ÄgyptenMuslimische Synagogenrettung

Der ägyptische Staatspräsident Abd al-Fattah as-Sisi hat angekündigt, die Renovierung von Synagogen und weiteren bedeutenden jüdischen Stätten im Land mit mehr als sechzig Millionen Euro zu unterstützen.

Die Renovierung der Synagogen, die sich teilweise in einem erbärmlichen Zustand befinden, sei „ebenso wichtig wie die Renovierung des pharaonischen, islamischen und koptischen Erbes“, erklärte der ägyptische Antikenminister Khaled al-Anani. Allerdings verwies er recht machtbewusst zugleich darauf, dass die Synagogen und sonstigen jüdischen Objekte als nationales ägyptisches Kulturgut im Besitz der Regierung seien und dass die Arbeiten ohne Beteiligung jüdischer Organisationen selbstständig durchgeführt würden. Die sanierten Synagogen sollen als Besucherzentren dienen.

Die Synagogenrettung geschieht wohl auch aufgrund internationaler diplomatischer Erwägungen. Auf diese Weise möchte die Staatsführung in Kairo ein politisches Zeichen gegen antijüdische und antisemitische Haltungen im Islam und insbesondere gegen den Radikalismus der ägyptischen Muslimbrüder setzen.

Bereits 2017 hatte die Staatsführung zwanzig Millionen Euro zur Instandsetzung der 160 Jahre alten Elijahu-Hanavi-Synagoge in Alexandria bewilligt. Es handelt sich um die letzte aktiv liturgisch genutzte Synagoge der Stadt, die wegen eines Teileinsturzes des Dachs zunächst geschlossen wurde. Bis zum israelischen Unabhängigkeitskrieg 1948 lebten laut Schätzungen um die 100000 Juden in Ägypten. Inzwischen handelt es sich um eine bloß noch winzige Gruppe, mit Wohnsitz überwiegend in Alexandrien.

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