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Einfach leben 3/2024

Nr. 3 – 2024

Inhalt
1. Auflage 2024
Bestellnummer: Z330090

Liebe Leserin, lieber Leser!

Der ganze März ist von der Fasten- und der Passionszeit geprägt. Manche wundern sich, dass in der Passionszeit – den zwei Wochen vor Ostern – die Kreuze in den Kirchen oft mit kunstvoll gefertigten sogenannten „Hungertüchern“ verhüllt sind, die auf das Leid in dieser Welt hinweisen. Doch das Kreuz war in der frühen Kirche nicht zuerst ein Zeichen für die Passion Jesu, sondern ein Triumphzeichen. Man hat es – ohne den am Kreuz hängenden Jesus – mit Edelsteinen geschmückt: ein Zeichen des Sieges über den Tod, ein Zeichen, dass die Liebe Jesu den Hass der Menschen besiegt hat. Das Triumphkreuz verwies schon auf die Auferstehung. Es wird in der Passionszeit verhüllt, damit wir uns bewusst auf das Leiden Jesu, aber auch auf das Leid der Welt einlassen, bevor wir an Ostern den Sieg der Liebe über den Tod feiern. Natürlich gab es in früheren Zeiten auch eine masochistische Fixierung auf das Leid. Aber wenn die Gesellschaft das Leid aus dem öffentlichen Raum verdrängt, wird sie härter und kälter. Dann fühlen sich alle Leidenden ausgeschlossen. Der Theologe Johann Baptist Metz meint, die „memoria passionis“, das Gedächtnis des Leidens sei für unsere leidunempfindliche Gesellschaft wichtig. Sie erinnere uns daran, dass das Leid auch uns jederzeit treffen kann. Jesus zeigt uns in seiner Passion einen Weg, wie wir mit dem Leid umgehen können. Die Passion ist ihm von außen widerfahren. Aber er hat sie angenommen und sie in Hingabe verwandelt. Die Passion Jesu will uns einladen, mit der gleichen Haltung unser Leiden anzunehmen und in Hingabe für andere Menschen zu verwandeln Das ist nicht so einfach. Aber wenn es uns gelingt, haben wir das Gefühl: Selbst im Leiden sind wir nicht ohnmächtig. Wir können es in Liebe verwandeln. Dann geht von uns keine Bitterkeit aus, sondern Liebe und Zuversicht.

So wünsche ich Ihnen eine gesegnete Passionszeit: dass Sie fähig werden, Leid so anzunehmen, dass Sie es in Liebe verwandeln können. Natürlich sollen wir gegen Leid kämpfen, solange wir können. Aber es gibt Leid, das wir nicht überwinden, sondern nur verwandeln können. Dann wird es – wie bei Jesus – zum Segen für uns und für die Menschen.

Ihr Pater

Anselm Grün

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