BestattungskulturSterben, ganz individuell

„Heute wird individueller gestorben, weil auch individueller gelebt wird als früher.“

Gibt es für Friedhöfe zu viele Vorschriften und Regularien? Der Passauer Soziologe Thorsten Benkel, Experte für Bestattungskultur, spricht sich für eine Öffnung zugunsten neuer, individueller Grabgestaltung aus. So ist zum Beispiel die korrekte Bepflanzung der Gräber oft festgeschrieben und muss eingehalten werden. Bei den Gesetzgebern gebe es „viel Zaghaftigkeit, viel Festklammern an einer vermeintlich glorreichen Vergangenheit der Bestattungskultur, die es so in Wirklichkeit nie gegeben hat“, sagte er in der „Welt“. „Wären die Bestimmungen liberaler, würde der Friedhof wieder aufblühen.“ Doch auch innerhalb der strengen Regularien gebe es einen klaren Trend hin zu ausgefalleneren Abschieds- und Trauerfeiern und persönlich gestalteten Gräbern. „Heute wird individueller gestorben, weil auch individueller gelebt wird als früher.“

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