Kriminalfall Orlandi„Grab des Engels“ vergeblich geöffnet

Die spektakuläre Öffnung zweier Gräber des deutschen Friedhofs Campo Santo Teutonico im Vatikan Mitte Juli hat zunächst keine neuen Hinweise im Fall der verschwundenen Emanuela Orlandi erbracht. Ermittler der vatikanischen Gendarmerie hatten die Gruften zweier bereits im 19. Jahrhundert gestorbenen Prinzessinen geöffnet, nachdem bei der Anwältin der Familie Orlandi ein anonymer Brief mit einem entsprechenden Tipp eingangen war. Die Gendarmen fanden die Gräber allerdings leer vor: Die Kammern enthielten weder eine Spur zu Emanuela Orlandi noch die dort zu vermutenden sterblichen Überreste der beiden Prinzessinen.

Die vatikanische Staatsbürgerin Emanuela Orlandi, Jahrgang 1969, wird seit dem Jahr 1983 vermisst. Da sie zuletzt auf italienischem Staatsgebiet gesehen wurde, ist die italienische Justiz für die Ermittlungen zuständig. Die vatikanische Gendarmerie und der Justizpromotor des Vatikantribunals haben nun lediglich die Suche auf dem Campo Santo übernommen.

In dem Schreiben an die Orlandi-Anwältin von 2018 war von einem „Grab des Engels“ auf dem Campo Santo die Rede gewesen. Diese Formulierung soll sich auf die Engelsfigur auf dem Grab Sophies von Hohenlohe (gestorben 1836) bezogen haben. Um mögliche Missverständnisse auszuschließen, öffneten die Ermittler aber auch das benachbarte Grab Charlotte Friederikes zu Mecklenburg, das ebenfalls mit einem Engel geschmückt ist. Nach den verschwundenen Überresten der Prinzessinnen sollte bei einem weiteren Einsatz Ende Juli in unmittelbarer Nähe der Gruften gesucht werden; das Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch aus.

Lucas Wiegelmann

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