Was macht eigentlich eine Fachkraft im Therapiebegleithunde-Team?Zusatzqualifikationen für die Kita (5)

Monika nimmt sie gerne mit auf die Arbeit: Sola-Mia und Erna. Doch damit sich die Hunde in der Kita wohlfühlen, gibt es einiges zu beachten.

Was macht eigentlich eine Fachkraft im Therapiebegleithunde-Team
© privat

1. Wie sieht Ihr Aufgabenfeld in der Praxis aus?

Wir unterstützen die pädagogische Arbeit in den Gruppen. Das hat den Hintergrund, dass sich Hunde Kindern unvoreingenommen nähern. Sie schenken Vertrauen und sind vertrauenswürdig. Sie vermitteln Nähe, Sicherheit und Geborgenheit, reagieren aber auch sensibel auf Stimmungen und Gefühle. Ich erlebe immer wieder, wie tiefgründig die Beziehung zwischen Kind und Hund ist. Besonders spannend sind die Fragen der Kinder: „Kann ein Hund auch weinen?“ – „Warum hat Sola-Mia so viele Zitzen?“ Oder: „Hat Erna auch eine Mutter?“ Kinder kommen nicht nur ins Gespräch miteinander, sondern finden auch einen Zugang zu uns Fachkräften. Außerdem entsteht über die Hunde ein besonderes Gefühl der Achtsamkeit. Beim Mittagessen kamen die Kinder auf die Idee, beim Lied nicht mehr in die Hände zu klatschen, sondern nur noch mit den Zeigefingern aufeinanderzuschlagen, damit es nicht zu laut wird. Einige Kinder mit Fluchterfahrung haben einen besonderen Draht zu den Hunden und wenden sich zunächst lieber an sie als an uns. Kinder lernen die Bedürfnisse der Tiere zu achten und Verantwortung zu übernehmen.

2. Gibt es bestimmte Grundvoraussetzungen?

Es ist viel Einfühlungsvermögen nötig, um auf das Kind und seine bisherigen Erfahrungen mit Hunden einzugehen. Kreativität ist gefragt, wenn es darum geht, die Hunde zu belohnen, wenn Spuren gelegt oder Leckerli im Baum versteckt werden. Die Hunde dürfen nicht überfordert werden. Ich nehme sie nur einmal in der Woche mit in die Kita. Der Aufenthalt ist meist mit einem Spaziergang in den Wald verbunden. Es muss auch einen Rückzugsort geben, den die Kinder kennen. Dort dürfen die Hunde nicht angefasst werden.

3. Welchen Umfang hatte die Qualifizierung?

Die Ausbildung dauerte neun Monate. Samstags standen Theorie-Einheiten und sonntags die Praxis auf dem Plan. Zu Beginn gab es eine Aufnahme- und am Ende eine Abschlussprüfung. Die Voraussetzungen, die Finanzierung und die Fortbildungstage stimmte ich im Vorfeld mit dem Träger und der Leitung ab.

4. Wie kann das Wissen an die Kolleg*innen weitergereicht werden?

Die tiergestützte Pädagogik ist schon seit Jahren Bestandteil unserer Konzeption. Unsere Leiterin, die Kolleg*innen und Eltern sind mit meiner Arbeitsweise und den Hintergründen vertraut, haben aber immer die Möglichkeit, sich mit mir auszutauschen.

Und Ihre Zusatzqualifikation?

Sind Sie in einer Kita tätig und möchten Ihre Zusatzqualifikation vorstellen? Schicken Sie uns eine Nachricht an: redaktion@kinder garten-heute.de

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