Zwischenbilanz zum Synodalen WegSynodaler Weg: nur verpuffte Energie?

Der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf schrieb im „Kölner Stadt-Anzeiger“, statt Reformen würden „falsche Hoffnungen auf Synodale Wege“ geweckt werden, „die am Sankt Nimmerleinstag immer noch nicht an ein Ziel gelangt sein werden“.

Der Tübinger Kirchenrechtler Bernhard Sven Anuth rechnet nicht damit, dass der Synodale Weg zu einer tiefgreifenden Kirchenreform führen wird. Das sagte er auf einer Online-Tagung in Freiburg – angekündigt als „Zwischenbilanz“ des Reformdialogs von Bischöfen und Laien der katholischen Kirche in Deutschland. Anuth erinnerte daran, dass es einen Synodalen Weg im Kirchenrecht nicht gibt, er sei eine „Erfindung“. Er verstehe nicht, dass verschiedene Seiten den Eindruck vermitteln, der Reformdialog könne verbindliche Beschlüsse fassen zur Sexualmoral, zum Zölibat, zur Machtverteilung und zur Priesterweihe von Frauen.

Anuth hält es für verantwortungslos, falsche Erwartungen zu wecken. Vielleicht sollte man Christen ehrlicherweise gar nicht zumuten, Zeit und Energie für den Synodalen Weg aufzubringen, meinte er. Die Argumente für eine grundlegende Kirchenreform seien ohnehin längst ausgetauscht. Der „Herrschaftsanspruch“ der römischen Kirchenleitung mache es allerdings unmöglich, die Kirche weiterzuentwickeln. Geltendes Recht bei wesentlichen Reformthemen werde als „göttliches Recht“ und somit als unveränderbar bezeichnet. Laut Anuth sei auch Papst Franziskus skeptisch gegenüber dem Gesprächsformat.

Der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf schrieb wiederum im „Kölner Stadt-Anzeiger“, statt Reformen würden „falsche Hoffnungen auf Synodale Wege“ geweckt werden, „die am Sankt Nimmerleinstag immer noch nicht an ein Ziel gelangt sein werden“.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, verwies auf die Abstimmungen am Ende des Synodalen Wegs. Fragen zur Weihe von Frauen oder zum priesterlichen Zölibat könnten zwar nicht in Deutschland entschieden werden, doch gerade deshalb müssten die Ergebnisse des Synodalen Wegs nach Rom geschickt werden. Sternberg hält es für möglich, dass der deutsche Reformdialog so ein weltweites Konzil zur Kirchenreform vorbereitet.

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