Kirchliche StatistikMehr Austritte

216.078 Personen sind im vergangenen Jahr in Deutschland aus der katholischen Kirche ausgetreten. Dies sind rund 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Die evangelische Kirche verließen im gleichen Zeitraum run 220.000 Menschen, 11,6 Prozent mehr als 2017. Zur katholischen Kirche und ihren 27 Bistümern gehören damit 23.002.128 Mitglieder. Das sind 27,7 Prozent der Gesamtbevölkerung, von 83,02 Millionen Bundesbürgern. 2017 gab es 23,311 Millionen Katholiken (28,2 Prozent). Den 20 evangelischen Gliedkirchen gehörten 2018 insgesamt 21.140.599 Mitglieder an (25,4 Prozent der Gesamtbevölkerung). 2017 waren es 21,536 Millionen. Der durchschnittliche Kirchenbesuch in der katholischen Kirche sank von 9,8 auf 9,3 Prozent. Die evangelische Kirche nennt in ihren aktuellsten Zahlen für 2017 gut 978.000 Gottesdienstbesucher im Schnitt, also etwa 4,6 Prozent.

Der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Hans Langendörfer sagte: „An den Zahlen ist nichts zu beschönigen, sie bestätigen einen Trend, der schon in den vergangenen Jahren prägend für die Kirche war.“ Stefan Vesper, Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) sagte, die Zahlen müssten „ein Ansporn sein, den mit dem synodalen Weg eingeschlagenen Reformprozess mutig und entschlossen voranzugehen.“ Man könne Austritten entgegenwirken, indem man „die Erwartungen und Sorgen der Menschen innerhalb und außerhalb unserer Kirche“ ernst nehme. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch bezweifelte indes, dass der Abwärtstrend durch kirchliche Reformen gestoppt werden könnte: „Ich glaube nicht, dass durch noch so viele Reformen die Menschen in Massen wiederkommen“, sagte er dem Kölner Domradio.

Benjamin Leven

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