Fluch oder SegenSchuldbekenntnis

Nach einer Sonntagsmesse kam ein Ehepaar gesetzten Alters, das Sonntag für Sonntag in der Messe war, zu mir und erklärte, das Confiteor beim Bußakt am Beginn der hl. Messe nicht mitbeten zu können. Denn zur Sünde gehöre, dass man sich dessen bewusst sei und dennoch das Unrecht tun wolle. Das sei bei ihnen nicht der Fall, folglich würden sie Gott belügen, wenn sie im Gebet Sünden, noch dazu solche schwerer Schuld, bekennen. Diese Rede ernsthaft gläubiger Christen hat mich nachdenklich gemacht.

Fazit

Immer wiederholtes Einreden von Versagen und religiöser Unzulänglichkeit kann zu Skrupulantentum führen. Das Ergebnis ist eine ekklesiogene Neurose, die einer psychotherapeutischen Behandlung bedarf. Ein ständig wiederkehrendes Sündenbekenntnis kann Menschen ins Unheil stürzen. Da ist das Schuldbekenntnis zum Fluch geworden. Seelsorger müssen sich bewusst sein, was sie an solchen Menschen anrichten können. Diese Gefahren müssen wir bzw. muss die Kirche verantwortungsvoll bedenken. 

Diesen Artikel jetzt lesen!

Im Abo

3 Hefte digital + 3 Hefte 0,00 €
danach 56,65 € für 11 Ausgaben pro Jahr + Digitalzugang
inkl. MwSt., zzgl. 11,00 € Versand (D)

Sie haben ein Digital- oder Kombi-Abonnement? Anmelden