Sprachentwicklung bei KindernOffenes Ohr

Offenes Ohr
© Eileen Becker
In unserer Kita gibt es sehr viele Kinder und auch Fachkräfte mit Migrationshintergrund. Schadet das nicht der Sprachentwicklung meines Kindes?

Das sagt die Expertin

Wir Eltern machen uns verständlicherweise immer wieder Sorgen um unsere Kinder. Einfach weil wir uns das Beste für sie wünschen. Da wir aber alle nicht genau wissen, was es wirklich braucht, damit aus unserem Kind ein glücklicher, erfolgreicher Erwachsener wird, versuchen wir mit allen Mitteln, Unheil von ihm abzuwenden.
In Bezug auf die Sprachentwicklung kann ich Sie mehr als beruhigen. Das kindliche Gehirn ist in dieser Hinsicht extrem flexibel. Wir wissen heute, dass Mehrsprachigkeit im frühen Kindesalter die Fähigkeit zur nonverbalen Kommunikation fördert und dass Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, bei IQ-Tests besser abschneiden. Das hängt damit zusammen, dass mehr Areale im Gehirn aktiv genutzt werden. Mehrsprachigkeit verursacht keine Sprachenwicklungsstörungen. Es ist außerdem so, dass Kinder durch den Kontakt mit einer anderen Sprache Interkulturalität ganz anders verinnerlichen als diejenigen von uns, die diese Erfahrung nicht machen konnten.
Beim Spracherwerb kann es dazu kommen, dass das Kind zeitweise in einer Mischsprache kommuniziert. Das legt sich aber wieder ganz von selbst, wenn Sie zu Hause in der Muttersprache mit ihm sprechen. Es ist darauf zurückzuführen, dass das Kind seinen Wortschatz in verschiedenen Sprachen erwirbt und deshalb mitunter etwas länger braucht, bis der Wortschatz in der Muttersprache abrufbar erworben ist. Das gilt gleichermaßen für Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, als auch für jene Kinder, die in der Kita mit verschiedenen Sprachen konfrontiert werden. Das „Schlimmste“ was passieren kann, wenn in der Kita mehrere Sprachen gesprochen werden, ist, dass Ihr Kind besser vorbereitet ins Leben geht, in dem Mehrsprachigkeit der Alltag sein wird.
Wir Eltern dürfen grundsätzlich entspannter sind, wenn es um die Entwicklungsprozesse unserer Kinder geht. Denn jedes Kind ist einzigartig und individuell. Es lernt in seinem ganz eigenen Tempo und Rhythmus. Je mehr wir als Eltern darauf vertrauen, umso vorteilhafter ist dies für die Entwicklung des Kindes.

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