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Joachim Gauck: Toleranz: einfach schwer

Glauben lehren?Zur Zukunft des Religionsunterrichts

Über diese Ausgabe

Editorial

Essays

  • Plus S. 6-10

    Verfassungsrechtliche PerspektivenEin doppelter Reformdiskurs

    Wenn auch konkrete Vorstöße zu einer Änderung des Status quo noch die Ausnahme bleiben, wird doch auch Religionsunterricht in der gegenwärtigen religionspolitischen Diskussion in der Gesellschaft angefragt. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Frage nach den rechtlichen Möglichkeiten für einen islamischen Religionsunterricht. Was sind jeweils die strittigen Punkte?

  • Plus S. 10-14

    Religiöse Disposition von Schülerinnen und Schülern„Wozu ist das gut?“

    Die Religiosität Jugendlicher zeichnet sich gegenwärtig weniger durch ein konkretes Bekenntnis als vielmehr durch ein allgemeines religiös aufgeladenes Weltbild aus. Die Ziele religiöser Bildung in der Schule müssen sich auf diese Disposition beziehen. Religionsunterricht als verlängerter kirchlicher Arm zum Zwecke der Glaubensbildung oder der kirchlichen Rekrutierung hat unter Jugendlichen keine Chance.

  • Plus S. 19-23

    Religionslehrpersonen im Spannungsfeld zwischen Schule und KircheBi-kulturell und mehrsprachig

    Der Religionsunterricht sowie die Religionslehrerinnen und -lehrer sind ein Teil von Schule mit ihrer Qualifikations-, Integrations- und Selektionsfunktion. Zugleich aber sind Religionslehrpersonen „multikulturell“, zugehörig zu den zwei Systemen Schule und Kirche. Mehrsprachigkeit ist für das Leben in diesen verschiedenen Kulturen nötig.

  • Plus S. 23-27

    Der besondere Reiz des konfessionellen ModellsWarum kein Religionsunterricht für alle?

    Es geht im Religionsunterricht längst nicht mehr darum, konfessionell gebundene Schüler und Schülerinnen auf ein Ziel hin zu bilden, das ganz vom spezifischen Interesse einer bestimmten Religionsgemeinschaft her definiert ist. Entscheidend für das konfessionelle Modell ist vielmehr die Option, eine bestimmte religiöse Tradition als wesentliche Ressource für die Anregung religiöser Bildungsprozesse zu begreifen. Dabei hätte auch ein von beiden großen Kirchen gemeinsam verantworteter Religionsunterricht eine ausreichend starke Bekenntnisgrundlage.

  • Plus S. 27-31

    Wider die kirchlichen Vereinnahmungsversuche des ReligionsunterrichtsDiakonisch statt missionarisch

    An den Religionsunterricht werden immer wieder überzogene und problematische kirchliche Erwartungen formuliert: Man erhofft sich von ihm katechetische Leistungen wie die Kompensation von Wissens- und Glaubensdefiziten oder eine deutlichere Hinführung zur kirchlichen Gemeinde. Stattdessen hat er die schlichte und gleichzeitig anspruchsvolle Aufgabe, zu einem verantwortbaren Denken und Verhalten in Sachen Religion anzuleiten. Im Einzelfall kann er durchaus eine missionarische Wirkung haben.

  • Plus S. 31-36

    Zum Unterschied zwischen Katechese und ReligionsunterrichtDie große Versuchung

    Im schulischen Religionsunterricht erfüllen die Religionsgemeinschaften in Deutschland ihren gesellschaftlichen Bildungsauftrag. Die Katechese hat hingegen die binnenkirchlich wichtige Aufgabe, die Entfaltung der Taufberufung eines jeden Christen zu fördern. Ihre Bedeutung für die Lebendigkeit des Glaubens und das missionarische Wirken der Kirche darf nicht unterschätzt werden. Was aber heißt das konkret?

  • Plus S. 36-40

    Was soll im Religionsunterricht gelernt werden?Weniger ist mehr

    Der Religionsunterricht steht wie jedes andere Schulfach vor der Frage, nach welchen Kriterien die Gegenstände ausgewählt werden müssen, an denen dann Bildungsprozesse gestaltet und begleitet werden sollen. Mit der Debatte um die Kompetenzorientierung und die damit verbundene Frage nach der Lebensrelevanz von Unterrichtsinhalten ist der klassische Konflikt zwischen formalen und materialen Bildungstheorien auch in der Religionsdidaktik angekommen. Dabei ist doch eigentlich klar: Nicht für die Schule oder die Kirche, sondern für das Leben lernen Schülerinnen und Schüler.

  • Plus S. 40-43

    Religion lehren und lernen im ReligionsunterrichtMit den Augen der Anderen sehen

    Im Kontext der Schul- und Unterrichtsentwicklung der letzten Jahre wird an vielen Schulen mehr und mehr Wert auf die Etablierung einer neuen Lernkultur gelegt. Diese berücksichtigt, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur verschieden sind, sondern auch verschieden lernen. In einem entsprechend geprägten Religionsunterricht können die Lernenden Kompetenzen wie Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit, Deutungs-, Urteils-, Dialog- sowie Gestaltungsfähigkeit erwerben.

  • Plus S. 44-48

    Religionsunterricht in ÖsterreichBreite Akzeptanz und neue Herausforderungen

    In Österreich bieten aktuell zwölf Kirchen und Religionsgemeinschaften konfessionellen Religionsunterricht an der öffentlichen Schule an, weitere werden voraussichtlich folgen. Die Rahmenbedingungen des Religionsunterrichts sind dabei äußerst heterogen. Unter den rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen hat der Religionsunterricht zwar formal eine nach außen hin gut gesicherte Stellung. Zugleich gibt es eine ganze Reihe von gesellschaftlichen Erwartungen und Anfragen, die durchaus kontrovers sind.

  • Gratis S. 48-52

    Neue Ansätze im Religionsunterricht der SchweizVon Kanton zu Kanton verschieden

    Die Schweiz ist ein komplexes, unübersichtliches Gebilde auch in Bezug auf den Religionsunterricht. Die entscheidende Frage lautet: Ist man auf dem Weg zu einem Bildungsraum Schweiz, oder insistieren die Kantone auf ihren spezifischen Traditionen und Eigenbröteleien? Für Deutschland stellen die unterschiedlichen Modelle in jedem Fall eine Anfrage dar.

  • Plus S. 56-60

    Die islamische ReligionspädagogikEin Fach in den Kinderschuhen

    In der islamischen Religionspädagogik geht es um das Reflektieren von Prozessen der religiösen Bildung und Erziehung. Entscheidend dabei ist die Frage, wie sich die Beziehung zwischen der islamischen Theologie und der islamischen Religionspädagogik gestaltet. Denn ein als Gesetzesreligion verstandener Islam würde aus Religionslehrerinnen und -lehrern Vermittler juristischer Sätze machen, die lediglich sagen, was erlaubt und was verboten sei.

  • Plus S. 60-64

    Das Schulfach „Lebensgestaltung – Ethik – Religionskunde“ in BrandenburgWir lassen die Kirchen im Dorf!

    Um die Einführung von LER als prominentestes Beispiel alternativer Fächer zum Religionsunterricht gab es viel Streit. Mittlerweile trifft das Fach auf hohe Akzeptanz, weil es den vielen konfessionslosen Schülern und Schülerinnen des Landes ermöglicht, sich mit den Weltreligionen, mit religiösen Institutionen und Schriften und mit den Auswirkungen einer Glaubensentscheidung auf die alltäglichen Lebensvollzüge zu befassen. Es stößt aber auch auf Grenzen.

Autoren/-innen