SpielzeugrettungBildimpuls: Rituale für Kinder

Spielzeugrettung
© Sabine Kolar, Wien

Ein umgeschüttetes Glas, ein ausgeleertes Konstruktionsspiel oder etwas fällt herunter – in unserem Kindergarten haben wir mit den Kindern darüber gesprochen, dass jedem mal ein Missgeschick passieren kann, auch den Erwachsenen. Wie fühlt man sich, wenn einem so etwas passiert? Da kann man kein unfreundliches Wort gebrauchen, sondern einen lieben Menschen, der seine Hilfe anbietet.
So entstand die „SPIELZEUGRETTUNG“: Jedes Mal, wenn einem Kind etwas hinunterfällt, zum Beispiel ein Spiel mit vielen kleinen Stöpseln , dann rufe ich: „Spielzeugrettung!“ Wer möchte, kommt und hilft mit, alles aufzuheben.
Zunächst war ich es, die gerufen hat: „Wer hilft uns?“ Mit der Zeit hat sich das Ritual verselbstständigt: Wenn die Kinder bemerken, dass jemand Hilfe benötigt, rufen sie selbst „Spielzeugrettung!“ und kommen herbei. Wichtig ist, dass auch das Kind mithilft, dem das Material hinuntergefallen ist. Denn am Anfang waren die Kinder so fasziniert davon, wie die anderen alles aufheben, dass sie sie nur beobachtet haben.
Auf diese Weise werden die Kinder nicht bloßgestellt und erfahren stattdessen Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt. Zudem reagieren sie auf ein Geschehen und bieten ihre Hilfe an. Es ist wichtig, sich die „Missgeschick-Kultur“ in der Gruppe bewusst zu machen. So lassen sich Lösungen finden, die einen wertschätzenden – nicht beschämenden – Umgang miteinander ermöglichen.

Sabine Kolar ist Kindergarten- und Hortpädagogin in Wien. In ihrer Freizeit schreibt sie Kinderlieder für die Plattform KigaPortal.

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