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2017

2016

  • Plus einfach leben Nr. 5 – 2016 S. 4-5

    Muße als InnehaltenLebensthema

    Im letzten Brief habe ich über die Muße als Lassen und Kontemplation geschrieben. Heute möchte ich einen anderen Aspekt der Muße ansehen: innehalten, Halt machen, nach Innen gehen und das Geheimnis der Welt erkunden. Schon die Wortbedeutung von „Muße“ bringt uns auf eine Spur.

  • Plus einfach leben Nr. 4 – 2016 S. 4-5

    Muße – sich Zeit nehmen für das WesentlicheLebensthema

    Wer heute Erfolg haben will, meint, er müsse viel leisten und ständig aktiv sein. Und wir neigen dazu, alles zu „verzwecken“. Ob wir unsere Zeit gut genutzt haben, beurteilen wir danach, welche Ergebnisse wir erzielt haben. Wie wäre es, wenn wir uns mehr Zeit für die Muße nähmen? Nach dem Vorbild der antiken Denker, die darin einen fruchtbaren Perspektivenwechsel sahen. Aber Muße ist nicht einfach Nichts-Tun.

  • Plus einfach leben Nr. 12 – 2016 S. 4-5

    Sehnsucht weitet das HerzLebensthema

    In allem kann der Mensch lügen. In alles kann sich etwas Unechtes und Falsches einschleichen. Liebe kann geheuchelt sein. Die Höflichkeit nur anerzogen. Das Helfen kann aus egoistischen Motiven erfolgen. Aber bei der Sehnsucht kann der Mensch nicht manipulieren. Ernst Bloch hat in einem Interview zu seinem 90. Geburtstag gesagt: „Ich habe in meinem Leben herausgefunden, dass die Sehnsucht die einzig ehrliche Eigenschaft des Menschen ist.“ Der Mensch ist seine Sehnsucht. Die Sehnsucht bringt uns in Berührung mit dem Potential, das in unserer Seele verborgen liegt.

2014

  • Plus einfach leben Nr. 4 – 2014 S. 4-5

    Hingabe – mit dem ganzen Herzen dabeiWie wir leben wollen

    Wir sagen von einem Menschen, dass er mit Hingabe seinen Beruf ausübt. Von einem Mitbruder erzählte man sich, mit welcher Hingabe er eine Banane geschält hat, um sie noch mehr genießen zu können. Die Banane war damals etwas Seltenes und Kostbares. Oder da ist eine Frau, die mit Hingabe den Tisch deckt. Sie legt ihre ganze Liebe in das, was sie tut. Sie versteht das als Dienst für ihre Familie oder für die Gäste, die sie erwartet. Hingabe hat also immer mit Liebe zu tun.

2013

  • Plus einfach leben Nr. 9 – 2013 S. 34

    Pause machen

    Karlheinz Geißler lebt und füllt Pausen am liebsten, indem er aus dem Fenster schaut. Auch wenn er gerade am Schreibtisch über die wunderbare Fülle der Pausen nachdenkt.

  • Plus einfach leben Nr. 9 – 2013 S. 20-21

    Ein Bett

    Als Gott uns aus dem Paradies warf, gab er uns ein paar Erinnerungen mit. Eine davon ist der Schlaf. Das war klug. Um das Paradies wiederzufinden, braucht man sich also nur ins Bett zu legen.

Glücklich sein heißt dankbar sein

Heute bin ich dankbar für das, was ich bin. Natürlich kenne ich manchmal noch Gedanken wie: »So gut möchte ich formulieren können wie Augustinus oder wie Erhart Kästner.« Oder: »Wenn ich im Gespräch doch ebenso klar intervenieren könnte wie mein Supervisor das macht.« Doch wenn ich das merke, dann versuche ich, bei mir zu sein und mir vorzusagen: »Ich bin ich. Und es ist gut so, wie ich bin. Ich tue das, was für mich stimmt.« Wenn es mir dann gelingt, ganz im Einklang mit mir selbst zu sein, und dankbar anzunehmen, was Gott mir an Fähigkeiten gegeben hat, aber auch dankbar zu sein für die Grenzen, die ich wahrnehme, dann ahne ich, was wirkliches Glück ist. Noch mehr: Dann kann ich von mir sagen, dass ich glücklich bin. Es ist gut so, wie es ist. Ich sitze da, atme ein und aus und genieße es, das Leben zu spüren, mich in meiner Einmaligkeit wahrzunehmen. Dann schmecke ich das Leben, dann koste ich das Glück. Ich muss nichts gewaltsam oder verbissen ändern. Ich bin der, der ich bin, von Gott so geformt und gebildet, in seiner Liebe geborgen, bedingungslos bejaht. Dann ist Frieden in mir. Dann ist alles gut.

Glück durch Aussöhnung mit sich selbst

Der erste Schritt der Aussöhnung besteht darin, dass wir uns erlauben, dass das, wovor wir am liebsten weglaufen würden, in uns bleibt und auf diese Weise nicht abzuschütteln ist. Wir verzichten darauf, es zu bewerten. Es ist, wie es ist. Und es darf so sein.

Der zweite Schritt besteht dann darin, sich liebevoll dem zuzuwenden, was wir in uns so sehr ablehnen. Es gehört zu mir. Es ist ein Teil von mir. Und auch dieser Teil will geliebt werden.

Aber nicht nur dieser Angstreflex, auch die Sehnsucht ist in uns und treibt uns an: die Sehnsucht nach absoluter Heimat, Geborgenheit und Liebe. Die Sehnsucht können wir nicht totschlagen. Sie ist die Spur, die Gott in unser Herz gegraben hat, um uns an sich selbst zu erinnern. Die Sehnsucht ist in uns als eine Kraft, die uns über diese Welt hinausführt. Auch das, wonach wir uns sehnen, ist immer schon in uns. Wir sehnen uns nach Erfolg, nach Liebe, nach Anerkennung, nach Frieden, nach Heimat. All das ist schon in mir. In mir ist die Liebe. Ich brauche sie nur wahrzunehmen. In mir ist Heimat. Wenn das tiefste Geheimnis des Lebens selbst in mir wohnt, kann ich in mir selbst daheim sein. In mir ist Erfolg. Wenn ich ja sage zu mir, so wie ich bin, spüre ich mich, spüre ich Lebendigkeit und Weite. Was ist denn Erfolg? Es glückt mir etwas. Und wenn mir etwas glückt, bin ich glücklich. Das Glück ist also schon in mir. Ich muss es mir nicht erkaufen. Ich muss es nicht durch äußeren Erfolg erreichen. Ich brauche nur in Einklang zu kommen mit mir selbst, mich an dem freuen, was von mir ausgeht, dann werde ich diese beglückende Harmonie als Kraft wahrnehmen, die sich selbst genügt, aber auch nach außen strahlt. Die Anerkennung ist auch in mir. Wenn ich mich selber anerkenne, muss ich der Anerkennung nicht nachlaufen. Dann ist es nicht mehr so wichtig, ob die anderen mich anerkennen.

Quelle: Anselm Grün & Anton Lichtenauer, Das Buch der Lebenskunst (Herder, 2014)