Wenn Oberinnen ihre Macht missbrauchen

Auch in Frauenorden soll der Missbrauch von Macht verhindert werden. „Totale Transparenz“ fordert Papst Franziskus in diesem Punkt, erklärte der für Ordensgemeinschaften zuständige Kurienkardinal Joao Braz de Aviz in einer Vatikan-Zeitschrift. Auch wolle man sich stärker um ehemalige Ordensfrauen kümmern, die ihre Gemeinschaften verlassen haben oder ausgeschlossen wurden. Für sie werde eine Anlaufstelle in Rom geschaffen.

In „vielen“ Frauenorden herrsche Angst, sagte Braz de Aviz. Es sei „eine Welt von Verletzungen“. So würden Ordensoberinnen teilweise absoluten Gehorsam verlangen. Auch gebe es Fälle sexueller Ausbeutung, von Belästigung und Mobbing. Psychisch belastend sei außerdem der Nachwuchsrückgang. Immer mehr Ordensfrauen litten deshalb unter Stress, an Burnout und Depressionen.

Wer angesichts solcher Missstände den Orden verlassen wolle, werde oft daran gehindert. Teilweise hätten Oberinnen die Ausweisdokumente zurückgehalten. Begleitung und Unterstützung gebe es nicht. In einigen Fällen seien ehemalige Ordensfrauen buchstäblich auf der Straße gelandet und hätten sich prostituiert, um wirtschaftlich zu überleben.

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