Eucharistie - AbendmahlGottheit tief verborgen

Mit dem Glaubensverständnis ist auch die Feier der Eucharistie in eine Krise geraten. Die Christentumsgeschichte belegt allerdings, dass im Zeichen von Brot und Wein der Christus-Kult schon immer in Bewegung war.

Über die frühen Christen heißt es in der Apostelgeschichte: „Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens.“ Selbst wenn es sich bei diesem biblischen Text um eine Werbeschrift für die „neue Religion“ handelt und die Verhältnisse stark idealisiert wurden, ist doch erkennbar, was die junge Gruppe auf ihrem Glaubensweg bewegte und zusammenhielt: das Brotbrechen zum Gotteslob. Was aber hält Christen heutzutage zusammen?

Zum sonntäglich-österlichen „Brotbrechen“, wie der Dank für die von Christus geschenkte Erlösung anfangs bezeichnet wurde, finden sich – zum Beispiel in den zusammengelegten XXL-Pfarreien, in Köln zu „Sendungsräumen“ umetikettiert – oft kaum noch zwei Prozent der Getauften ein. Jeder kann die bittere Realität mit den eigenen Augen übers Jahr verteilt messen, was dann die sogenannten Zählsonntage mit Phantasie-Hochrechnungen beschönigen. Auch an diesem Gründonnerstag, der in dichtester Weise an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern erinnert, tut sich in den Kirchenbänken neben Lücken teilweise gähnende Leere auf. Die heiligen Drei Tage von Leiden, Tod und Auferweckung Jesu Christi reichen schon längst nicht mehr an die Wellness-ummantelte Emotionalität des Heiligen Abends heran. Dabei geht es doch gerade jetzt um alles: um Tod und Leben, ewiges Leben. Hat das schwere Osterchristentum gegenüber dem leutseligen Weihnachtschristentum ausgespielt? Die Feier der Eucharistie als des ritualisierten Brotbrechens ist zu einem Nebenschauplatz religiöser Praxis geworden. Sogar Theologen behaupten inzwischen, dass der sonntägliche Gottesdienstbesuch gar nicht so wichtig, dass er überhaupt nicht das entscheidende Kennzeichen christlicher Gläubigkeit sei. Entsprechend versuchen kirchenleitende Verwaltungsakte, den Priesternotstand durch Ersatzhandlungen auszugleichen: mit Schmalspur-Versammlungen ohne sakramentales Brotbrechen. Derart entsinnlichtes Beten wird „Wort-Gottes-Feier“ genannt, damit das Volk ja nicht bei einem Gebrauch des Begriffs „Gottesdienst“ zu sakralen Fehlschlüssen verleitet wird. Welche Täuschung aber ist schlimmer, die semantische oder die reale? Steuert nun also die katholische Kirche endgültig auf eine priesterlich minimierte katholische Freikirche zu, eine „Selbstprotestantisierung“ der konkretesten Art?

Vorbild: griechisches Symposion

Die Katholische Nachrichten-Agentur meldete soeben aus dem Bistum Osnabrück, dass dort Gemeinden statt von einem Pfarrer von einem „hauptamtlichen Laien“ geleitet werden sollen. Für die größere Einheit werde die „Funktion des ‚moderierenden Priesters‘“ eingeführt. Schon die Wortwahl erinnert an die „Moderatoren“ freikirchlicher Gruppierungen. Verschwindet das Priesterliche mitsamt dem eucharistischen Leben scheibchenweise aus der „katholischen“ Glaubenstradition – bei allem hohen Respekt gegenüber brüdergemeindlichen Glaubens- und Bekenntnistraditionen? Oder kommen die Katholiken auf diese Weise dem urchristlichen Sinn des Brotbrechens und Brotteilens wieder berührend nahe?

Der Erlanger Kirchenhistoriker Anselm Schubert verweist in seinem neuen Buch „Gott essen. Eine kulinarische Geschichte des Abendmahls“ (C.H. Beck) darauf, dass die Christen der ersten Jahrhunderte das Abendmahl mit den Speisen feierten, „die sie von zuhause mitbrachten, gemeinsam verzehrten und von denen sie Christus und den Armen opferten“. Zudem ist nicht sicher, ob die frühesten entsprechenden Gemeinschaftsmähler bereits mit dem Abendmahl Jesu sinngemäß verbunden waren, denn die Evangelien entstanden vermutlich erst ab dem Jahr 70. Frühestens um das Jahr 55 gibt der erste Korintherbrief des Paulus einen Hinweis auf eine solche Gedankenverknüpfung. Aber nicht sicher ist, ob es sich beim Abendmahl Jesu wirklich um ein Pessachmahl handelte. Dann hätten die Christen seinerzeit in direkter Nachahmung ja ebenfalls nur einmal im Jahr ein solches Mahl halten dürfen. Es fand aber anscheinend viel häufiger statt. Zudem scheint es je nach Ort und apostolischer Tradition verschiedenste Formen gegeben zu haben. Eventuell waren die Mahlgemeinschaften der frühen Christen – so Schubert – „gar nicht auf die Handlungen Jesu als historischen Ursprung oder literarisches Vorbild angewiesen“.

Wahrscheinlich waren die ersten christlichen Gemeinden den religiösen Vereinen ähnlich, die es zu jener Zeit im Römischen Reich in großer Zahl gab. Der Kirchenhistoriker vermutet, dass das sogenannte Symposion, das gemeinsame rituelle Mahl der griechisch-römischen Antike, für die Christenversammlungen ein Vorbild gewesen sein könnte, allerdings vermischt mit jüdischen Segnungsbräuchen. Die Symposien sollten Einheit, Freundschaft und Anmut stärken. Sie wurden mit Vorspeisen begonnen. Dann gab es eine Art rituelles Mahl, bei dem Brot gereicht wurde. Es mündete in ein Trankopfer mit Wein an die Götter, wobei um Gesundheit, Glück und Heil gebetet wurde. Daran schloss sich ein ebenfalls stark ritualisiertes Trinkgelage mit strengen Regeln an, begleitet von Gespräch, Gesang, Tanz und Spiel. Davon waren Frauen allerdings ausgeschlossen.

Möglicherweise ist die Kritik des Paulus an Missständen bei den christlichen Mählern in Korinth ein Hinweis darauf, dass diese Versammlungen ebenfalls das dankende Gedenken des Heilswerks Christi mit einem Sättigungsmahl verbanden. In diesem Kontext konnten die Einzelnen ihre unterschiedlichen Charismen – Gnadengaben – wie bei einem Symposion einbringen. Paulus protestierte außerdem gegen eine Art Apartheid bei diesem Essen. Anscheinend verzehrten die Reichen und Bessergestellten unter sich das, was sie selber für sich mitgebracht hatten, während die Ärmeren wenig dabei hatten oder ganz leer ausgingen. Den Korinthern wurde mahnend in Erinnerung gerufen, dass alle gemeinsam den Leib Christi bilden. „Wer im Gemeinschaftsmahl für sich essen möchte, schließt sich selbst von der Gemeinde aus und hat so nicht mehr Teil an Christus. Er isst und trinkt sich ‚zum Gericht‘“, so Schubert. Anscheinend wurden für das Herrenmahl nicht nur Brot und Wein verwendet, sondern vielerlei Speisen „aufgetischt“, auch Fleisch, was aus dem Disput zu entnehmen ist, ob es von heidnischen Tempelopfern stammen darf.

Vom Mahlkult zum Kultmahl

Der Übergang vom ritualisierten Mahlkult zum christlichen Kultmahl ist nicht mehr genau zu rekonstruieren. Verschiedene Formen scheinen über lange Zeit hinweg nebeneinander bestanden zu haben. Ab dem 2. Jahrhundert scheint das Sättigungsmahl mehr und mehr vom Herrenmahl abgesondert, als eigenständig ausgegliedert worden zu sein. In dieser Phase begannen die Christen, das Kultmahl deutlicher als Opfer zu bezeichnen – allerdings weniger als Sühnopfer denn als Dankopfer für die erwirkte Erlösung.

Noch lange wurden auch Milch und Honig verwendet, Käse oder Gemüse, was Äußerungen des Cyprian von Karthago nahelegen. Der Kelch wurde mancherorts bloß mit Wasser, mit Fruchtsaft oder Milch gefüllt. Oft wurde der Wein mit Wasser gestreckt. Noch bis weit ins 6. Jahrhundert hinein mahnten westliche und östliche Synoden, sich auf jene eucharistischen Elemente zu beschränken, die Jesus laut den Evangelien selber verwendet habe. Vor allem in asketischen Traditionen wurde Wein vermieden. Während der Christenverfolgungen in Nordafrika verzichtete man anscheinend bei den morgendlichen eucharistischen Feiern auf Wein aus Furcht, sich durch den Weingeruch aus dem Mund zu früher Stunde als Anhänger einer „falschen“ Religion zu verraten.

„Zauberbrot“ – „Zaubertrank“?

Im Lauf der Jahrhunderte wurde die Reinheit der Materie mehr und mehr zum Thema – und zum Anlass für Kirchenstreit und Kirchenspaltungen. Sollte – zum Beispiel – der Teig ungesäuert sein oder gesäuert? Für manche Gemeinden und Bischöfe war das ein „Glaubensbekenntnis“ gegen die jüdische Tradition des Pessachmahls, an dem teilzunehmen Christen schon in der Frühzeit des neuen Evangeliums verboten wurde. In byzantinischer Tradition verwendete man gesäuertes Brot. Die armenische Kirche, die im Gegensatz zu anderen orientalischen Kirchen das Konzil von Chalcedon über die zwei Naturen in Christus nicht anerkannte, schloss sich der Tradition des Westens mit ungesäuertem Brot an.

Zusehends wurde die konsekrierte, geweihte, „verwandelte“ Materie selber als heilig betrachtet, so dass es ein schweres Sakrileg war, etwas davon auf den Boden fallen zu lassen. Mit komplizierten Reinigungsritualen musste der „Schaden“ behoben werden. Verdorbenes Brot war zu verbrennen, der von verschüttetem Wein durchtränkte Boden war abzulecken, abzuschaben und das entsprechende Holz ebenfalls zu verbrennen. Wieviel Gott „steckt“ in den Krümeln? Die Magie forderte auch ihre sophistischen Spekulationen.

Bereits im Frankenreich waren das konsekrierte Brot und der konsekrierte Wein derart magisch aufgeladen, dass ihnen eine dingliche Allmacht mit der Fähigkeit zur Übertragung von Macht innewohnte. Schubert zitiert die heidnischen Söhne des Königs von Essex, die im 7. Jahrhundert von ihrem Bischof Mellitus, der ihren Vater getauft hatte, verlangten, auch ihnen das „Zauberbrot“ und den „Zaubertrank“ zu reichen, den doch ihr Ahnherr erhalten hatte. „Warum gibst Du uns nicht das weiße Weizenbrot …, das Du unserem Vater Saba und selbst dem Volk in der Kirche gibst?“ Die Söhne lehnen als Vorbedingung die Taufe ab. „Wir wollen nicht in diese Quelle steigen, das brauchen wir nicht, aber wir wollen trotzdem von diesem Brot essen.“ Mehr und mehr wurde das eucharistische Geschehen „klerikalisiert“. Der Priester war es nun, der nicht nur ein Dank- oder Sühnopfer darbrachte, sondern der geradezu die Gottheit beschwor, vom Himmel herabzusteigen und sich in die Materie von Brot und Wein zu inkorporieren. „Die Vorstellung, dass sich eine dünne Scheibe aus Weizenteig und etwas Wein im Kelch in die Gottheit selbst verwandelte, lenkte den Blick auf das Paradox, dass sich in den begrenzten Elementen Gott materialisierte. Die konsekrierte Hostie wurde essbarer Leib Gottes. Gerade deshalb rückte ihre wundersame Materialität, die Verfertigung der Hostien, ihre Konsekration, ihre Aufbewahrung, das Essen, Kauen, Schlucken, Verdauen und Ausscheiden durch Menschen oder Tiere, ins Zentrum. Die körperliche Aneignung der Gottheit wurde Gegenstand frommer Legenden, theologischer Spekulation und künstlerischer Darstellungen.“

Wie „verwandelt“ sich die Substanz, was heißt Transsubstantiation? Philosophisch-theologische Variationen in großem Stil setzten sich damit auseinander, was sich durch den priesterlichen Akt substanziell – wesenhaft – verändert, wenn doch die Materie als solche weiter den bisherigen Anschein wahrt und sie geschmacklich dieselbe bleibt, aber als Fleisch und Blut Christi zu verstehen und verehren ist? Wie kommt Christus gegenwärtig in die Gestalten? Eine Frage, die nicht nur die Reformatoren verschiedenster Prägung im Streit voneinander schied.

Aus heutiger Sicht mit einer veränderten Begrifflichkeit von Substanz in ihrer molekularen Verfasstheit mag manches gedanklich nicht mehr nachvollziehbar sein, was einst heftigste Dispute entfachte und auch Polemiken gegeneinander. Was ist das „Wesenhafte“ und wesenhaft Geänderte bei gleichbleibender Materie? Wie kann Materielles über sich hinausweisen auf Geistiges, Transzendentes, Göttliches hin? Durch die moderne Sprachphilosophie hat auch das Symbolische neue Tiefenwirkung erhalten. Es ist eben mehr als „nur“ ein Zeichen.

Lieber nur etwas Spülwein

In dem Maße, in dem gemäß der einstigen Vorstellung die Materie der eucharistischen Elemente geradezu körperlich das Göttliche, ja den göttlichen Christus aufnahm, ängstigten sich die doch sündigen Menschen, durch die Kommunion in einen unmittelbaren gefährlichen Kontakt mit dem Heiligsten zu geraten. Es gab einen „Ausweg“: Nicht die Kommunion wurde empfangen, sondern nur der sogenannte Spülwein, mit dem der Kelch nach der Kommunion gereinigt wurde. Das auf diese Weise „verdünnte“ und nur noch „homöopathisch“ dosierte „Blut Christi“, das sich in dieser Spülung befand, wurde als schwächere und daher weniger gefährliche Variante der leibhaften Begegnung mit der göttlichen Substanz angesehen, stark abgeschwächt, aber noch präsent. Kann man so dem Gericht, unwürdig „den Herrn“ zu empfangen, entgehen?

Für große Teile der Bevölkerung wurde die Kommunion selber unmöglich. An die Stelle der „Einverleibung“ trat die Schaufrömmigkeit, um gewissermaßen aus der Ferne einen Blick auf das Göttliche zu werfen und so etwas von den Strahlen des ewigen Heils zu erhalten. Dem Prozess der zunehmenden „Verdinglichung“ der eucharistischen Gaben trat schlussendlich entschieden erst das Zweite Vatikanische Konzil entgegen, das die echte tätige Teilhabe auch an der Kommunion wieder in den Vordergrund des jeweils aktuellen eucharistischen sakramentalen Geschehens rückte.

Wieviel rituelle Gemeinschaft aber wollen die Menschen heute noch in einem Zeitalter sogenannter Individualisierung? Ist man überhaupt noch fähig, im Materiellen jenes wesenhaft Geistige zu identifizieren, das sich als das Göttliche in Brot und Wein spendet? Zumal in Produkten, die im Zeitalter der Lebensmittelveredelung längst nicht mehr den symbolisch-existenziellen „Nährwert“ haben, den sie als essenzielle Grundstoffe fürs Leben und Feiern einst besaßen? Insbesondere für die jüngeren Generationen im Überfluss der Nahrungsangebote hat das Brot nicht mehr jenen hohen emotionalen Rang, den es für die Ahnen besaß, die Hungers- und Kriegsnöte durchmachten. Brot, das inzwischen in tausenderlei Sorten und Varianten im Überangebot zur Verfügung steht, ist längst zu einem Wegwerfprodukt geworden, von dem sich kaum noch jemand wirklich abhängig weiß. Selbst der Wein hat im Zeitalter der Lebensmittelchemie und der unzähligen Zusätze, die sein Aussehen und seinen Geschmack „herausarbeiten“, seinen naturalen Charme verloren. Die „Reinheit“ des unverfälscht Göttlichen suchen die Menschen heute eher in einem Ess- und Trinkgenuss voller Raffinesse, im Außergewöhnlichen, das die Neopriester der Gourmet-Kochkultur kredenzen.

Kommunion in der „Hauskirche“

Andererseits feiert die Schaufrömmigkeit, die man für längst überwunden glaubte, fröhliche Urständ. Im Zeitalter des Allerweltsvoyeurismus ist sie über die sozialen Medien und die bildhaft aufgeladenen elektronischen Netzwerke modisch zurück: sehen und gesehen werden. Wie aber lässt sich das Heilige, Heiligste sehen? Es ist ein Zeichen der Zeit, wenn hunderttausende junge Leute zum Beispiel bei einem Weltjugendtag eine Nacht schweigend, betend und dösend vor einer Monstranz verbringen, einem Schaugerät, das in der Mitte seines goldenen, sonnengleichen, kreisförmigen Designs eine große Hostie präsentiert, einem Mandala-Meditationsbild gleich. Die sogenannte Aussetzung des „Allerheiligsten“, wie man solche Gegenwart einmal bezeichnete, entspricht durchaus einem modernen meditativen Schaubedürfnis in Stille, das manche dem aktiven Empfang von Hostie und Kelch vorziehen.

Nochmals anders erschüttert und ergreift die Kommunion einen Menschen, wenn er jenseits der anonymisierten Gottesdienst-Zufallsgemeinde in einem überschaubaren Kreis einer „Hauskirche“ Eucharistie feiert – zum Beispiel versammelt um einen Schwerkranken, Sterbenden. Die heilige Seelenspeise wird dann durchaus wieder zur Stärkung auf dieser Pilgerreise, der Kelch zum Himmelstrank.

Ursprünglich war die eucharistische Versammlung ja eng verbunden mit dem Drama von Leben, Leiden, Tod und Auferweckung Jesu Christi, alles andere als eine bloß erbauliche Inszenierung. Was ist davon geblieben in den „Feiern“, die oft wieder zu einem routinierten „Messe lesen“ degeneriert sind, wie man es in der vorkonziliaren Schlussphase der tridentinischen Liturgie zum Leidwesen vieler kannte, jetzt nur unter den geänderten Vorzeichen der heimischen Sprache und eines variierten Ritus? Was kann uns heute zum Geheimnis des Glaubens werden, das sich spiegelt in der Transparenz des Materiellen auf das Göttliche, Geistige hin – im Hinblick auf Christus, die Ikone des unsichtbaren, unbekannten Gottes?

Auf vielerlei – manchmal exotisch, kurios wirkende – Weise hatten Getaufte im Lauf der Christentumsgeschichte versucht, das Geheimnis des Ewigen, das in Christus Gestalt angenommen hat, zu repräsentieren und in materiellen Gestalten zu präsentieren, stets unter den Bedingungen und Verständnismöglichkeiten der betreffenden Epoche. Von der Materie kommen auch wir Heutigen inmitten des erhofft Heiligen nicht los. Davon kommt auch der Glaube nicht los, der im leiblich „eingefleischten“ Logos Christus das wahrhaft Göttliche sucht und erkennt. Das Christusgeschehen ist ein Prozess, unabgeschlossen, ein evolutives Werden durch die Zeiten hindurch. Auch die Liturgie muss sich weiter dafür öffnen, experimentell, wie es auch früher der Fall war. Die Substanz von Brot und Wein bleibt im Wandel der Zeiten und Anschauungen der Kern dieses österlichen Geschehens. Wer dieses Geheimnis sehen und erspüren will, muss sich darin selber bilden, darum mühen wollen: „Gottheit tief verborgen, betend nah ich dir…“

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