PhilippinenEin Attentat, das den Friedensprozess schwächt

Das Attentat auf Sonntagsgottesdienstbesucher der katholischen Bischofskathedrale von Jolo auf den Philippinen ist von Menschenrechtsgruppen als „Anschlag auf den Frieden zwischen Christen und Muslimen“ dort verurteilt worden. Unmittelbar vor Beginn der Eucharistiefeier zündeten islamische Terroristen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ zwei Sprengsätze – ein Angriff auf das Heiligste der Christen. Mindestens zwanzig Menschen starben, mehr als achtzig wurden verletzt. Es war der blutigste Anschlag seit Jahren auf Mindanao, wo es im vorwiegend christlich geprägten Land eine muslimische Mehrheit gibt, die nach Selbstständigkeit strebt. Erst vor einigen Tagen hatten die Menschen bei einer Volksbefragung mit großer Mehrheit für eine Autonomie der Region gestimmt. Das Referendum war Teil der Friedensbemühungen, die auch die christliche Basisgemeinschaft Sant’Egidio unterstützt hatte. „Diese blinde Gewalt möchte nur Schrecken verbreiten ausgerechnet zu der Zeit, in der sich der Süden der Philippinen bemüht, den anstrengenden Weg eines dauerhaften und stabilen Friedens einzuschlagen“, heißt es in einer Pressemitteilung von Sant’Egidio.

Kurz vor Redaktionsschluss ereignete sich wieder ein Anschlag, diesmal auf eine Moschee in Zamboanga/Mindanao. Die Behörden schlossen einen Racheakt für den Anschlag auf die Kathedrale nicht aus.

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