Türkische MoscheegemeindenBeten für den Krieg

„O Allah, führe unsere glorreiche Armee zum Sieg.“ Mit solchen und ähnlichen Gebeten wird von türkischen Moscheegemeinden in Deutschland der Krieg Erdoğans gegen die Kurden in Nordsyrien begleitet. Das hat der „Kölner Stadt-Anzeiger“ gemeldet. Bei Fußball-Länderspielen gegen Albanien und Frankreich wiederum salutierten fast alle türkischen Nationalspieler mit dem Militärgruß – die flache Hand an der Schläfe – Richtung Tribüne. Der Europäische Fußballverband ermittelt.

Der katholische Bischof Georges Abou Khazen von Aleppo sagte zum türkischen Einmarsch: Viele Menschen seien auf der Flucht, darunter vor allem auch die christlichen Minderheiten, Assyrer, Chaldäer und Armenier. „Viele ihrer Vorfahren sind vom Ende des 19. Jahrhunderts an bis zum Ende des Ersten Weltkriegs in der Türkei abgeschlachtet worden; hier leben die Nachkommen derer, die sich vor den Massakern retten konnten. Die erleben jetzt, wie die Türken in ihr Land einfallen.“

Der syrisch-katholische Erzbischof Jacques Behnan Hindo von Hassake und Nusaybin erklärte: „Wie immer verfolgen alle ihre Interessen, aber wir Christen werden die Rechnung bezahlen müssen.“

Angeblich haben sich die türkischen Truppen teilweise mit dschihadistischen Milizen des Islamischen Staats gegen die Kurden in jener nordöstlichen syrischen Region verbündet. Sie kämpfen Seite an Seite gegen die Kurdenmilizen. Diese wiederum hatten zuvor mehrere zehntausend Kämpfer des Islamischen Staats in Gefängnissen unter Kontrolle. Nun gelingt den Inhaftierten die Flucht, so dass sich der Islamische Staat, der den syrischen Machthaber Assad bekämpfte, möglicherweise wieder sammeln und erneut erstarken kann. Das Drama des nahöstlichen Wirrwarrs verschiedenster Allianzen setzt sich fort. Und das ausgerechnet zu einer Zeit, da in Syrien – bis auf ganz wenige Gebiete – weitgehend Ruhe, ja „Frieden“ eingekehrt ist und das Werk des Wiederaufbaus nach brutaler Zerstörung beginnen könnte.

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