EishokeyMit Vollgas übers Eis

Wer bei einem Eishockeyspiel zuschaut, sieht harte Zweikämpfe und schnelle Kombinationen. Ist das auch schon was für Kinder?

In voller Montur: Eishokeyspieler sind stark gerüstet
In voller Montur: Eishokeyspieler sind stark gerüstet© Daniela Müller

Ja! Denn um gut Eishockey spielen zu können, lernt man möglichst früh eislaufen. Schon Dreijährige können in den Laufschulen der Eishockeyvereine ihre ersten Schritte auf Kufen machen. „Eislaufen können Kinder im Prinzip, sobald sie ein stabiles Fußgelenk haben und in den Schlittschuhen nicht umknicken“, sagt Jane Kragh-Pedersen, Betreuerin der Laufschule des EHC Freiburg. Sie hilft den Kindern in der Kabine beim Schnüren der Schuhe, beantwortet Fragen der Eltern, informiert, wenn das Training mal ausfallen muss.Dieses besteht anfangs daraus, Schlittschuh laufen zu lernen. Erst wenn die Kinder das beherrschen, bekommen sie einen Schläger in die Hand – durch den verlagerten Schwerpunkt eine richtige Herausforderung. „Sie vergessen schon mal, dass sie noch nicht richtig bremsen oder noch keine Kurven fahren können, wenn sie dem Puck hinterherjagen. Dabei vergessen sie dann auch, dass sie hinfallen könnten“, schmunzelt Kragh-Pedersen.

Gut geschützt

Eishockey ist ein Vollkontaktsport und gilt als der schnellste Mannschaftssport der Welt, erwachsene Spieler erreichen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 50 Stundenkilometern. Ist das für Kinder nicht zu gefährlich? „Deswegen gibt es ja die Schutzkleidung. Außerdem spielen die Kleinen auch noch nicht so körperbetont und machen keine Checks, das kommt erst später“, erklärt Kragh-Pedersen. Es passiere nicht mehr als beim Fußball. Schon in der Laufschule tragen die Kinder außer den Schlittschuhen Knie- und Ellbogenschoner, Handschuhe, Halsschutz sowie einen Helm mit Gitter. Wenn die Kinder mit fünf und sechs Jahren in der Altersklasse U7 spielen, kommen Schulter- und Tiefschutz sowie Schienbeinschoner hinzu, für den Torwart noch Brustpanzer und Torwarthose. Etwa 20 Minuten dauert es, bis die komplette Ausrüstung angezogen ist. Wenn die jungen Spieler dabei Quatsch machen, noch länger. Wie alle Mannschaftssportarten schult Eishockey die Teamfähigkeit, außerdem Geschicklichkeit, Balance und Koordination. Vor allem aber steht der gemeinsame Spaß an der Bewegung im Mittelpunkt.

Früh aufs Eis

Als optimales Einstiegsalter nennt der Deutsche Eishockey Bund (DEB) den Zeitraum zwischen dreieinhalb und acht Jahren. Ein späterer Einstieg sei schwierig, wenn die Kinder erst noch eislaufen lernen müssen. Anders als beim Fußball können sie das nicht mal eben vor der Haustür machen. „Das Läuferische sollten die Kinder spätestens bis zum zehnten Lebensjahr gelernt haben. Sonst haben sie es extrem schwer, die anderen einzuholen, und müssen neben den Trainingseinheiten noch sehr viel üben“, sagt Kragh-Pedersen. Ihr Rat daher: Nicht erst warten, bis das Kind älter ist, wenn es den Wunsch geäußert hat. Sondern das Eislaufen möglichst sofort einmal ausprobieren, an Aktionstagen der Vereine teilnehmen, zum Publikumslauf gehen. Auch wenn dabei keine Profikarriere angestrebt wird: Wer auf dem Eis laufen kann – und dazu noch mit dem Schläger einen Puck trifft –, „der hat auch was fürs Leben gelernt.“

kizz Info

Eishockey kostet Zeit und Geld. Schon bei den unteren Altersstufen fi nden zwei bis drei Trainings pro Woche statt, an den Wochenenden kommen Turniere mit langen Anfahrten hinzu. Handschuhe und Schlittschuhe müssen etwa jährlich erneuert werden. Der Mitgliedsbeitrag liegt je nach Verein zwischen 150 und 300 Euro im Jahr. Bei den meisten Vereinen wird das Eis von April bis August abgetaut. In diesem Zeitraum fi nden Trockentrainings in Turnhallen statt. Jungen und Mädchen trainieren bis zum Alter von etwa 14 Jahren zusammen. Unter www.wir-sind-eishockey.de/vereine finden Sie Vereine in Ihrer Nähe.

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