Sitzen Sie gut?Gesundheitstipps für Fachkräfte in der Kita

Morgenkreis, kreatives Gestalten, Mittagessen, Schlafwache und abends Teamsitzung – Tätigkeiten im Sitzen gehören zur Kita-Arbeit. Häufig führt die Verwendung von unpassenden Möbeln zu Rücken- oder Knieproblemen. Auch die Angewohnheit, den Rücken dauerhaft krumm zu machen, um „gleichauf“ mit den Kindern zu sein, ist wenig ergonomisch und kann schnell zur gesundheitlichen Herausforderung werden. Hier ein paar Ideen fürs abwechslungsreiche Sitzen in der Kita.

Sitzen Sie gut
© Martina Stöberl, Krailling

Jede Sitzhaltung ist richtig

Längerfristig in gleicher Haltung zu sitzen – und das gilt auch für eine aufrechte Haltung – belastet den Muskel-Skelett-Apparat einseitig und macht müde. Ändern Sie Ihre Sitzhaltung nach Lust und Laune und am besten bevor Sie Anstrengung oder gar körperlichen Schmerz beim Sitzen verspüren. Auch eine bunte Abwechslung von Sitzen, Gehen und Stehen entlastet den Rücken und bewegt den Körper durch und so können Sie dann auch längere Sitzphasen wieder als erholend erleben. Die gute Nachricht: In Verbindung mit Bewegung ist jedes Sitzen richtig.

Der professionelle Erzieher*innen-Stuhl

Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Stühlen speziell für die Bedürfnisse von Erzieher*innen. Probieren Sie aus, welches Modell am besten für Sie passt, und machen Sie sich vertraut mit den Einstellmöglichkeiten des Stuhls. Kriterien für die Wahl Ihres Modells können sein:

  • grundsätzlich ein „gutes Sitzgefühl“
  • die Sitzhöhe lässt sich (einfach!) verstellen
  • eine flexible Rückenlehne
  • Kippsicherheit
  • der Stuhl lässt sich drehen und rollen.

Die „Kleine ergonomische Datensammlung“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin liefert dazu Standardmaße für die Einrichtung von Arbeitsplätzen.

Nutzen Sie Hilfsmittel

Sitz-, Ballkissen, Sitzkeile oder auch die Verwendung gerollter Decken helfen dabei, das Becken im Sitzen zu stützen, und erleichtern so die Aufrichtung von Becken und Rücken. Gerade für das Sitzen am Boden, z. B. im Morgenkreis oder in der Vorlese-Ecke, ist die Verwendung eines Meditationskissens hervorragend geeignet: Beckenhaltung und Rücken werden unterstützt, die Blutzirkulation in den Beinen bleibt erhalten und das Becken erfährt eine angenehme Isolierung während des Sitzens auf kalten Kunststoffböden.

Verwenden Sie Sitzmöbel einmal anders

Wenn Sie in Ihrer Kita keine Erzieher*innen-Stühle haben, können Sie vorhandene Sitzmöbel anders nutzen. Einfaches Beispiel ist hier der Kinderstuhl, auf den Sie sich „umgedreht“ setzen dürfen. Die Position der Beine ermöglicht eine entspannte Haltung des Beckens, damit kann auch der Rücken lang und aufrecht werden. Zusätzlich können wir unserer Muskulatur ermüdende Haltearbeit ersparen, indem wir uns mit den Armen auf die Lehne stützen. Eine solche Verwendung der Sitzmöbel am besten im Team absprechen und Eltern und Kindern gegenüber als „rückenfreundliche Sitzposition für Erwachsene in der Kita“ kommunizieren.

Wechseln Sie Ihre Sitzposition

Körpergröße und Anatomie von Erzieher*innen sind so unterschiedlich wie Mobiliar und Raumkonzepte in Kitas. Probieren Sie daher verschiedene Sitzpositionen, die Ihnen guttun, aus. Sollte z. B. ein Tisch mit Zarge Ihren Beinen den Weg versperren, dann probieren Sie die Position „Sitzen über Eck“ aus. Vielleicht zunächst ungewohnt, ermöglicht diese Position für Erzieher*innen mit langen Beinen ein bequemes Sitzen am Tisch.

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