Religiöse KommunikationDamit das Wort ankommt

Wenn wir in uns nach Worten dafür graben, was wir vom Evangelium meinen verstanden zu haben, sagen wir etwas wahrlich Religiöses – das andere zudem sogar verstehen.

Anna-Nicole Heinrich ist 25 Jahre alt, studiert Philosophie und leitet schon ein Kirchenparlament, als Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. Neulich sagte sie der „Zeit“, was sie bei Debatten stört: „Wenn wir eine Bibelstelle heranziehen, müssen wir auch sagen, was drinsteht und was uns das bedeutet.“ Wichtig sei ihr nicht nur, „dass jemand seine Botschaft los wird, ich will, dass die bei mir ankommt“.

Damit hat die Führungsfrau der Evangelischen Kirche etwas Grundlegendes angesprochen. Man müsste es ausweiten: Lasst bitte alle Glaubensphrasen weg, die durch die Gremien und Foren wabern! Beispiele: „Gott selber lädt uns ein zu…“, „Jesus wollte, dass…“ Soetwas hindert uns nämlich daran, das einzig wirklich Überzeugende zu sagen: unser eigenes, weniges, fragiles Bisschen, das wir vom Evangelium meinen verstanden zu haben. Wenn wir in uns nach Worten dafür graben, gibt es Grund zu hoffen, dass wir wahrlich etwas Religiöses sagen – das andere zudem sogar verstehen.

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