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Anzeige: Adventskalender mit Anselm Grün

Artikel

2018

  • Plus einfach leben Nr. 8 – 2018 S. 4-5

    Unerwartet und ungewollt schwangerLebenskrisen - Lebenschancen

    Eine 17-jährige Schülerin, eine 44-jährige, die schon drei Kinder hat, eine junge Frau in einer problematischen Beziehung – es gibt Situationen, in denen bei Frauen nicht die Freude überwiegt, schwanger zu sein. Sie sind ratlos, mutlos oder hilflos und wissen nicht mehr weiter. Wie können Außenstehende unterstützend dazu beitragen, dass eine solche Situation bestanden und sogar zu einem Neuanfang wird?

  • Plus einfach leben Nr. 3 – 2018 S. 8-9

    Tiefe braucht MutBegegnungen. Karl-Herbert Mandel im Gespräch

    Menschen, die wir als „tief“ empfinden, strahlen etwas aus: innere Freiheit, seelischen Reichtum, Verankerung in etwas Größerem, Mut. Karl-Herbert Mandel geht im Gespräch mit Rudolf Walter der Frage nach: Gibt es einen Weg zu solch innerer Souveränität und Stärke? Und was können wir selber gegen seelische Verflachung tun?

2017

2016

  • Plus einfach leben Nr. 11 – 2016 S. 4-5

    Erinnerung tut gutLebensthema

    Viele behalten vorwiegend die schwierigen Momente und Phasen ihres Lebens im Gedächtnis oder sie blicken gar voller Bitterkeit und Enttäuschung zurück. Das tut ihnen nicht gut, denn die Erinnerung ist eine wesentliche Quelle für das Gefühl, das wir im Augenblick haben. Sie verbindet Vergangenheit und Gegenwart, sie kann uns heilen und eine neue Zukunft eröffnen.

  • Plus einfach leben Nr. 1 – 2016 S. 4-5

    Sorge, Fürsorge und VorsorgeEmotionen

    Der Philosoph Martin Heidegger hat den Menschen definiert als einen, der sich sorgt. Das Dasein ist demnach Sorge. In der Welt sein heißt: sich um sich und seine Existenz sorgen. Wir können der Sorge nicht entgehen. Die Frage ist, wie wir sie verwandeln können.

2015

2014

  • Plus einfach leben Nr. 3 – 2014 S. 4-5

    Geduld – standhalten statt aufgebenWie wir leben wollen

    Bei der Frage, was ihre Schwäche sei, antworten viele in einem Bewerbungsgespräch, dass sie ungeduldig seien. Doch eigentlich sehen sie das nicht als Schwäche, sondern als typisches Merkmal eines tatkräftigen Mitarbeiters. Das zeigt, dass viele die Geduld nicht sehr schätzen. Wenn wir genauer hinsehen, erkennen wir aber: Geduld ist eine Stärke und alles andere als bloß passives Aushalten.

  • Plus einfach leben Nr. 11 – 2014 S. 4-5

    Beharrlichkeit: langer Atem, LebenskraftWie wir leben wollen

    Sei es im Privatleben – Zappen beim Fernsehprogramm, der Wechsel bei Beziehungen – oder im Beruf: Alles muss möglichst schnell gehen und sofort passieren. Wenn es schwierig wird, hüpfen wir einfach zu anderen Optionen. Wir haben schließlich Möglichkeiten genug. Warum diese Unruhe? Die Tugend der Beharrlichkeit ist uns heute größtenteils abhanden gekommen. Sie meint das Bleiben, das Aushalten, das geduldige Warten und das Durchstehen einer schwierigen Situation.

2013

  • Plus einfach leben Nr. 9 – 2013 S. 20-21

    Ein Bett

    Als Gott uns aus dem Paradies warf, gab er uns ein paar Erinnerungen mit. Eine davon ist der Schlaf. Das war klug. Um das Paradies wiederzufinden, braucht man sich also nur ins Bett zu legen.

Anselm Grüns Definition von Lebenskunst

Paul Celans Devise ist – bis in die Bildvorstellung hinein – gar nicht so weit weg von dem, was schon die alten Mönchsväter in der ägyptischen Wüste suchten und was heute neu entdeckt wird. Anselm Grün erinnert gern an ein Wort, das von Abba Antonios überliefert wird: »Wenn du siehst, dass ein junger Mönch mit seinem eigenen Willen nach dem Himmel strebt, halte seine Füße fest, ziehe ihn nach unten, denn es hat für ihn keinen Nutzen.«

Der spirituelle weltferne Himmelsstürmer verliert sich nur in seinen eigenen Schwärmereien. Aber auch wer nur am Boden klebt, kann den Himmel nicht in sich tragen. »Geerdete Spiritualität« nennt Anselm Grün die Alternative dazu. Es ist seine Kurzdefinition von Lebenskunst.

Dahinter steckt zunächst eine psychologische Erfahrung: Glück und Unglück haben ihre Wurzel in unserem eigenen Leben. Wer glücklich leben will, muss nicht vorher erst die Welt revolutionieren und auch nicht erst einmal die äußeren Umstände nach seinen Wünschen und Vorstellungen arrangieren. Schau in dich, erkenne dich selbst. Nach innen geht der Weg zum Glück – zunächst zumindest. Denn das, wonach wir uns sehnen und das, wovor wir Angst haben und wovor wir davonlaufen, tragen wir alles in uns. Unser eigenes Herz, unsere eigene Wirklichkeit ist der Humus für die Pflanze Glück.

Dahinter ist aber auch eine feste Überzeugung: der Glaube, dass die Sehnsucht nach dem Himmel, nach einem »ewigen Leben«, unausrottbar in uns steckt, ja dass dies die eigentliche Wahrheit ist – auch wenn sie sich versteckt oder maskiert oder zugeschüttet und verdeckt ist. Wer das Geheimnis der Transzendenz nicht wahrnimmt, verpasst die Chance seines Lebens: »Leben in Fülle«.

»Leben in Fülle« dieses Bild steht dafür, dass man das Himmlische im Alltag wirklich finden kann, im Hier und Heute, und nicht vertröstet wird auf ein Jenseits, irgendwann. Es meint aber auch: Wir können auch unsere Begrenztheit gelassen akzeptieren. Was wir jetzt schon erfahren können, ist etwas, dessen Vollendung in Fülle wir für uns erhoffen. Die Spannung zwischen Erwartung und Erfüllung hält uns jetzt lebendig – und sie wird einmal endgültig aufgehoben sein in der Erfüllung aller Sehnsucht. Dass wir begrenzt sind, zwingt uns also keineswegs, Leben krampfhaft »als letzte Gelegenheit« zu sehen und so viel wie möglich hastig-gierig noch schnell in uns hineinzuschlingen. Das Schwere wird leicht, wenn der Gedanke an den Tod noch das Gefühl der Dankbarkeit hervorruft, dass ich leben darf und mich achtsam dafür macht, dass ich jetzt bewusster lebe.

Quelle: Anselm Grün & Anton Lichtenauer, Das Buch der Lebenskunst (Herder, 2014)