Kamerun: Morde an SchuleWenn Kinder als Brückenbauer unerwünscht sind

Das genaue Motiv des grausamen Angriffs ist unklar.

Unbekannte Angreifer in Zivilkleidung haben eine Schule in Kumba im Westen Kameruns mit Pistolen und Macheten attackiert. Dabei haben sie mindestens acht Kinder getötet, die zwischen neun und zwölf Jahren alt waren. Die „Mother Francisca International Bilingual Academy“ ist eine zweisprachige Schule, unterrichtet werden Englisch und Französisch. Im Gebiet der Schule leben viele englischsprachige Kameruner. Darunter sind solche, die vom Rest des hauptsächlich französischsprachigen Kameruns unabhängig werden wollen. Seit drei Jahren kämpfen sie für einen eigenen Staat „Ambazonia“, wobei es regelmäßig zu brutaler Gewalt zwischen Regierung und Separatisten kommt.

Das genaue Motiv des grausamen Angriffs ist unklar. Die Vereinten Nationen fordern Aufklärung. Der amerikanische Politikwissenschaftler William Lawrence vermutet gegenüber „Al Jazeera“ einen Zusammenhang mit der Ausrichtung der Schule: „Man kann das symbolisch verstehen. Wir haben hier eine zweisprachige Schule, die für ein vereintes Kamerun steht. Diese wird angegriffen und Kinder werden das Opfer von etwas, für das sie gar nichts können.“ Die englischsprachigen Unabhängigkeitskämpfer versuchen schon länger, Schulen geschlossen zu halten und Ausgangssperren zu verhängen, als Teil ihres Aufbegehrens gegen die Regierung.

Der katholische Bischof Agapitus Nfon will für die Opfer ein Requiem in der Kathedrale von Kumba feiern. Er verglich das Verbrechen mit dem von König Herodes angeordneten Kindermord im Neuen Testament. Auch Franziskus I. ist erschüttert: „Ich bin fassungslos, weil das so grausam und sinnlos ist. Junge, unschuldige Menschen wurden aus dem Leben gerissen – weil sie den Unterricht besuchten.“ So etwas dürfe nie wieder passieren.

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