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Anzeige: Quarantäne

Nr. 6 – 2020Juni

Inhalt
1. Auflage 2020
Bestellnummer: Z330054

Die Corona-Krise beschäftigt uns länger als uns lieb ist. Wir können immer noch nicht frei planen, wie wir unseren Urlaub gestalten, was wir in den nächsten Monaten unternehmen. Wir können voller Ungeduld darauf warten, bis alles sich wieder normalisiert. Oder aber wir nutzen diese Zeit des Übergangs dazu, über unser Leben und unser Miteinander nachzudenken: Wie wollen wir nach der Krise leben? Was haben wir gelernt? Wie können wir die Solidarität, die in der Krise von vielen gelebt wurde, weiter pflegen? Es wäre nicht gut, wenn es nach der Krise einfach so weiter ginge wie vorher. Jesus spricht in der Bibel davon, dass wir die Zeichen der Zeit erkennen sollen (Lk 12,54-57). Wir sollten uns also fragen: Was wollte Gott uns durch diese Krise sagen? Für Jesus sind die Zeichen der Zeit immer eine Herausforderung, umzukehren und umzudenken. Das meint ein anderes Denken, ein Denken, das tiefer blickt, das den Dingen auf den Grund geht: Was trägt mich wirklich? Was gibt meinem Leben Halt und Sinn? Worauf lege ich Wert?

Die Übergangszeit lädt uns ein, Begegnungen intensiver zu erleben, Gespräche achtsam zu führen, zu erleben, wie wertvoll sie sein können und wie sie mich verwandeln, mich erfüllen. Und wenn ich den Fernurlaub streiche, kann ich mich darin einüben, den Waldspaziergang zu genießen, bei den Bäumen stehen zu bleiben, sie zu bewundern. Oder ich erschließe mir die nächste Umgebung neu – zu Fuß oder mit dem Rad. Die einfachen Dinge können mich verzaubern, wenn ich nur ganz im Augenblick bin.

So wünsche ich Ihnen eine gesegnete Zeit, eine Zeit, die Sie in neue Lebendigkeit hineinführt, die Ihnen die Augen öffnet für das Wunderbare, das Sie überall umgibt, eine Zeit, die Sie das Staunen wieder lehrt, darüber, dass wir leben, dass wir atmen, schauen, hören und spüren. Dann wird jeder Augenblick für uns wertvoll.

Über diese Ausgabe

Lebenskunst

  • Plus einfach leben Nr. 6 – 2020 S. 2

    Einem anderen helfen

    Helfen, wenn jemand in Not ist, ist eine spontane Reaktion und eine urmenschliche Haltung. Solche Zuwendung ist etwas, was über den konkreten Akt hinausgeht: Sie stärkt die Gemeinschaft und verbindet uns tiefer mit anderen.

  • Plus einfach leben Nr. 6 – 2020 S. 4-5

    Was heißt gutes LebenDie Wahrheit aushalten

    Die Quarantäne, die wir in den Frühjahrswochen erlebt haben, hat uns gezwungen, uns selbst einmal auszuhalten. Sie hat uns auch über uns selber etwas gelehrt: In der spirituellen Tradition erprobte Wahrheiten gelten auch im „normalen“ Leben.

  • Plus einfach leben Nr. 6 – 2020 S. 11

    Leid ohne Antwort?

    Psalm 88 gilt als dunkelste aller Psalmen. Er endet nicht – wie die anderen Klagepsalmen – im Vertrauen auf Gottes Hilfe, sondern mit dem erschütternden Vers: Mein Vertrauter ist nur noch die Finsternis.

Spiritualität

Interview

  • Plus einfach leben Nr. 6 – 2020 S. 8-9

    BegegnungenDer Geist von Pfingsten

    Wenn der Geist Gottes sich auch in unserer Geschichte zeigt: Wie können wir heute Pfingsten erfahren? Wie in Zeiten der Krise vom „Schöpfer Geist“ sprechen? Darüber denkt der evangelische Theologe und Religionswissenschaftler Michael von Brück mit einfach-leben- Herausgeber Rudolf Walter nach.