentlicht Weißbuch für Begleitung Sterbender

Die Päpstliche Akademie für das Leben hat ein Weißbuch für die Begleitung von Menschen am Lebensende veröffentlicht. In dem Ende Mai in Berlin vorgestellten Buch, das an die katholischen Universitäten und Krankenhäuser in aller Welt verschickt werden soll, geben internationale Experten Empfehlungen für eine umfassende ganzheitliche Versorgung von Sterbenden. Der Akademiedirektor Erzbischof Vincenzo Paglia sprach von „einer großen Unwissenheit über diese Themen“ und betonte die Notwendigkeit, weltweit eine „palliative Kultur“ zu fördern. Zudem müsse auch die Kirche die Beschäftigung mit den letzten Dingen wieder „viel mehr“ in den Fokus rücken. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, beklagte das Wiederaufflammen der Debatte um Selbsttötung und Beihilfe dazu. „Als Christen sind wir den Patienten nahe und geben sie nicht auf“, sagte er. Bode forderte „dringend“ eine „angemessene Personalausstattung“ in den stationären Pflegeeinrichtungen und Kliniken in Deutschland. Zudem müssten die Möglichkeiten der Hospiz- und Palliativversorgung stärker bekannt gemacht werden. Gleichzeitig sei er dankbar für das Erreichte. So ist laut Bode etwa auch in nicht-christlichen Einrichtungen ein „hohes Interesse an christlicher Seelsorge“ zu spüren. Das seit einigen Jahren als Reaktion auf dieses wachsende spirituelle Bedürfnis entstandene medizinische Fachgebiet „Spiritual Care“ biete Schnittmengen mit der kirchlichen Seelsorge. Bode hob auch die Bedeutung der Sakramente als „Ausdruck der besonderen Gegenwart Gottes, der dem Sterbenden in der Eucharistie, dem Sakrament der Versöhnung und der Krankensalbung nahe sein will“, hervor. Der Vorsitzende der Deutschen PalliativStiftung, Thomas Sitte, prangerte „Lobby-Arbeit“ an, die darauf abziele, geschäftliche Sterbehilfe zu erlauben. Die Ängste der Menschen vor dem Leiden würden hier für eigene Interessen instrumentalisiert. Das „Grundübel“ dabei ist auch laut Sitte die mangelnde Information. Doch: „Kein Mensch muss mehr körperlich leiden, als er ertragen kann. Das geht“, so Sitte. Julia-Maria Lauer

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