Klaus P. FischerEwigkeits-Atom

Im Augenblick berührt der Ewige die Zeit, berührt den Menschen als Zeit-Wesen. Der „Augenblick“ ist verwandt dem „Kairos“, der „erfüllten Zeit“ im Neuen Testament. Der Augenblick ist kein Zeit-Atom, eher ein „Ewigkeits-Atom“. Weil der Ewige reine Gegenwart der Lebensfülle ist, ohne Vorher oder Nachher, begegnet er im Augenblick als einziger Erfahrungsmöglichkeit von Gegenwart, die zeitgebundenen Wesen möglich ist.

Gottes Botschaft ist nichts Vergangenes, Temporäres. Sie ist sozusagen das in die Zeit getauchte ewige Ja Gottes. Wer Jesu Rede hört, wen sie anspricht, wird im selben Augenblick „gleichzeitig“ mit Jesus – eine ganz andere Dimension als die Historie, auch als Spekulation. Denn es ist eine Begegnung gleichsam face à face, Auge in Auge, Mund zu Ohr.

Klaus P. Fischer in: „Tod sicher – Ende ungewiss?“ (Lit, Münster 2017)

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