EhescheidungenDie Ehe hält

Das Statistische Bundesamt meldete jüngst einen neuen Tiefststand für Ehescheidungen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Eheschließungen in Deutschland seit der Jahrtausendwende merklich an. Die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder sprach in der „Welt“ von einer „bemerkenswerten Renaissance“. Die Institution Ehe habe „nach einigen Jahren, in denen ihre Beliebtheit und Stabilität in der Tat schwächelte“, ihren festen Platz in der Gesellschaft bewahren können.

Das sei umso bemerkenswerter, als die Lebenserwartung und damit die potenzielle Ehedauer deutlich gestiegen sind. „Aus dieser Perspektive betrachtet, ist es heute wesentlich anspruchsvoller als in vergangenen Jahrhunderten, sein ganzes Leben zusammenzubleiben.“ Dennoch hält die Ehe in erstaunlichen Mehrheiten. Und das „obwohl der gesellschaftliche Druck, dass sie halten muss, so gering ist wie noch nie. Moralisch verpönt sind Scheidungen selbst in sehr konservativen Milieus kaum noch. Ökonomisch erzwungen wird das Zusammenbleiben auch nicht mehr, da Frauen beruflich meist auch auf eigenen Beinen stehen können. Wenn heute zwei Menschen verheiratet sind und bleiben, drängt sich der Verdacht auf, dass sie sich tatsächlich ganz gerne mögen.“

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