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Anzeige: Schuld und Verantwortung

Gottlos?Von Zweiflern und Religionskritikern

Über diese Ausgabe

Editorial

Essays

  • Gratis S. 2-5

    Der Neue Atheismus hat verschiedene FacettenVision einer religionsfreien Welt

    Der Neue Atheismus wird in Ländern und Gesellschaften zum Thema, die durch das Christentum geprägt sind. Seine Vertreter finden viel mediale Aufmerksamkeit, auch wenn die Zahl der bekennenden Atheisten kaum zunimmt. Er machte erst in der englischsprachigen Welt von sich reden, ist aber inzwischen auch nach Deutschland übergeschwappt. Der Neue Atheismus lebt vor allem vom Protest und vom Widerspruch und ist verbunden mit der Vision, eine Welt ohne Religion anzustreben.

  • Plus S. 6-10

    Der argumentative Ballast heutiger ReligionskritikAtheologisch oder atheistisch?

    Grundsätzlich lassen sich im heutigen Atheismus zwei Argumentationsmuster unterscheiden: Wer „atheologisch“ argumentiert, für den ist die Rede von Gott sinnlos, selbstwidersprüchlich oder in unbrauchbarer Begrifflichkeit gefangen. Eine dezidiert atheistische Position geht davon aus, dass der Glaube an die Existenz Gottes nicht zureichend begründbar ist, beziehungsweise die Gegengründe stärker sind, so dass die Existenzbehauptung unglaubwürdig scheint.

  • Plus S. 10-13

    Zum Problem der TheodizeeWurzel des Protest-Atheismus

    Wer sich dem Theodizeeproblem stellt, hat mehrere Möglichkeiten: Man kann Religionen insgesamt ablehnen, man kann sich stattdessen nichttheistischen Religionen anschließen oder gerade im Durchgang durch die Theodizee den Glauben an die Existenz Gottes rational zu verantworten suchen – vorausgesetzt, man ist zugleich sensibel für die Gefahr des Zynismus, der mit solchen Versuchen verbunden sein kann.

  • Plus S. 13-17

    Evolutive Erklärungen für den Glauben an Gott?Religion funktionalisiert

    Zur Basis des Neuen Atheismus gehört die Überzeugung, dass der Mensch, sein Glaube und letztlich das ganze Universum naturwissenschaftlich-funktional erklärt werden können. Diese evolutionsbiologische Fundierung ist aber zu hinterfragen: und zwar mit Blick auf den Entwicklungsgedanken, das Zufallsprinzip, den Stellenwert des Menschen, das Kulturverständnis und die daraus folgende Verinnerweltlichung von religiösen Vorstellungen.

    Themenpaket: Theologie und Naturwissenschaft
  • Plus S. 17-21

    Die Religionskritik der PsychoanalyseÜberholt oder zukunftsweisend?

    Sigmund Freud erweist sich mit seiner Religionskritik als Vertreter der ersten, aufklärerischen Moderne, die auf eine metaphysische Wesensbestimmung des Menschen verzichtet. Welche Rolle spielt der kritische Blick auf Religion in der zweiten Moderne, die man auch Postmoderne oder „Flüchtige Moderne“ nennt? In ihr ist das Feld des Religiösen zunehmend vom „Spiritual Turn“ geprägt.

  • Gratis S. 26-30

    Schwächen und Stärken der atheistischen AktivistenVereint nur in der Negation

    Betrachtet man die Schlagzeilen auch in kirchlichen Medien sowie erregte Debatten im Internet, scheint es, eine Übernahme der Bundesrepublik durch den „neuen Atheismus“ stehe kurz bevor. Tatsächlich gibt es einen Aufschwung nichtreligiöser und humanistischer Verbände, der allerdings auf sehr niedrigem Niveau stattfindet und unter organisatorischen wie demografischen Schwierigkeiten leidet.

  • Gratis S. 30-33

    Ein Buch und seine VorgeschichteWarum ich kein Christ bin

    2013 veröffentlichte der Philosoph Kurt Flasch sein Buch „Warum ich kein Christ bin“, das auf starkes Interesse der Öffentlichkeit stieß (vgl. HK, Oktober 2013, 487 ff.). Im Konzert zeitgenössischer Kritik am Christentum steuert das Buch eine eigene Stimme bei – Grund genug, sie in diesen Themenheft über Facetten heutiger Religionskritik selbst zu Wort kommen zu lassen.

  • Plus S. 34-38

    Suchbewegungen zwischen religiösen Glaubenswelten und ihrer atheistischen KritikFrommer Atheismus?

    Nach den rabiaten Auftritten des Neuen Atheismus finden sich in letzter Zeit vermehrt Stimmen, die ein nuancierteres Verhältnis zu den Einsichten und Lebenseinstellungen suchen, für die religiöse Traditionen stehen. Es scheint fast so, als habe der Brachialatheismus à la Richard Dawkins, Christopher Hitchens und Co. einen anderen atheistischen Diskurs über Religion herausgefordert.

  • Plus S. 38-42

    Theologische Ansätze der ReligionskritikProvozierende Begleiterin

    Im christlichen Verständnis der Wahrheit steckt ein religionskritisches Potenzial. Für den Glauben ist Wahrheit keine religiöse Richtigkeit, die Welt ist ein echtes Gegenüber zu Gott. Außerdem hat alles, was Menschen im Glauben tun, denken und urteilen, den Stellenwert eines „Vorletzten“. Die vermeintliche „Wiederkehr“ der Religion wird zur Frage an die Kirchen, ob sie die religionskritischen Lektionen, welche ihnen die Bibel und ihr Versagen in der Vergangenheit erteilen, gelernt haben.

  • Plus S. 42-45

    Spuren der Religionskritik in der Literatur der ModerneVom Himmel noch reden?

    Die Rede vom Himmel schien nach der Religionskritik des 19. Jahrhunderts, den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs und des Holocaust endgültig verschlossen. Ist literarisch ein neuer Zugang möglich? Und ist nicht schon eine neue Sehnsucht nach Erfahrungen jenseits unserer Grenzen erkennbar?

  • Gratis S. 46-49

    Die unkomfortable Lage der KirchenkritikZwischen den Fronten

    In einem gesellschaftlichen Kontext verstärkt artikulierter Religionskritik und in der Situation kircheninterner Reorientierung lohnt sich auch ein genauerer Blick auf die spezifischen Anliegen einer Kirchenkritik von innen. Sie ist nicht zuletzt ein Indikator für die Plausibilität von Religion in der Gesellschaft.

  • Plus S. 53-57

    Auf dem Weg zu individueller GlaubensaneignungAutonome Gottessucher

    Die Kirchen haben sich der Tatsache zu stellen, dass Kirchlichkeit vielfach von religiöser Suche getrennt wurde. Auch wenn die Institution Kirche abgelehnt wird, ist die Sehnsucht nach „Spiritualität“ ungebrochen hoch; parallel zum Rückgang christlicher Glaubenspraxis nimmt die Präsenz religiöser und spiritueller Phänomene im Alltag zu.

  • Plus S. 57-60

    Wie viel Glaubenszweifel verträgt die Islamische Theologie?Keine Angst vor Kritik

    Die Auseinandersetzung mit Zweifeln, Glaubenskrisen und der Kritik an der Religion von innen wie von außen ist auch für die Islamische Theologie von großer Bedeutung. Wie sich an den gegenwärtigen Diskussionen über die Ausgestaltung dieses Fachs in Deutschland zeigt, muss darum freilich immer wieder auch gerungen werden.

  • Gratis S. 61-64

    Osterglaube als Teilhabe an der Gottesferne„Er ist nicht hier“

    Wir leben in einer Zeit, in der viele nicht an Gott glauben können und schon gar nicht an den auferstandenen Herrn Jesus Christus, unter ihnen selbst viele Christen, die auf Christi Tod und Auferstehung getauft sind. Um so mehr gilt es, die ursprüngliche und genuine Auferstehungserfahrung in ihrer ganzen Fülle ernst zu nehmen und zu verkünden: Wir glauben an den Auferstandenen, sind aber selbst oft Ta­stende, Irrende und Zweifelnde.

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